Brugg
Saisonstart verschoben: Die Badi-Sanierung hat es in sich

Die Saisoneröffnung im Brugger Freibad verschiebt sich um vier Wochen auf Pfingstsamstag. Während des Bauprozesses kamen immer wieder Altlasten zum Vorschein.

Michael Hunziker
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Freibad-Sanierung in Brugg
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Beim Planschbecken steht ein neues Gebäude.
Das Garderobengebäude ist entkernt worden, derzeit laufen die Arbeiten im Innern.
Derzeit laufen die Arbeiten im Innern des Garderobengebäudes und der Servicetrakte.
Derzeit laufen die Arbeiten im Innern des Garderobengebäudes und der Servicetrakte.
Derzeit laufen die Arbeiten im Innern des Garderobengebäudes und der Servicetrakte.
Die Servicetrakte sind mit vorfabrizierten Wand- und Deckenelementen erstellt worden.
Die Servicetrakte und das Garderobengebäude werden erneuert.
Eingriff in das bestehende Garderobengebäude - gefragt war ein sensibler Umgang mit diesem Bau.
Servicetrakt und Garderobengebäude von der Rutsche aus gesehen.

Freibad-Sanierung in Brugg

Michael Hunziker

Das Brugger Freibad ist ein Publikumsmagnet und soll auf die kommende Saison noch attraktiver werden: Derzeit laufen die Erneuerungsarbeiten. Diese werden etwas teurer und dauern länger als geplant.

Mit der Sanierung des Garderobengebäudes sowie mit den beiden neuen Servicetrakten und dem Pavillon beim Planschbecken werde das Freibad in seinen speziellen Qualitäten gestärkt, sagt Jörg Steinhardt, Projektleiter bei der Abteilung Planung und Bau in Brugg. Nicht nur für die Badegäste, sondern auch für die Betreiber, denn: «Zukünftig sollen die Anlagen auch bedeutend einfacher und effizienter bewirtschaftet und unterhalten werden können. Alle Betriebsräume werden nach den heutigen Bedürfnissen optimiert, neu dimensioniert und an sinnvoller Lage angeordnet.»

Der Stadtrat habe sich, fügt Steinhardt an, vor mehreren Jahren das Ziel gesetzt, die Anlage zeitgemäss zu erhalten – mit bewusst gesteuerten Massnahmen. Für die derzeit laufende dritte Sanierungsetappe bewilligte der Einwohnerrat im Oktober 2015 einen Kredit von 1,89 Mio. Franken. «Die Gebäude des Freibads, dazu gehören das Garderobenhauptgebäude sowie die Servicetrakte Nord und Süd, waren allgemein in schlechtem bis sehr schlechtem Zustand», führt der Projektleiter aus. «Sie entsprachen nicht mehr den heutigen Anforderungen.» Gleiches gelte für die haustechnischen Anlagen.

Photovoltaikanlage ist installiert

Der Baubeginn erfolgte im September des letzten Jahres. Das Garderobenhauptgebäude wurde entkernt, die Nebengebäude abgebrochen. Die Montage der 18 vorfabrizierten Wand- und Deckenelemente der Servicetrakte Nord und Süd konnte Mitte November abgeschlossen werden. Auf dem Hauptgebäude wurde das Dach mit Eternit-Wellplatten neu gedeckt und eine Photovoltaikanlage installiert.

Mittlerweile sind die Gebäudehüllen geschlossen, die inneren Oberflächenbehandlungen beendet. Die Aussenanlagen auf der Seite der Badi sind angeschlossen, die technischen Rohinstallationen erstellt, die Plattenarbeiten abgeschlossen. Aktuell laufen der Innenausbau – erstellt werden die Trennwände – sowie die Vorbereitungen für die Montage der Sanitärelemente, die Fertigstellung der Elektro- und Lüftungsinstallationen, die Erneuerung der Badewassertechnik für das Planschbecken, die Geländermontagen sowie die Möblierungen.

