Fusions-Umfrage
Schinznacher wollen nicht mit Villnachern flirten

Die Meinungsumfrage zur Fusion zwischen Schinznach und Villnachern ist ist in den Gemeinden unterschiedlich ausgefallen.

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Die Gemeinden Schinznach (Schinznach-Dorf und Oberflachs) und Villnachern haben die Bevölkerung über eine Fusion abstimmen lassen.

Die Gemeinden Schinznach (Schinznach-Dorf und Oberflachs) und Villnachern haben die Bevölkerung über eine Fusion abstimmen lassen.

Screenshot Google Maps

Die Fusions-Abklärung zwischen Schinznach und Villnachern wird vorläufig auf Eis gelegt. Das hat eine Meinungsumfrage in der Bevölkerung der beiden Gemeinden ergeben. An den vergangenen Gemeindeversammlungen letzte Woche wurde das Resultat vorgestellt.

Eine Diskrepanz gibt es schon bezüglich Teilnehmenden. Während in Villnachern 633 Einwohner (von insgesamt 1631) bei der Umfrage mitmachten, waren es in Schinznach lediglich 194 (von insgesamt 2224). Ein Grossteil der Schinznacher Bevölkerung ist zudem der Meinung, dass ihr Dorf für eine Fusion mit Villnachern nicht bereit ist. Ein Zusammenschluss mit Villnachern wird von 63% der Teilnehmenden verneint.

Verdeutlicht wird die Meinung der Schinznacher, dass weitere Fragen wie die Änderung des Wappens und eine Erhöhung des Steuerfusses aufgrund einer allfälligen Fusion ziemlich klar verneint wurde.

Ein Auge auf Brugg geworfen

Anders fiel das Resultat in der Gemeinde Villnachern aus: Rund 61% befürworten einen Zusammenschluss der Gemeinden Schinznach und Villnachern. «Allerdings erachten auch rund 232 Einwohnerinnen und Einwohner eine Fusion mit Brugg als richtig», heisst es in der Medienmitteilung der beiden Gemeinden. «Bei einem Zusammenschluss der Gemeinden Schinznach und Villnachern würde die Übernahme des Wappens ebenso zu Diskussionen führen wie die Schliessung des Schwimmbads Villnachern.» Die Stärkung des Schulstandorts der Kreisschule Oberstufe Schenkenbergertal ist der Villnacherer Bevölkerung wiederum sehr wichtig, wie dem Bericht zu entnehmen ist.

Aufgrund der unterschiedlichen Ergebnisse in den beiden Gemeinden haben sich die Gemeinderäte darauf geeinigt, dass der Zeitpunkt für einen Zusammenschluss von Schinznach und Villnachern nicht reif ist. «Auf die Ausarbeitung und Einholung eines Projektierungskredits anlässlich der Gemeindeversammlungen im Winter 2017 wird verzichtet», heisst es in der Medienmitteilung. «Die beiden Gemeinden werden jedoch wie bisher die gute Zusammenarbeit pflegen.»

Bevölkerung wollte Umfrage

Ausschlaggebend für die Umfrage war ein Auftrag der Villnacherer Bevölkerung an den Gemeinderat an der Wintergmeind 2015. Die Exekutive suchte daraufhin in einer ersten Phase das Gespräch mit den Gemeinderäten von Bözberg, Brugg und Schinznach als mögliche Zusammenschlusspartner. Der Gemeinderat Bözberg winkte ab, weil auf dem Bözberg erst gerade fusioniert wurde.

Der Stadtrat Brugg teilte Villnachern ein potenzielles Interesse mit, jedoch erst ab dem Jahr 2020, beziehungsweise nach Abschluss des Fusionsprojekts zwischen der Stadt Brugg und der Gemeinde Schinznach-Bad. Der Gemeinderat Schinznach äusserte sich damals gegenüber einer Fusion mit Villnachern positiv. Nun aber hatte die Bevölkerung das letzte Wort.