Jetzt liegt der Bericht des Beurteilungsgremiums vor. Verläuft alles nach Plan, beginnen 2019 die Bauarbeiten, der Bezug könnte zwei Jahre später erfolgen. Die Kosten für das Vorhaben belaufen sich auf gegen 19 Mio. Franken.

Alles in allem entstehen werden voraussichtlich 38 neue Wohnungen mit 21/2 bis 51/2 Zimmern sowie vier flexible Einheiten, die auch als Gewerberäume genutzt werden können.

Die Wohnungen sind laut Graphis-Architekt Michael Tschofen geeignet für alle Generationen, für Ein- oder Zwei-Personen-Haushalte genauso wie für Familien.

Bewusst werde nicht nur ein bestimmtes Segment abgedeckt, die Bau- und Wohngenossenschaft lege Wert auf eine gute Durchmischung. «Ermöglicht werden soll ein angenehmes Zusammenleben.»

Gross geschrieben werde ebenfalls das Stichwort Nachhaltigkeit, fährt Tschofen fort, sowohl bei Gebäuden – Energiekennwerte und ökologische Anforderungen – als auch beim Ausbau der Wohnungen.

«Gemini» machte das Rennen

Mit dem Studienauftrag für die Siedlung «Am Rain» beauftragt wurde die arc Consulting aus Zürich.

Acht Architekturbüros wurden ausgesucht. Das Rennen machte schliesslich das Projekt «Gemini» des Teams Adrian Streich Architekten AG mit Schmid Landschaftsarchitekten GmbH aus Zürich.

In einer umfangreichen Machbarkeitsstudie seien im Vorfeld verschiedene Szenarien verglichen worden, sagt Architekt Tschofen.

Geprüft wurden ebenfalls eine Sanierung, ein Umbau oder eine Erweiterung. Auch wenn es ein grosser Schritt sei, habe sich herausgestellt, dass ein Neubau am sinnvollsten sei.

Denn die Probleme, die sich in den bestehenden Liegenschaften stellen, seien teilweise nicht ohne weiteres zu beheben.

Als Stichworte erwähnt Tschofen die schlechte Schallisolation und Wärmedämmung. Dazu kämen Bauschäden wie Risse und Absenkungen. Ebenfalls fehle ein Lift, die Wohnungen seien weder behindertengerecht noch alterstauglich.

Weil die Graphis nachhaltig mit den Ressourcen umgehen wolle, sei der Ersatz eine vernünftige Lösung. Angestrebt werde auch eine angemessene Verdichtung.

Nachbarhäuser folgen später

Die heutigen Bewohner wissen laut Tschofen seit 2010, dass an den Graphis-Siedlungen Bauarbeiten anstehen.

Seit letztem Jahr sei klar, dass die 1949 erstellten Mehrfamilienhäuser in Brugg abgebrochen und ersetzt werden. Anders gesagt: «Es bleibt genug Zeit, sich nach etwas Neuem umzuschauen.»

Die Graphis sei ihren Genossenschaftern bei der Wohnungssuche soweit möglich behilflich. Frei werdende Wohnungen in anderen Graphis-Siedlungen würden überdies prioritär an die Genossenschafter abgegeben.

In Brugg beispielsweise befindet sich eine weitere Liegenschaft an der Dahlienstrasse. Wichtig sei die offene Kommunikation, betont Tschofen. Diese werde von den Mietern – so zeigen gemäss dem Architekten die Reaktionen – auch geschätzt.

Durchgeführt wurde der Studienauftrag übrigens zusammen mit der Baugenossenschaft SVEA mit Sitz in Thalwil. Diese besitzt an der Zurzacherstrasse die benachbarten zwei Mehrfamilienhäuser.

Die neue Siedlung, soviel steht fest, wird etappenweise entstehen. Die zweite Etappe – auf der angrenzenden Parzelle der Genossenschaft SVEA – wird wegen des anderen Sanierungszyklus der Häuser zu einem späteren Zeitpunkt realisiert.