Der Reihe nach: «Im Zusammenhang mit den Diskussionen um den geplanten Kiesabbau ‹Langacher› in Birrhard und dem Richtplanverfahren für die damit verbundene Verkehrsführung wurde aus der Einwohnerschaft unter anderem verlangt, dass sich der Gemeinderat für eine neue Werkauffahrt ab dem neuen Kiesabbaugebiet starkmachen und die heute bestehende Werkausfahrt beibehalten werden soll», schreibt der Gemeinderat Mülligen im aktuellen Mitteilungsblatt der Gemeinde.

Entgegen den Empfehlungen vonseiten der Abteilung Raumentwicklung sei durch einen politischen Vorstoss im Grossen Rat und durch einen Auftrag aus der Einwohnerschaft an den Gemeinderat dieses Thema «halt doch» aufgegriffen worden, «mit dem Resultat, dass eine Auffahrt nicht infrage kommt und die Werkausfahrt, welche bestimmte Dorfteile vom Lastwagenverkehr bisher entlastet hat, in absehbarer Zeit geschlossen wird», führt die Behörde aus. «Der Gemeinderat findet diesen Entscheid für das Dorf sehr einschneidend und bedauert, dass der Rat aus der kantonalen Verwaltung nicht befolgt werden durfte.»

«Nicht zweckmässig»

In seiner Stellungnahme verweist das Bundesamt für Strassen (Astra) auf den Informationsanlass (az vom 3. Nov. 2012) und hält fest, dass die Werkausfahrt Mülligen während dem Bau des Bareggtunnels als Bauhilfsmassnahme erstellt wurde. «Der heutige Werkanschluss Mülligen genügt geometrisch den Anforderungen an einen Vollanschluss nicht.» Auch könne in einem kantonalrechtlichen Planungsverfahren kein Werk- oder Vollanschluss festgelegt werden.

Sowieso erachtet das Astra die Errichtung eines weiteren Werk- oder Vollanschlusses als nicht zweckmässig. «Das Astra würde einen entsprechenden Antrag an den Bundesrat mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht unterstützen.» Ebenfalls macht das Bundesamt für Strassen darauf aufmerksam, dass nach Abschluss des geplanten Erhaltungsprojektes Reuss-Birrfeld, welches voraussichtlich in den Jahren 2014 bis 2015 ausgeführt werde, das Astra die vom Unterhaltsdienst und der Polizei nicht mehr benötigte Werkausfahrt Mülligen zurückbauen oder allenfalls mit einer nur noch von den Blaulichtorganisationen bedienbaren Barriere ausstatten wird.

Zur Erinnerung: Die Agir AG (Affoltern) beabsichtigt, in einem rund 6,3 Hektaren grossen Gebiet im Langacher im Gemeindebann Birrhard insgesamt rund 1,5 Millionen Kubikmeter Kies abzubauen. Die Verkehrsführung des geplanten Kiesabbaus führte zu intensiven Diskussionen. (mhu)