Schon zu Beginn der Informationsveranstaltung zur Revision der Nutzungsplanung in Schinznach-Dorf drängte sich die Frage auf, warum man so kurz vor der möglichen Fusion mit Oberflachs die Raumplanung der Gemeinde überarbeite. «Wir hatten das schon vor längerem geplant, auch in Oberflachs ist man zurzeit daran», sagte der Schinznacher Gemeindeammann Urs Leuthard den zahlreich erschienenen Bewohnern im Vereinsraum des Gemeindehauses. Darunter waren auch einige Oberflachser zu sehen.

Der heutige Bauzonenplan sieht Platz für rund 750 neue Einwohner vor. «Das ist zu viel», sagt Beat Hurni von der Porta Nord AG, die für die Revision des Nutzungsplan zuständig ist. Über die letzten 20 Jahre betrachtet, wuchs Schinznach-Dorf im Schnitt um 16 Einwohner pro Jahr. Für die nächsten 20 Jahre geht die Gemeinde von der gleichen Wachstumsrate aus. Deshalb sollen im neuen Nutzungsplan Bauzonen für nur rund 300 Zuzüger festgelegt werden.

Verdichten, nicht verbreitern

Auch eine Umfrage in der Bevölkerung hat Ergeben, dass die Schinznacher keine neue Bauzonen möchten. Die Gemeinde gedenkt nun, das bereits überbaute Gebiet besser nutzen. «Wir möchten die Qualität steigern und die Quantität verringern», sagt Hurni. Gemäss Planungsbericht gäbe es im Dorfkern ein Verdichtungspotenzial für rund 180 neue Einwohner. Dabei werden keine Hochhäuser angepeilt. Vielmehr sieht die Planungskommission Möglichkeiten, Lücken im Dorfkern zu schliessen und leerstehende Gebäude zu nutzen. «Verdichtungen haben unser Dorfbild geprägt. Wir sind angehalten, dem nachzuleben», sagt Kommissionsmitglied Christian Stahel.

In der Umfrage hat die Bevölkerung den Wunsch geäussert, das Dorfbild zu erhalten. Dieses gilt national als schützenswert. Das Gebäude an der Unterdorfstrasse 2/4 und die Scheune bei der Mittleren Mühle sollen neu unter Schutz gestellt werden. Für den Brunnen an der Kirchgasse 10 wird der Schutz aufgehoben.

Trenngürtel bleibt vorerst erhalten

Der Siedlungstrenngürtel zwischen Schinznach-Dorf und Oberflachs soll vorerst erhalten bleiben. Um die Option einer späteren Einzonung als Baugebiet offen zu halten, sollen landwirtschaftliche Bauten durch Festlegung einer Landschaftsschutzzone verhindert werden.

Der Gemeinderat geht davon aus, dass die neue Nutzungsplanung beim Kanton durch eine zweite Vorprüfung muss. Ende 2013 soll die Gemeindeversammlung über den revidierten Plan abstimmen.