Windisch
Schlachtspektakel mit schreienden Kelten und leisen Römern

Römische Legionäre und keltische Krieger haben ihr Kampfkönnen auf dem Schlachtfeld präsentiert. Eindrückliche Show beim Legionärspfad zu 700 Jahre römische Militärgeschichte. Auch etwas militärischer Drill durfte für die Kleinsten durfte nicht fehlen.

Jérôme Jacky
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Das römische Zeltlager
13 Bilder
Legionäre marschieren durch das Heerlager
Marschieren im Gleichschritt
Kinder werden zu Legionären ausgebildet
Ein sicherer Wurf mit dem Wurfsper durch den keltischen Reiter
Ein keltischer Reiter ist mit einer Stosslanze bewaffnet
Ein Schwertschlag und die Rübe fällt
Römische Legionäre unter Beschuss durch die keltischen Reiter
Heerlager in Windisch
Verwundete wurden hierher gebracht - das Lazarett
Eine römische Frau am nachgebauten Backofen
Die Schildkrötenformation war besonders geeignet für Belagerungskriege
Die Legionäre marschieren auf den Kampfplatz

Das römische Zeltlager

Jérôme Jacky

«Hier sind nicht Worte, sondern Prügel am Platz!», schrieb einst der berühmte Redner Cicero. Und so weilten römische und keltische Krieger im Rahmen «Römisches Heerlager marschiert in Vindonissa auf» beim Legionärspfad. Die Besucher wurden auf eine Zeitreise mitgenommen, die sie durch 700 Jahre römische Militärgeschichte führte.

Auch die Kriegstechniken sowie die Kultur der Kelten wurden ausführlich präsentiert.

Als Höhepunkt des Anlasses wurde den Zuschauern ein Schlachtspektakel geboten, welches von einem Sprecher kommentiert wurde. «Die Uniform eines römischen Kriegers wog zwischen 20 und 30 Kilogramm ohne Marschgepäck», erklärte der Sprecher, während Legionäre, angeführt vom Zenturio, im Gleichschritt an den zahlreichen Besuchern vorbeimarschierten.

Plötzlich ertönte Kampfgeschrei und die hintersten Legionäre wurden von einigen Kelten angegriffen. Die römischen Truppen konnten sich zwar verteidigen, traten aber den Rückzug an. Danach wurde gezeigt, wie Römer in Formation Städte oder feindliche Truppen angegriffen haben.

Besonders eindrücklich war hierbei die Formation Testudo, bei der die Legionäre mit ihren Schildern einen grossen Schildkrötenpanzer imitierten und so von Speeren und Pfeilen geschützt heranrücken konnten. Im Gegensatz zu den Feinden verschoben die römischen Truppen leise. «Die Römer kämpften ohne Kriegsgeschrei», so der Sprecher.

Am Anschluss an die Präsentation der römischen Legionäre präsentierten zwei keltische Reiter ihre Kampfkünste. Ob mit Wurfspeer, Stosslanze oder Langschwert: Das Ziel in Form von Strohballen wurde getroffen. Nebst den Kriegstechniken wurde aber auch die keltische und germanische Kultur vermittelt. An diversen Informationsständen konnten Besucher lernen, wie früher Stoffe gefärbt, Münzen geprägt und Brote gebacken wurden.

Kinder, die nicht einfach nur Wissen konsumieren wollten, konnten sich von einem Römer zum Legionär ausbilden lassen. Mit Witz aber auch etwas militärischem Drill lehrte er die kleinsten Besucher, wie mit Schild und Speer umzugehen ist.

Manch ein Vater erinnerte sich wohl an die eigene Rekrutenschule, wenn die Kleinen in Zweierreihe und Gleichschritt marschieren durften. Den Kindern war die Freude ins Gesicht geschrieben. Lebendiger könnten 700 Jahre Geschichte nicht vermittelt werden.