Bisher nur mit einem Stand in Windisch vertreten, empfingen beim Vindonissapark-Fest 2018 die Vindonissa-Winzer Besucher erstmals vor Ort, zwischen Remigen und Mönthal, bei einem der vier Museumsrebberge im Aargau. Dort gab es Wissenswertes, Kulinarisches und Wellness für die Füsse.

In ihren Tuniken begrüssten die Vindonissa-Winzer Bruno Hartmann, Schebi Baumann, Peter Zimmermann und Hans Peter Kuhn (Geschäftsführer der Weinbaugenossenschaft Schinznach) die Besucher, die den Weg in den Weinberg überwiegend mit dem zwischen Brugg/Windisch und Remigen pendelnden Shuttle-Bus zurücklegten. Dort hatten die Veranstalter von der Stiftung Vindonissapark zum vierten Vindonissapark-Fest 2018 erstmals eine eigene Station eingerichtet, ergänzend zu den gewohnten Darbietungen in Windisch, wo sich auch alles ums antike und mittelalterliche Essen und Trinken drehte.

Weinanbau schriftlich überliefert

Ob sich zwischen Remigen und Mönthal vor 2000 Jahren tatsächlich ein Rebberg befand, ist zwar unbekannt. «Doch wie die Römer seinerzeit Wein anbauten, ist schriftlich hervorragend überliefert», sagte Pirmin Koch vom Vorstand der Gesellschaft Pro Vindonissa: «Römische Autoren haben ganze Bücher über den Weinbau geschrieben.»

Am Remiger Römerrebberg wachsen die Trauben der Rotwein-Sorte César hoch über den Köpfen. «Das Pergola-System war eher für heisse Regionen im römischen Reich gedacht», führte Bruno Hartmann aus – das Blätterdach schützt Trauben und Boden vor allzu viel Sonne: Wer weiss, angesichts des Klimawandels vielleicht auch für den modernen Weinbau im Aargau eine Option. Bruno Hartmann: «Das ist unsere Vergangenheit und die wollen wir heute wieder erlebbar machen.»

Ebenso ein Erlebnis war, dass der römische Weingott Bacchus auf den Ruf Hartmanns «Salve Bacchus» höchstpersönlich erschien. Selbst die Trauben zu stampfen, war wohl mit seiner göttlichen Würde nicht zu vereinbaren. Die Besucher aber, allen voran die Kinder, hatten bei der althergebrachten Methode der Saftgewinnung grossen Spass.

Für ihren Weinkonsum waren die Römer legendär. Wie der antike «Glühwein», der Vinum Conditum paradoxum, schmeckte, konnten die Festbesucher am Stand vom Verein De-Gustatio erfahren, wo auch Speisen wie der Brotaufstrich «Moretum» und «Globi», in Mohn getauchte Griessklösschen, warteten. Auch den «Römer-Wy» von Bruno Hartmann, Schebi Baumann, Peter Zimmermann und Hans Peter Kuhn, traditionell nach römischen Überlieferungen gekeltert, gab es zu degustieren. Aber noch nicht den von 2018. Der wird erst in den kommenden Tagen geerntet.