Vom 20. bis 29. Mai präsentiert sich im Salzhaus die Gruppe «Salon der Gegenwart» mit 12 Kunstschaffenden, die sich vor allem der figurativen Malerei verschrieben haben. Alle der Kreativen, die sich mit ihren Exponaten in Brugg präsentieren, haben eine grosse Auswahl älterer und neuerer Werke gebracht. Bis kurz vor der Vernissage wird gemeinsam mit der Salzhaus-Kunstgruppe rege diskutiert, welche Bilder selektiert werden, und wo sie ihren Platz finden sollen. «Uns ist es wichtig, dass die Arbeiten nicht für sich allein, sondern im Kontext mit den geschichtsträchtigen Räumen stehen», meint Silvia Seifert vom Ausstellungsteam vor Ort.

Das riesige Dachgeschoss mit dem alten Holzgiebeldach ist an und für sich schon museal. Jetzt kommen als Eyecatcher noch die Landschafts-Bilder von Anton Bruhin dazu; und das 18 Quadratmeter grosse Stadtpanorama von Zürich aus der Vogelperspektive, das Ercan Richter in minutiöser Detailtreue gepinselt hat. Der gebürtige Türke steuert auch eines der brisantesten Bilder zur Salzhaus-Ausstellung bei: Ermordete Kurden, die am Meeresufer liegen.

Der Kampf um die Akzeptanz

Die meisten Exponenten der 7-tägigen Ausstellung «Salon der Gegenwart» stammen aus dem Raum Zürich. Die lose Gruppierung widmet sich ausschliesslich der gegenständlichen Malerei, einem Genre, das im Kunstbereich heute einen schwierigen Stand hat.

Andrea Muheim, die mit ihren atmosphärisch dichten Szenarien in diffusen Lichtstimmungen beim Betrachter ein wahres Kopfkino zum Laufen bringt, erzählt: «An der Zürcher Hochschule der Künste gibt es kaum mehr Lehrer, die klassische Malerei unterrichten. Konzeptuelle Kunst ist angesagt.» Jonas Studer fügt hinzu: «Ästhetische, klassisch schöne Malerei wird teilweise degradiert und als uninteressant empfunden. Kunst muss heute provokativ sein, damit sie Beachtung findet. Eine schräge Idee ist oft mehr wert als wahres Können. Häufig geht dabei leider die Sinnlichkeit verloren.»

Die Salzhaus-Kunstgruppe hat das grosse Potenzial der Gruppe «Salon der Gegenwart» erkannt und sie nach Brugg geholt. Das Empfangskomitee für die Besucherinnen und Besucher bilden die wuchtigen Holzskulpturen von Werner Ignaz Jans.

Machen statt reden

Der Brugger Jonas Studer stiess dieses Jahr als Letzter zur 9-köpfigen Kunstgruppe Salzhaus, die sich 2014 völlig neu formierte und bisher die Ausstellungen «salzseh» und «Mehr Salz» präsentierte. Nach einem 7-monatigen Austauschaufenthalt an der Massey University in Neuseeland, dem er sein Bachelor-Studium anschloss, will er an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel als nächstes den Studiengang Master of Arts absolvieren.

Der Weltenbummler und ursprüngliche Primarlehrer engagiert sich gerne für seine Heimatstadt: «Sie hat ein riesiges Potenzial, auch wenn sie teilweise etwas verschlafen wirkt. Und nur darüber zu wettern bringt nichts. Ich will mich aktiv für ein lebendiges Kulturleben vor Ort engagieren.»

«Salon der Gegenwart» Vernissage am Freitag, 20. Mai, 19.30 bis 24 Uhr. Öffnungszeiten: Sa, 21.5., 12 bis 17 Uhr; So, 22.5., 11 bis 17 Uhr; Mi, 25.5., 19 bis 22 Uhr; Fr, 27.5., 19.30 bis 22 Uhr; Sa, 28.5., 12 bis 18.30 Uhr. Finissage So, 29.5., 12 bis 17 Uhr.