Schinznach
«Ablehnung hätte weitreichende Konsequenzen»: Schule Oberflachs soll erhalten bleiben

Der Gemeinderat Schinznach will die Unterstufe an beiden Standorten mit möglichst ausgeglichenen Schülerzahlen führen. Mehrere Kinder aus dem Ortsteil Schinznach-Dorf werden deshalb künftig den Kindergarten sowie die 1. und 2. Primarklasse im Ortsteil Oberflachs besuchen.

Michael Hunziker
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Mit dem Neubau des Schulhauses Feldschen ist neuer Schulraum geschaffen worden.

Mit dem Neubau des Schulhauses Feldschen ist neuer Schulraum geschaffen worden.

zvg

Ein Schülertransport soll eingerichtet werden für die kleinsten Schulkinder in der Gemeinde Schinznach: Die Stimmberechtigten entscheiden über die jährlich wiederkehrende Ausgabe von 35'000 Franken ab dem Schuljahr 2021/22.

Der Hintergrund: Seit dem Zusammenschluss von Schinznach-Dorf und Oberflachs per 2014 besteht im Dorf eine ­Primarschule mit zwei Stand­orten. Im Fusionsvertrag ist ­festgehalten, dass in Oberflachs die Unterstufe erhalten bleibt. ­Allerdings: «Die kantonale Bildungspolitik untersteht grossem Wandel und die Vorgaben, die auf Gemeindeebene umgesetzt werden müssen, sind anspruchsvoll, kostenintensiv und fortlaufend», stellt der Gemeinderat Schinznach fest und verweist auf die Einführung des Lehrplans 21 sowie die geänderte ­Zuteilung der Schulressourcen – «mit weitreichenden Konsequenzen für die Primarschule Schinznach».

Die Infrastruktur kann optimal genutzt werden

In enger Zusammenarbeit mit Schulpflege und Schul­leitung wurde der Entschluss gefasst, an beiden Standorten den Kindergarten sowie eine zweiklassige Abteilung für die 1. und 2. Klasse zu führen mit möglichst ausgeglichenen Schülerzahlen. «Dies bedeutet im Sinne einer Anpassung der Einteilungspraxis», führt der Gemeinderat aus, «dass in Zukunft mehrere Kinder aus dem Ortsteil Schinznach-Dorf den Kindergarten sowie die 1. und 2. Primarklasse im Ortsteil Oberflachs besuchen werden.»

Im Gegenzug besuchen die Kinder aus Oberflachs den Unterricht bereits ab der 3. Klasse in Schinznach-Dorf. «Diese Lösung bringt viele Vorteile», hält die Behörde fest. Die vorhandene Infrastruktur könne optimal ­genutzt werden, es ­seien keine Erweiterungen des Schulraums nötig und die Ressourcen würden pädagogisch sinnvoll auf­geteilt.

Abgeholt werden die Kinder beim Schulhaus

Für die kleinsten Schulkinder soll mit einem Schülertransport gewährleistet werden, dass sie den weiter entfernten Schulstandort sicher erreichen und über Mittag genügend Zeit bleibt, um zu essen und sich auszuruhen. Vorgesehen ist, die Kinder beim Schulhaus in Schinznach-Dorf abzuholen und nach Oberflachs zu bringen. Die Kinder ab der 3. Primarklasse sollen den Schulweg eigenverantwortlich zurücklegen.

«Eine Ablehnung dieses Geschäfts hätte weitreichende Konsequenzen», gibt der Gemeinderat zu bedenken. Der Schulstandort in Oberflachs könnte nur noch für den Kindergarten weitergeführt werden. Die Kinder der 1. und 2. Primarklasse aus Oberflachs müssten also nach Schinznach-Dorf transportiert werden, «wofür wiederum dieselben Kosten anfallen würden», so der Gemeinderat. Und weiter:

«Die Schulräume in Oberflachs würden leer stehen und gleichzeitig hätte es am Standort Schinznach-Dorf zu wenig Platz, um den Unterricht für alle Kinder aus beiden Ortsteilen durchführen zu können, was wiederum kostenintensive bauliche Massnahmen nach sich ziehen würde.»

Angesichts der Bautätigkeit würde in naher Zukunft der Schulraum am Standort Schinznach-Dorf weiter knapp und es würden erneut Kosten für die Schaffung neuen Schulraums anfallen.

Kredit überschritten bei neuem Feuerwehrmagazin

Ebenfalls zur Diskussion stehen an der Gemeindeversammlung am Freitag, 11. Juni, die Jahresrechnung 2020 – diese schliesst mit einem Aufwandüberschuss von rund 112'000 Franken ab –, die unveränderte Gemeinderatsentschädigung für die Amtsperiode 2022–25, der Kostenanteil von rund 70'200 Franken für die Sanierung der Abwasserleitung und des Pumpenschachtbauwerks beim Schwimmbad Schinznach, Einbürgerungen sowie drei Kreditabrechnungen.

Um knapp 163'800 Franken überschritten wurde der Kredit für den Neubau des Feuerwehrmagazins im Gewerbepark. Gemäss Gemeinderat wurden beim Investitionskreditantrag die Kostengenauigkeit zu wenig berücksichtigt und deshalb keine Reserven gebildet. Auch seien die Ausstattungen von rund 70'000 Franken nicht integriert worden. Aber: «Im Vergleich mit anderen neu gebauten Feuerwehrmagazinen sind die Investitionskosten ausserordentlich tief ausgefallen», fügt die Behörde an. «Dies dank der Gegebenheit, dass das Feuerwehrmagazin zusammen mit dem Gewerbepark erstellt und darin integriert werden konnte.»

Gemeindeversammlung Freitag, 11. Juni, 20 Uhr, Mehrzweckhalle.