Die Wogen sind hochgegangen in den letzten Wochen, die Befürworter und Gegner eines Zusammenschlusses haben sich mächtig ins Zeug gelegt. In Schinznach-Bad waren die Meinungen offenbar gemacht, zu Diskussionen ist es nicht mehr gekommen an der Gemeindeversammlung am Freitagabend. In einer geheimen Abstimmung wurde der Zusammenschlussvertrag mit 147 zu 110 Stimmen bei 4 Enthaltungen genehmigt. Anwesend waren 261 Stimmberechtigte, was einer Stimmbeteiligung von 34,5 Prozent entspricht. Der Antrag, die Traktandenliste umzustellen und die Fusionsabstimmung vorzuziehen, wurde grossmehrheitlich abgelehnt.

Einwohnerräte diskutieren ausführlich

Gleichzeitig fanden sich in Brugg 49 – von insgesamt 50 – Einwohnerräten zu ihrer Sitzung ein. Nach knapp anderthalb Stunden war der Fall klar: Mit 26 zu 19 Stimmen wurde der Zusammenschlussvertrag auch hier angenommen.

Im Gegensatz zur Nachbargemeinde bestand allerdings Diskussionsbedarf. Stadtammann Daniel Moser appellierte an die Anwesenden, ein Zeichen der Offenheit zu setzen und den Willen zu zeigen für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Diesen Ausführungen schloss sich Urs Keller (FDP) an. Ein negativer Entscheid wäre ein sehr schlechtes Signal. Auch Barbara Iten (CVP) freute sich darauf, sich mit Schinznach-Bad gemeinsam auf den Weg in die Zukunft zu machen. Dass die Fusion der richtige Weg ist, davon war ebenfalls Markus Lang überzeugt (GLP). «Die Schweiz wächst zusammen, die Urbanisierung schreitet voran. Das verlangt Antworten.»

Patrick von Niederhäusern hielt dagegen. Das Projekt sei schädlich für die Region und rückwärts orientiert. Gespalten waren SP, Grüne und EVP. Für Alessandra Manzelli (SP) wirkten die Vorteile einer Fusion gesucht. Es bestehe keine gute Grundlage für eine Heirat. Anders sah es ihr Parteikollege Reto Bertschi. Es gelte Ja zu stimmen zum Zusammenschluss, denn die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sollen die Möglichkeit haben, darüber abzustimmen.

Diese werden nun das letzte Wort haben: Der Urnengang ist auf den 4. März 2018 angesetzt. Der Zusammenschluss könnte auf den 1. Januar 2020 erfolgen.