Birrfeld
S-Bahn-Züge verkehren auch künftig im Halbstundentakt – sagt der Regierungsrat

Aargauer Grossräte machen sich stark für Personenverkehr im Birrfeld – jetzt nimmt der Regierungsrat Stellung.

Michael Hunziker
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Am Bahnhof Lupfig verkehren neben den Personen- auch viele Güterzüge. cm

Am Bahnhof Lupfig verkehren neben den Personen- auch viele Güterzüge. cm

Claudia Meier (cm)

Die Grossräte aus dem Bezirk Brugg sorgen sich um das Angebot im öffentlichen Personenverkehr und um die Erreichbarkeit des Birrfelds. Sie haben den Regierungsrat aufgerufen, dem Entwicklungsschwerpunkt Eigenamt ein besonderes Augenmerk zu schenken. Denn es bestehe die grosse Gefahr, so die Begründung, dass der Güterverkehr auf dieser Strecke stark zunehme und dies zulasten des Personenverkehrs (die AZ berichtete). Unterzeichnet haben das Postulat: Tonja Kaufmann (SVP, Hausen), Titus Meier (FDP, Brugg), Martin Brügger (SP, Brugg), Martin Wernli (SVP, Thalheim), Maya Meier (SVP, Auenstein) sowie Doris Iten (SVP, Birr).

In seiner jetzt vorliegenden Antwort betont der Regierungsrat, dass ihm die gute Verkehrsanbindung der Entwicklungsschwerpunkte ein wichtiges Anliegen ist. Er verweist auf das Netznutzungskonzept 2025 des Bundesrats. Für den Abschnitt im Birrfeld vorgesehen sind für den Güterverkehr 6 Züge pro Stunde und Richtung für den Transitverkehr Nord-Süd sowie ein Zug pro Stunde für den Binnenverkehr Basel, Verbindungsschlaufe Birrfeld, Rangierbahnhof Limmattal. Für den S-Bahn-Personenverkehr sind es zwei Züge pro Stunde und Richtung.

Trassees sind gesichert

Die Entwicklung gerade des Gütertransitverkehrs ist sehr schwierig abzuschätzen, führt der Regierungsrat aus. Mit den heutigen Planungsinstrumenten sei aber sichergestellt, dass für jede Verkehrsart die ihr zugestandenen Trassen garantiert sind. Im Planungshorizont 2035 werde im Birrfeld weiterhin von stündlich zwei S-Bahnzügen ausgegangen. Anders gesagt: «Das heisst, dass auch langfristig die erforderlichen Trassen für die S-Bahn gesichert sind.»

Der Regierungsrat verspricht: «Bei sich abzeichnenden Entwicklungen wird der Kanton, zusammen mit den betreffenden Gemeinden und der Region, situationsgerecht reagieren.» Bei steigenden Nachfragen oder sich ändernden Bedürfnissen würden mit den Transportunternehmen Taktverdichtungen bei der Buslinie 364 oder gegebenenfalls neue Linien geprüft.

Gute Anbindung ist zentral

Der Regierungsrat weist ebenfalls auf die Ausgangslage hin. Der Entwicklungsschwerpunkt Eigenamt sei für produzierende, verarbeitende Nutzungen sowie Nutzungen mit hohem Güterverkehr und hohem Flächenbedarf geeignet. Weiter sei der Raum als Vorzugsgebiet von Spitzentechnologie deklariert worden. «Somit ist eine gute öV-Anbindung von zentraler Bedeutung.»

Heute werden die Gemeinden Lupfig und Birr mit einer Buslinie im Viertelstundentakt erschlossen. Seit dem Neubau des Busterminals «Bahnhof Campus» in Brugg – und der Aufteilung der Linien in Nord und Süd – hat sich die Fahrplanstabilität laut Regierungsrat markant verbessert. Auf der Schiene erfolgt die Erschliessung mit den beiden ungefähr im Halbstundentakt verkehrenden S-Bahnen S23 Baden–Brugg–Lenzburg–Aarau– Olten–Langenthal sowie der S25 Brugg–Wohlen–Muri. «Das heisst, dass mit dem aktuellen Fahrplan das Birrfeld optimal mit kantonalen Zentren sowie dem Verkehrsknoten Olten verbunden ist», so der Regierungsrat.