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«Schaffen, Schlafen und Probieren»: Er misst sich mit den besten Köchen

André Kneubühler ist der beste Jungkoch 2019.

André Kneubühler ist der beste Jungkoch 2019.

André Kneubühler vom Bözberger Ortsteil Gallenkirch ist einer der acht Halbfinalisten des Goldenen Kochs 2021. Für Kneubühler gilt es am ersten Wettbewerbstag, dem 5. Oktober, ernst. Je nach Qualifikation muss er sich aber bis am Folgetag gedulden, um zu erfahren, ob er den Einzug ins Finale geschafft hat oder nicht.

Eigentlich ist es ein beliebter Publikumsanlass, aber aufgrund der Coronasituation und der herrschenden Vorschriften kann das Halbfinale des Goldenen Kochs 2021 nicht wie gewohnt im Einkaufszentrum Glatt in Wallisellen stattfinden. Nichtsdestotrotz stellen acht Halbfinalisten (sieben Männer und eine Frau) ihre Kochkünste am 5. und 6. Oktober – unter Ausschluss der Öffentlichkeit – unter Beweis. Einer von ihnen ist der 27-jährige André Kneubühler.

Das im Bözberger Ortsteil Gallenkirch aufgewachsene Kochtalent qualifizierte sich vor knapp zwei Jahren mit dem Titel «Marmite Youngster 2019» für das Halbfinale Goldener Koch – die Schweizer Kochkunst-Meisterschaft (ohne Alterslimite). Aktuell verbringt André Kneubühler jede freie Minute mit den Vorbereitungen für den Wettbewerb in der höheren Liga. Dazu darf er während der Zimmerstunde und in der Freizeit auch die Küche seiner Arbeitgeberin Tanja Grandits im Basler Restaurant Stucki nutzen.

Vegetarische Vorspeise mit je einem Wachtelei

Für Kneubühler gilt es am ersten Wettbewerbstag, dem 5. Oktober, ernst. Je nach Qualifikation muss er sich aber bis am Folgetag gedulden, um zu erfahren, ob er den Einzug ins Finale am 15. März 2021 im Kursaal Bern geschafft hat oder nicht.

Alle Rezeptdetails verrät Souschef Kneubühler – verständlicherweise – der AZ noch nicht. Nur so viel: Für das Einrichten der Küche stehen ihm im Halbfinale 45 Minuten zur Verfügung. Die Meisterschaft beginnt mit dem Zubereiten einer vegetarischen Vorspeise. Pro Jurymitglied muss diese ein Wachtelei enthalten. Spätestens nach einer Stunde müssen die Teilnehmer vier Teller an die Jury und einen an den Fotografen schicken.

Wettbewerbsbedingungen seit zweieinhalb Monaten bekannt

«Da meine Partnerin Vegetarierin ist, kann sie im Vorfeld nur diesen Gang ausprobieren», erzählt der Bözberger, der seine Kochlehre im Restaurant Post in Bözen absolviert hatte. Da bereits 45 Minuten nach dem ersten Gang die Fischvorspeise geschickt wird, muss jeder Handgriff perfekt sitzen. Für das Zubereiten des Zwischengangs bekommen die Teilnehmer je 500 Gramm Eglifilet sowie für den Hauptgang eine Schweinshaxe und ein Schweinseckstück. Alle anderen Zutaten müssen die Köche selber mitbringen.

Die Wettbewerbsbedingungen sind den Teilnehmern seit zirka zweieinhalb Monaten bekannt. Bis spätestens am 7. September mussten alle ihre Rezepte in Form von Fotos oder Zeichnungen einreichen, ohne die genauen Rezepturen mitzuliefern. Denn jetzt geht es darum, das eingereichte Rezept zu perfektionieren und vor allem schneller zu werden. «Der Zeitfaktor ist eine grosse Herausforderung», räumt André Kneubühler ein. Kein Wunder, hat er nachts auch schon von seinen Gerichten geträumt.

«Ich kann im «Stucki» noch immer sehr viel lernen»

Ein Dessert wird beim Goldenen Koch nicht verlangt. In der Spitzengastronomie wird dieses Metier den Patissiers überlassen. Hingegen ist der beste Jungkoch der Schweiz dankbar für Tipps und Tricks von «Stucki»-Chef-Patissier Silvan Holenstein, der schon an nationalen Meisterschaften teilgenommen hat. Tanja Grandits und Küchenchef Marco Böhler stehen Kneubühler im Restaurant Stucki ebenfalls unterstützend zur Seite. «Ich fühle mich hier megawohl und kann noch immer sehr viel lernen», sagt der 27-Jährige. Deshalb will André Kneubühler mit der Übernahme eines eigenen Restaurants noch ein bis zwei Jahre warten.

«Bis zum Halbfinale besteht mein Leben nur noch aus Schaffen, Schlafen und Probieren», fasst der Bözberger zusammen. «Ich hoffe natürlich, dass sich der grosse Aufwand lohnt.» An Motivation fehlt es dem Souschef nicht. «Es ist eine absehbare Zeit. Ich freue mich darauf, danach wieder mehr Zeit mit meiner Familie und meinen Kollegen verbringen zu können.»

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