Windisch
Sanierung der Bezirksschule kostet Steuerzahler 1 Mio. mehr als budgetiert

7,7 statt 6,7 Millionen Franken hat die Sanierung der Bezirksschule gekostet. Schuld sind Projektänderungen – die alten Stühle verursachten Löcher im neuen Boden – und Personalwechsel. Ein externer Projektleiter kam gegen Schluss zum Einsatz.

Claudia Meier
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Bezirksschule Windisch nach der Sanierung: Früher bröckelte die Betonfassade.

Bezirksschule Windisch nach der Sanierung: Früher bröckelte die Betonfassade.

Michael Hunziker

Mit der Sanierung des Bezirksschulhauses Windisch erhielt der baufällige, graue Betonklotz mit Baujahr 1965 eine Verjüngungskur mit farbiger Aussenfassade (die az berichtete). Auslöser für die umfassenden Bauarbeiten war die defekte Fassade. Mehrmals fielen Betonstücke auf den Pausenplatz. «Das ist ein grosser Happen für den Windischer Steuerzahler», sagte der damalige Gemeindeammann Hanspeter Scheiwiler im Juni 2012, als die Schulhaussanierung mit einem Budget von 6,7 Millionen Franken in Angriff genommen wurde. Er hatte recht, wie ein Blick in die Botschaft des Gemeinderats an den Einwohnerrat zeigt.

Der Gemeinderat genehmigte bereits im Herbst 2012 und im Februar 2013 kleinere Zusatzkredite und der Verpflichtungskredit kletterte total auf über 7 Millionen Franken. Dennoch resultierte bei der Schlussabrechnung ein Loch von rund 615 800 Franken in der Kasse.

Externer Projektleiter

Bedingt durch Personalmutationen in der Abteilung Planung und Bau habe die Projektleitung einige Male gewechselt, so der Gemeinderat. Am Schluss hatte eine externe Fachperson diese Aufgabe inne. Die Bauarbeiten während des Schulbetriebs hätten viele Diskussionen und grossen Koordinationsaufwand erfordert. In der zweiten Phase der Sanierung sei es gelungen, mit einem gemeinsamen Informationsaustausch die schwierigen Situationen aufzufangen.

Die Verpflichtungskredite für die Sanierung beinhalteten einen Risikofaktor. Für Unvorhergesehenes waren 600 000 Franken vorgesehen, was nicht ausreichte. Auch Projektänderungen hätten zu grösseren Zusatzkrediten geführt. «Zudem zeigte sich, dass die bestehenden Stühle im neuen Boden Löcher verursachten und nicht konform sind», erläutert der Gemeinderat ein Beispiel.

Um allfällige Kritik an der kommenden Einwohnerratssitzung, wenn über die Kreditabrechnung abgestimmt wird, vorzubeugen, zählt die Exekutive in der Botschaft gleich auf, was sie bei künftigen Projekten anders machen will.

Einwohnerratssitzung 22. und 29. Oktober um 19 Uhr, Gemeindesaal, Gemeindehaus 8. Stock, Windisch.

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