Eigentlich sind die Lebensmittel viel zu schön zum Essen. Die mit roten, grünen, orangen oder violetten Kräutern und Gemüsen gefüllten Glasgefässe würden sich auch gut für die Wohnungsverschönerung eignen. «Wir trocknen alles mit dem Dörrex», erklären Peter und Britta Schär (46) aus Auenstein, «das ist schonend und so bleiben der Geschmack und die Farbe besser erhalten.»

Gemeinsam mit ihren Söhnen, Aron, Elia und Tiss, stecken sie mitten in den Vorbereitungen zum Pfalz-Märt in Veltheim. Dort werden sie Pilze, Gemüse, getrocknete Kräuter, Konfitüre sowie dekorative Hauswurzschalen und Versteinerungen verkaufen. Bereits zum 13. Mal nehmen sie an diesem Anlass teil. Das Ehepaar gerät ins Schwärmen: «Der Pfalz-Märt ist einer der schönsten Märkte. Es gibt so viele gute regionale Spezialitäten und es wird altes Handwerk gezeigt.» Deswegen bauen sie dort weiterhin ihren Stand auf, obwohl sie den Aufwand für ihr Steckenpferd reduziert haben. Pro Jahr waren sie früher an sechs bis sieben Märkten anzutreffen, mittlerweile sind es noch zwei. Schliesslich sei das Ganze einfach ein Hobby, betonen die beiden. Ihre Produkte widerspiegeln ihre Passion für die Natur. Sie machen viele Spaziergänge, von welchen sie immer etwas «hei schleicken».

Konfitüre aus Vogelbeeren

An ihrem Stand stammt fast alles aus der Region, bis auf die Versteinerungen, die suchen sie im Fricktal. Die Kräuter und der Hauswurz werden um das Haus herum angebaut. Das Gemüse wächst in gepachteten Treibbeetkästen. Um diese kümmert sich Peter Schär in seiner Mittagspause. Er arbeitet Vollzeit als Ofenwart und Friedhofsgärtner im Krematorium Aarau. Nach Feierabend wird jeweils geerntet. In Zukunft wollen Schärs allerdings weniger Gemüse anpflanzen, sondern mehr essbare Wildpflanzen sammeln. Zum Beispiel Bärlauchknospen, die in Essig eingelegt, oder Vogelbeeren, die zu Konfitüre verarbeitet werden. Sie möchten an ihrem Stand etwas Spezielles anbieten, das nicht alle haben. Angefangen hat jedoch alles mit Pilzen.

Da Peter Schär ein leidenschaftlicher Pilzsammler ist, gab es im Hause Schär immer zu viele davon. So kam ihnen die Idee, diese am Markt zu verkaufen: «Wir gingen mit unseren Pilzen hin und dachten: ‹Vielleicht bringen wir ja ein paar weg.› Zwei Stunden später waren wir komplett ausverkauft.»

Heuer sei allerdings ein schlechtes Jahr für die Pilze gewesen, zu wenig Regen und zu heiss. Trotzdem wird das Ehepaar Schär vor dem Markt noch einmal in den Wald gehen und nach Pilzen suchen. Schliesslich soll an ihrem Stand nicht nur getrocknete, sondern auch frische Ware angeboten werden.

Um 5.30 Uhr geht es los

Es gibt viel zu tun. Peter Schär hat sich diese Woche drei Tage freigenommen, um sich voll und ganz den Vorbereitungen widmen zu können. Früher reiste in dieser Zeit Brittas, mittlerweile verstorbene, Mutter aus dem Wallis an und unterstütze sie. Nun packen die Söhne und deren Freundinnen mit an.

Vor dem Markt müssen alle eine Nachtschicht einlegen, bevor sie um 5.30 Uhr mit dem Aufbau des Standes beginnen. Meistens sind Schärs die Ersten, aber sie wollen sich diese Zeit nehmen, um alles schön einzurichten. Ausserdem werde es später einfach zu eng, mit den ganze Ständen und Autos, sodass es mit dem Material kaum mehr ein Durchkommen gebe, sagen sie.

Die Familie hofft auf gutes Wetter. Bisher hatte sie fast immer Glück. Erst einmal hat es geregnet, aber sogar dann wurde viel verkauft. 20 Grad und abwechselnd Sonne und Wolken wären perfekt, findet sie, denn bei zu grosser Hitze würde ab 13 Uhr nichts mehr laufen. Doch ob Regen, Wolken oder Sonne, die Schärs freuen sich auf den Markt, schliesslich ist dieser Anlass für sie «ein Jahres-Highlight».

Pfalz-Märt Hochstamm-Markt Veltheim, Samstag, 9. September. Der Markt beginnt um 9 Uhr und endet um 17 Uhr. Anschliessend gibt es einen Raclette-Plausch. Festwirtschaft bis ca. 23 Uhr.