Wird nicht verschmutztes Wasser, beispielsweise nach Regen, in die Kanalisationsleitungen abgeleitet, muss es – vermischt mit dem Schmutzwasser – in der Abwasserreinigungsanlage (ARA) aufwendig gereinigt werden. Das Gewässerschutzgesetz sowie die kantonalen Vorgaben verpflichten die Gemeinden deshalb, das nicht verschmutzte Wasser im Boden versickern zu lassen oder andernfalls in ein oberirdisches Gewässer einzuleiten.

Im Gebiet Stapfer in Brugg fehlt – wegen des felsigen Untergrunds – die Möglichkeit der Versickerung. Das nicht verschmutzte Wasser soll künftig deshalb östlich des Schulhauses Hallwyler der Aare zugeführt werden.

Der Zeitpunkt für die Umsetzung dieser Massnahme ist laut Stadtrat ideal. «Die Gesamtsanierung des Schulhauses Stapfer ermöglicht es, dass mit der umfassenden Erneuerung der Infrastrukturleitungen auch das Dach- und Sickerwasser separat abgeleitet werden kann», führt der Stadtrat in seiner Botschaft an den Einwohnerrat aus. Im besagten Gebiet befinden sich fünf Brunnen, die ebenfalls über die geplante neue Sauberwasserleitung entwässert werden können. Weiter soll das Dach- und Sickerwasser der angrenzenden Liegenschaften – «soweit wirtschaftlich machbar» – in die neue Leitung geführt werden.

Im Einwohnerrat steht ein Kredit von 590000 Franken für den Neubau einer Sauberwasserleitung im Gebiet Stapfer zur Diskussion. zvg

Im Einwohnerrat steht ein Kredit von 590000 Franken für den Neubau einer Sauberwasserleitung im Gebiet Stapfer zur Diskussion. zvg

Brunnen werden angeschlossen

Die Linienführung der Sauberwasserleitung wird so gewählt, dass alle fünf Brunnen angeschlossen werden können: Stapferschulhausbrunnen, Hallwylerbrunnen, Spiegelbrunnen, Kirchhofbrunnen sowie Spittelbrunnen. Unterteilt ist die Sauberwasserleitung mit einer Gesamtlänge von 221 Metern in vier Abschnitte. Diese sind gemäss Behörde abhängig von der Ausführung sowie den unterschiedlichen Durchmessern, die von 160 bis 400 Millimetern variieren. Für die Bemessung der Leitungen sei vorwiegend das anfallende Dachwasser massgebend, das bei Regenwetter von den grossen Dachflächen der anzuschliessenden Gebäude anfällt, hält der Stadtrat fest. «Die Brunnen mit ihren konstanten, ablaufenden Wassermengen sowie die Drainageleitungen sind dabei wenig relevant.»

Der Bau der Sauberwasserleitung ist koordiniert geplant mit der notwendigen Erneuerung der Infrastrukturanlagen unter der Strasse. Auf diese Weise könnten Synergien genutzt werden.

Gebaut wird ab 2018

Um die Behinderungen für den Schulbetrieb sowie die Anwohnerschaft so gering wie möglich zu halten, werden die Arbeiten etappenweise ausgeführt. Vorgesehen sind sie im Verlaufe der Jahre 2018 und 2019. «Die direkt Betroffenen sowie die Schulhausleitungen werden durch die Bauleitung laufend informiert», so die Behörde. Auskunft geben überdies Informationstafeln. Gerechnet wird mit Investitionskosten von 590 000 Franken. Der Kredit steht an der kommenden Sitzung des Einwohnerrats zur Diskussion.

Mit dem Neubau umgesetzt werden kann, fasst der Stadtrat zusammen, eine wichtige Massnahme der Generellen Entwässerungsplanung (GEP) und geleistet werde ein weiterer Beitrag zur Erfüllung der Gewässerschutzvorschriften.

Einwohnerrat Freitag, 10. März, 19.30 Uhr, Rathaussaal.