Was die alten Römer mit einfachsten Mitteln hergestellt haben, ist immer wieder erstaunlich. Ohne Elektrizität oder Maschinen fertigten sie die verschiedensten Dinge. Wie man römische Gebrauchsgegenstände wie Haarnadeln, Tontöpfe oder Messer herstellt, können insbesondere Familien noch bis zum Samstag direkt bei den historischen Stätten des Klosters Königsfelden und des Legionärspfads in Windisch erleben. Den kleinen und grossen Interessierten stehen verschiedenste Handwerkskünste zur Verfügung. An zehn Parcoursstationen können sie Zinn giessen, ein kleines Messer schmieden, Papier schöpfen, Räuchergefässe herstellen oder ein Schüsseli töpfern.

Einige Besucher sind bereits zum wiederholten Mal am Handwerker-Parcours dabei. So etwa Franziska Rüttimann (46), die mit ihrem Sohn Tarald den Legionärspfad schon zum dritten Mal besucht. Tarald feiert just an diesem Dienstag seinen 12. Geburtstag und hat sich den Besuch des Handwerker-Parcours gewünscht. Die Schweizer Familie wohnt in Norwegen, ist aber momentan hier in den Ferien. Gerade sind sie in der Edelsteinwerkstatt, wo sie Specksteine schleifen. «Ich habe keinen klaren Plan, was ich machen will», antwortet Franziska Rüttimann auf die Frage, was aus ihrem Speckstein entstehen soll. «Vielleicht ein Anhänger.» Am Specksteinschleifen mag sie, dass sie kreativ sein und gleichzeitig plaudern kann. Sohn Tarald ist ebenfalls mit Eifer bei der Sache, er möchte aber nachher noch unbedingt mit seinem Kollegen in die Schmiede.

Schleifen, schreinern, schöpfen: Kinder und Erwachsene konnten auf dem Legionärspfad Vindonissa altes Handwerk ausprobieren

Schleifen, schreinern, schöpfen: Kinder und Erwachsene konnten auf dem Legionärspfad Vindonissa altes Handwerk ausprobieren

Eine Station weiter ist die Knochenschnitzerei zu finden. Hier werden aus echten Tierknochen, die meist von Rindern oder Pferden stammen, Nähnadeln, Haarnadeln oder kunstvolle Anhänger gefertigt. An diesem Werkbank hat sich Manuela Straub niedergelassen. Die 44-Jährige besucht den Handwerker-Parcours ebenfalls bereits zum dritten Mal, heute mit ihrem Mann und ihrer Tochter. Straub versucht sich an der Herstellung einer Nähnadel. Unter den Anweisungen der Instruktorin Astrid Dingeldey feilt und schleift sie an ihrem Knochen, bis der die Form einer Nadel hat. «Damit kann man prima Wolle nähen», sagt Dingeldey.

Straubs Tochter sitzt eine Werkbank weiter, in der Töpferei. «Sie wollte unbedingt töpfern. Da dachte ich, mache ich in der Zwischenzeit auch etwas», sagt Straub und betrachtet ihre selbst gemachte Knochennadel. «Mir gefällt, dass hier alles sehr lebendig ist.» Nachher will die Familie noch in die Metall- und in die Papierwerkstatt.

Der Parcours richtet sich auf seine kleinen Besucher aus. Je nach Alter können die Kinder die unterschiedlichsten Handwerke ausprobieren. Um ein kleines Messer zu schmieden oder Farben herzustellen, muss man bereits zwölf Jahre alt sein, Papier schöpfen kann man aber schon ab vier Jahren. Ansonsten ist auch das Zuschauen sehr spannend.