Swisslos-Beiträge
Schenkenberg-Debakel: Kulturchef des Kantons wusste nichts von Problemen

Der Kanton informierte den Verein Oper Schenkenberg schon 2014, dass die finanzielle Unterstützung tiefer ausfallen würde. Von den Problemen, die zum Konkurs führten, wusste Kulturchef Thomas Pauli nach eigenen Angaben nichts.

Drucken
Teilen
Thomas Pauli-Gabi, Leiter Abteilung Kultur beim Kanton.

Thomas Pauli-Gabi, Leiter Abteilung Kultur beim Kanton.

Sandra Ardizzone

Bei allen drei bisherigen Produktionen der Oper Schenkenberg hat sich der Kanton mit Swisslos-Beiträgen finanziell beteiligt. 2010 sprach der Regierungsrat für «Carmen» einen Beitrag von 120 000 Franken und eine Defizitgarantie von 80 000 Franken. 2013 war die Unterstützung markant höher: Für «Il Trovatore» gab es 350 000 Franken aus dem Swisslos-Fonds und eine Defizitgarantie von 50 000 Franken.

Oper Schenkenberg: Impressionen der drei Opern-Aufführungen von 2016, 2013 und 2010 Aufbauarbeiten für das Stück «Rigoletto» der Oper Schenkenberg (2016)
23 Bilder
Aufbauarbeiten für das Stück «Rigoletto» der Oper Schenkenberg (2016)
Aufbauarbeiten für das Stück «Rigoletto» der Oper Schenkenberg (2016)
Aufbauarbeiten für das Stück «Rigoletto» der Oper Schenkenberg (2016)
Peter Bernhard, Intendant der Oper Schenkenberg, begrüsst die Gäste zur Aufführung von «Rigoletto» (2016)
Peter Bernhard, Intendant der Oper Schenkenberg, begrüsst die Gäste zur Aufführung von «Rigoletto» (2016)
Die Oper Schenkenberg zeigt «Rigoletto» (2016)
Die Oper Schenkenberg zeigt «Rigoletto» (2016)
Die Oper Schenkenberg zeigt «Il Trovatore» (August 2013)
Oper Schenkenberg
Die Oper Schenkenberg zeigt «Il Trovatore» (August 2013)
Die Oper Schenkenberg zeigt «Il Trovatore» (August 2013)
Die Oper Schenkenberg zeigt «Il Trovatore» (August 2013)
Die Oper Schenkenberg zeigt «Il Trovatore» (August 2013)
Die Oper Schenkenberg zeigt «Il Trovatore» (August 2013)
Aufbauarbeiten für das Stück «Carmen» der Oper Schenkenberg (2010)
Blick in die Stierkampfarena der Oper Schenkenberg, in der die Oper «Carmen» gespielt wird. (2010)
Aufbauarbeiten für das Stück «Carmen» der Oper Schenkenberg (2010)
Premiere von «Carmen» in der Oper Schenkenberg (2010)
Die Oper Schenkenberg zeigt «Carmen» (August 2010)
Die Oper Schenkenberg zeigt «Carmen» (August 2010) Carmen Premiere Oper Schenkenberg 11. August 2010, Schinznach-Dorf
Die Oper Schenkenberg zeigt «Carmen» (August 2010)
Die Oper Schenkenberg zeigt «Carmen» (August 2010)

Oper Schenkenberg: Impressionen der drei Opern-Aufführungen von 2016, 2013 und 2010 Aufbauarbeiten für das Stück «Rigoletto» der Oper Schenkenberg (2016)

Diese wurde laut Thomas Pauli, Leiter der Abteilung Kultur beim Kanton, auch ausbezahlt. Viel weniger tief griff der Aargau für «Rigoletto» in die Tasche: «2016 hat der Regierungsrat 50 000 Franken für die Produktion gesprochen, dies ohne Defizitgarantie», sagt Pauli.

Weshalb hat der Kanton die finanzielle Unterstützung so massiv reduziert? «Mit einer Reduktion des Gesamtbudgets gegenüber ‹Il Trovatore› um 40% und dem laut dem eingereichten Gesuch grossen Sponsoring-Engagement von rund 40 Firmen war ein Beitrag von 50 000 Franken angemessen», sagt der kantonale Kulturchef. Dieser Betrag liege im Bereich der Swisslos-Fonds-Beiträge an Aargauer Operetten-Produktionen, die sich bei rund 40 000 Franken bewegten.

Thomas Pauli betont: «Dem Verein Oper Schenkenberg wurde bereits im März 2014, also lange vor der konkreten Planung von ‹Rigoletto›, von Seite des Departements Bildung, Kultur und Sport schriftlich mitgeteilt, dass eine Unterstützung einer neuen Produktion in der Grössenordnung von ‹Il Trovatore› ausgeschlossen sei und dass sich ein möglicher Beitrag an jenen für Klassikevents von regionaler Bedeutung orientieren würde.» Pauli erklärt weiter, er habe von den finanziellen Schwierigkeiten der Oper Schenkenberg, die nun zum Konkurs des Vereins führten, nichts gewusst.

Oper Schloss Hallwyl reicht

Thomas Pauli bedauert den Konkurs des Vereins, hält mit Blick auf die Zuschauerzahlen aber fest: «Die Nachfrage des Publikums nach Freilicht-Opernaufführungen scheint gesättigt.» Diesen Schluss müsse man nach der dritten Aufführung der Oper Schenkenberg ziehen.

Bestätigt werde dieser Eindruck auch durch die rückläufigen Besucherzahlen der Oper von Avenches und der Solothurn Classics. «Im Aargau zeigt sich, dass mit der alle drei Jahre stattfindenden Oper Schloss Hallwyl, die zu einer Tradition im kantonalen Kulturkalender geworden ist und eine fast hundertprozentige Auslastung aufweist, das Bedürfnis der hiesigen Bevölkerung nach qualitätsvollen Opern im Freien gedeckt ist.»

Aktuelle Nachrichten