Es gab viele Altlasten

Im Zuge der Bauarbeiten wurde festgestellt, fährt Steinhardt fort, dass es unverhältnismässig viele Altlasten gab. Als Stichworte nennt er die toten oder maroden Leitungen, die brüchigen Betonplatten oder den Zustand des Bereichs zwischen Kanalstrasse und Fassade Ost. Als weitere Herausforderung bezeichnet er die Lage der Freibad-Parzelle unmittelbar an der Aare. Laut der Gefahrenkarte Hochwasser befindet der zur Sanierung vorgesehene Teil zwar in einer geringen Gefahrenzone, der durchgeführte Hochwasserschutznachweis habe aber dennoch eine erforderliche Schutzquote von 70 Zentimetern ergeben. Will heissen: «Alle technischen Installationen wurden folglich mindestens 80 Zentimeter über Bodenniveau angeordnet.»

Ein spezielles Augenmerk sei überdies gerichtet worden auf den Eingriff in das bestehende Garderobengebäude. «Ein besonders sensibler Umgang mit diesem schlanken und elegant geformten Gebäude war gefragt», stellt Steinhardt fest. Unterschiedlich seien schliesslich die Anforderungen an die Raumtrennwände im nördlichen und südlichen Servicetrakt. «Hier spielen Schutz der Privatsphäre, Dichtigkeit und Spritzwasser eine Rolle.» Bei den Böden musste, so die Auflage des Gewässerschutzes, unter anderem eine Auffangwanne für den Säureraum erstellt werden.

Ursprünglich vorgesehen war die Eröffnung des Freibads im Mai. Bedingt durch die kalten Temperaturen im Winter hätten wichtige Arbeiten nicht wie geplant ausgeführt werden können, sagt der Projektleiter. Dadurch verschiebt sich die Eröffnung um vier Wochen auf Pfingstsamstag, 3. Juni. Durch die lange Frostperiode sowie die weiteren Überraschungen und Herausforderungen während der Sanierung kann voraussichtlich auch der Kostenrahmen nicht eingehalten werden. «Momentan gehen wir davon aus, dass der Baukredit um etwas mehr als 10 Prozent überschritten wird», so Steinhardt.

Wohnmobilstellplatz: Abklärungen erfordern Geduld

Im letzten Jahr war ein Wohnmobilstellplatz bei der Brugger Badi im Gespräch. Mittlerweile ist es ruhig geworden um die Pläne. «Die Eingabe an die Stadt Brugg wegen des Wohnmobilstellplatzes bei der Badi blieb bisher leider noch unbeantwortet», sagt Dietrich Berger, ehemaliger Präsident des Vereins Tourismus Region Brugg. Aber er sei guten Mutes, «dass sich auch da bald etwas bewegen wird». Schon länger verfolgt wird ein Projekt bei der Badi Villnachern. «Wir sind derzeit auf Geldsuche für die Finanzierung», so Berger weiter. Ob die Eröffnung noch in diesem Jahr möglich ist, könne noch nicht gesagt werden. (CM)

Bedürfnisse werden abgeholt

Mit dem heutigen Stand der Bauarbeiten seien die Beteiligten zufrieden, die Stimmung sei gut, ergänzt er. «Während des Planungs- sowie Bauverlaufs wurden die Nutzer frühzeitig eingebunden.» Sowohl das Badi-Team mit Chefbademeister Pius Huber als auch die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG sowie der Kanuclub-Brugg werden weiterhin – bis zur Fertigstellung – zu ihren Bedürfnissen befragt und abgeholt werden, verspricht Steinhardt.

Ziel und Zweck der Sanierung sei es, ein Wohlfühlerlebnis für alle bieten zu können, fasst er zusammen. «Es entstehen grosszügige Räumlichkeiten mit guter Orientierungsmöglichkeit, ansprechenden Materialien, Farben und Oberflächen.»