Schinznach-Bad/Brugg
Sanierung der Kantonsstrasse - die Nässe behindert die Bauarbeiten

Der langanhaltende Regen der letzten Wochen führte zu Verzögerungen der Bauarbeiten. Um nicht zu viel Zeit zu verlieren, wurde der Bauablauf bei der Kantonsstrasse angepasst.

Michael Hunziker
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Die Kantonsstrasse wird auf einer Länge von rund 2,2 Kilometern verbreitert und mit Radstreifen ver- sehen. Die bestehende bergseitige Stützmauer muss teilweise abgebrochen und neu errichtet, teilweise saniert werden.

Die Kantonsstrasse wird auf einer Länge von rund 2,2 Kilometern verbreitert und mit Radstreifen ver- sehen. Die bestehende bergseitige Stützmauer muss teilweise abgebrochen und neu errichtet, teilweise saniert werden.

Michael Hunziker

Stark ist das Verkehrsaufkommen, knapp sind die Platzverhältnisse, aufwendig sind die Bauarbeiten: Die Kantonsstrasse zwischen Schinznach-Bad und Brugg wird derzeit umfassend saniert und mit Radstreifen ergänzt. Begonnen haben die Tätigkeiten im April dieses Jahres. Ganz nach Plan können sie indes nicht ausgeführt werden.

Verzögerung von rund zwei Wochen

«Aufgrund der intensiven Niederschläge kommen die Arbeiten nicht so schnell voran wie ursprünglich vorgesehen», sagt Kreisingenieur Giuliano Sabato vom kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU). «Durch die anhaltenden Regenfälle haben wir eine Verzögerung von rund zwei Wochen.» Die Verantwortlichen sind aber zuversichtlich, dass der ursprüngliche Terminplan – mit dem Abschluss im Oktober – trotzdem eingehalten werden kann. «Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Arbeiten nicht weiterhin durch ungünstiges Wetter behindert werden», betont Sabato.

Vor allem der Belagseinbau wurde durch das feuchte Wetter verzögert. «Um nicht zu viel Zeit zu verlieren, wurde der Bauablauf geändert und die Realisierung des Werkleitungsblocks und die Verbreiterungsarbeiten an der Strasse Richtung Brugg vorgezogen», führt Sabato aus. «Als Nächstes werden bei entsprechender guter Witterung die Tätigkeiten im Bereich der Stützmauern fortgesetzt.»

Situation wird überwacht

Zur Erinnerung: Mit der Belagssanierung der Kantonsstrasse wird auch die Lücke im Radwegnetz mit beidseitigen Radstreifen geschlossen. Die Kantonsstrasse muss dafür auf einer Länge von rund 2,2 Kilometern auf bis 9 Meter verbreitert werden. Dafür wird die bestehende bergseitige Stützmauer teilweise abgebrochen und neu errichtet. «Bisher sind rund zwei Drittel der bergseitigen Verbreiterung inklusive Werkleitungsblock ausgeführt worden. Der Aushub im Bereich des ersten Bauabschnittes der Stützmauer ist ebenfalls erfolgt», sagt Sabato. «Kommende Woche wird die talseitige Bauphase von der Einmündung Aquarena Richtung Brugg in Angriff genommen.»

Wegen der engen Verhältnisse – mit Kantonstrasse und SBB-Linie in unmittelbarer Nähe – stelle die Ausführung der Stützmauer erhöhte Anforderungen und verlange eine detaillierte Planung, fährt der Kreisingenieur fort. Zurzeit werde die erforderliche Schalung der neuen Stützmauern optimiert, um diese möglichst sicher, schnell und kostengünstig zu realisieren.

«In den nächsten, hoffentlich trockenen Tagen, wird die Böschung mit Armierungsnetzen und sogenanntem Spritzbeton zusätzlich gesichert, sodass danach die neuen Fundamente sowie die Mauer betoniert werden können», hält Sabato fest. Gerüchte, die Arbeiten seien ins Stocken geraten, weil die Berechnungen für die Statik der neuen Stützmauern nicht stimmen und überprüft werden müssten, weist der Kreisingenieur zurück. «Nur das Wetter hat für Verzögerungen gesorgt.»

Geologe begutachtet Hang

Wie gross ist die Gefahr, dass der Hang nach dem anhaltend schlechten Wetter und der Nässe ins Rutschen geraten kann? Der Hang sei nach der ersten Aushubetappe der Stützmauer durch einen Geologen begutachtet worden, antwortet Sabato. Das Felsmaterial sei erwartungsgemäss meist kompakt – also in einem Zustand, wie schon damals bei der Planung im geologischen Bericht erwähnt wurde.

«Bei stärkeren Regenfällen läuft wohl Wasser in die horizontalen Schichten, was jedoch gemäss Geologe keine Auswirkungen für die Stabilität darstellt», führt Sabato weiter aus. Anders ausgedrückt: «Es besteht keine Gefahr, dass der Hang ins Rutschen geraten könnte.» Trotzdem werde die Situation laufend überwacht und immer wieder neu beurteilt, versichert der Kreisingenieur.

Tagsüber Lichtsignal im Einsatz

Als grösste Herausforderung bezeichnet Sabato den Umstand, die Arbeiten unter Verkehr – die Rede ist von durchschnittlich über 12 000 Fahrzeugen pro Tag – auszuführen und dabei die Behinderungen möglichst klein zu halten und die Sicherheit zu gewährleisten. Während den Hauptverkehrszeiten wird der Verkehr zweispurig geführt. Von 8 bis 16.30 Uhr stehen ein Lichtsignal sowie ein Verkehrsdienst im Einsatz. Dieses Baustellenkonzept sei bisher zufriedenstellend, auch wenn ein paar Einschränkungen in Kauf genommen werden müssten, stellt Sabato fest.

Er erwähnt den Aufwand beim Einrichten und Abräumen sowie die dadurch beschränkten Arbeitszeiten. Immerhin: Zu Reaktionen sei es mit Ausnahme einer Reklamation bisher nicht gekommen. Erfreulich ist, fasst Sabato zusammen, dass trotz den nicht immer einfachen Rahmenbedingungen dem Unternehmer «durch Einsatz und Planung» der Baufortschritt gut gelungen ist. Für die Sanierung und den Ausbau der Kantonsstrasse wird mit Kosten von rund 4,8 Mio. Franken gerechnet.