Verein Kulturgrund
Saisoneröffnung in Schinznach-Dorf: Der Kulturherbst kann kommen

Mit dem Abriss des Realschulhauses hatte auch der Verein Kulturgrund Schinznach-Dorf keinen Veranstaltungsort mehr. Nun bezieht der Verein in der neuen Aula sein Domizil und eröffnet die Saison.

Pascal Bruhin
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Steht sonst lieber im Hintergrund: Sandra Wiederkehr auf der Bühne der neuen Aula.

Steht sonst lieber im Hintergrund: Sandra Wiederkehr auf der Bühne der neuen Aula.

Alex Spichale

«Es ist ein Neuanfang», sagt Sandra Wiederkehr. Die Präsidentin des Kulturvereins Kulturgrund Schinznach-Dorf meint damit nicht nur den Wiedereinstieg ins Kulturprogramm nach der Coronapause, sondern auch die Eröffnung der neuen Aula des Mittelstufenschulhauses Feldschen, wo der Kulturgrund künftig seine Veranstaltungen abhalten wird.

Nach dem Abriss des damaligen Realschulhauses samt Aula letzten Sommer war der Verein quasi obdachlos. Es musste auf andere Lokalitäten ausgewichen werden wie den Saal des Gasthofs Bären oder das Gemeindehaus. «Ankommen» ist denn auch das Thema der diesjährigen zweiten Spielzeit, die heute Abend mit der musikalischen Erzählung «Die Geschichte vom Soldaten» des Schinznacher Schauspielers und Sprechers Jaap Achterberg und seinem Ensemble in der reformierten Kirche planmässig eingeläutet wird. Den Kulturauftakt in der neuen Aula wird Bühnen- und Zauberkünstler Peter Honegger treffend mit seiner Performance «Der Anfänger!» am 4. September bieten.

«Es ist eine Win-win-Situation für uns und für die Gemeinde», sagt Wiederkehr und führt behänd durch die moderne Halle. Die Abschlussarbeiten sind in den letzten Zügen. Am 29. August wird das Schulhaus samt Aula in kleinem Rahmen eingeweiht. Der offizielle Anlass für die Bevölkerung wurde auf den nächsten Frühling verschoben.

Nun dürfen Künstler wieder im Mittelpunkt stehen

Als Mitglied der Baukommission war Wiederkehr massgeblich an der Planung der neuen Aula beteiligt. So konnte sie durchsetzen, dass anstelle einer festen eine mobile Bühne eingesetzt und die anfangs geplante Zugangsrampe durch einen Lift ersetzt wurden. «Wir haben jetzt viel mehr Möglichkeiten als vorher in der alten Aula. Alle können den gesamten Raum flexibel nutzen.» Platz bietet die neue Aula für rund 200 Zuschauer. Aufgrund der aktuellen Bestimmungen musste für die Veranstaltungen des Kulturgrund ein Schutzkonzept erstellt werden. Dennoch findet es Wiederkehr wichtig, das Programm nun wieder aufzunehmen, den Zuschauern und nicht zuletzt den Kulturschaffenden zuliebe, die vom Lockdown arg betroffen waren. «Einerseits haben unsere Zuschauer Heisshunger nach Kultur, andererseits freuen sich auch die Künstler, endlich wieder auf der Bühne zu stehen.»

Der direkte Kontakt mit den Künstlern zeichnet den Kulturgrund aus. So trifft man sich nach jedem Anlass zum Apéro, dem legendären «Abgrund». Viele der rund 350 Mitglieder schätzen diesen Austausch sehr.

Frühlingssaison musste abgebrochen werden

Der Kulturgrund Schinznach- Dorf wurde 1927 gegründet und ist damit eine der ältesten Kulturinstitutionen des Kantons. Jährlich organisiert der Verein bis zu 14 kulturelle Veranstaltungen im Dorf oder in der Region. Seit 2007 ist Wiederkehr Präsidentin. Die Saison 2020 ist coronabedingt eine besondere.

Am 28. Februar fand mit «Im Durchzug», einem Konzert der Kapelle Sorelle, die letzte Veranstaltung statt. Die Frühlingssaison musste abgebrochen werden. Wiederkehr freut sich aber, dass sämtliche Künstler, deren Veranstaltungen nicht stattfinden konnten, bereits für das nächste Jahr zugesagt haben. Damit steht schon ein Teil der Saison 2021 fest. Der Kulturgrund ist immer wieder auf der Suche nach Kulturbegeisterten für das Programmteam. «Frisches Blut und neue Ideen tun der Programmvielfalt gut.»

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