Beeindruckt vom Innenleben des umgebauten Kornhauses in der Unteren Hofstatt zeigten sich bei der Einweihung und beim Tag der offenen Tür die Besucherinnen und Besucher. Ein Gast meinte allerdings angesichts einer der Eichensäulen der Tragkonstruktion – die jetzt mit grossem Aufwand wieder sichtbar gemacht worden ist – nachdenklich: «Beim letzten Umbau in den Siebzigerjahren mussten diese Säulen auf Verlangen der Brandversicherung mit Eternit verkleidet werden.» Nun. Zeiten und Vorschriften haben sich offensichtlich geändert.

«Die Vertretungen zeigen die Bedeutung und die Vielfalt der Nutzungen im Kornhaus auf», betonte jedenfalls Stadtrat Christoph Brun, der Vorsteher des Bauressorts bei der offiziellen Einweihung, die von einem Bläserensemble der Musikschule Brugg begleitet wurde. Immerhin sind im historischen Gebäude, das zuletzt der IBB-Holding gedient hatte, neben der Regionalpolizei auch das Bezirksgericht, die Amtsvormundschaft und das Regionale Zivilstandsamt untergebracht.

«Mit der Einweihung», so Christoph Brun, «soll nicht nur bekannt gemacht werden, wo sich diese Amtsstellen jetzt befinden. Die Einweihung soll auch die Wertschätzung gegenüber den am Umbau Beteiligten, den Nachbarn und gegenüber jenen Gemeinden zum Ausdruck bringen, für die die Stadt Brugg regionale Fachstellen führen darf.»

Einzug und Auszug

Wie Christoph Brun erklärte, zeichnet sich im Kornhaus aber bereits ein Wandel ab. Die Amtsvormundschaft wird im Zeitraum von zwei Jahren wieder ausziehen und ins ehemalige Gerichtsgebäude an der Hauptstrasse dislozieren. Der Grund liegt im neuen Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, das auf 1. Januar 2013 eingeführt wird. Weil sich der Regierungsrat für das so genannte Gerichtsmodell entschieden hat, muss das Bezirksgericht aufgestockt werden.

Stadtrat Brun gab auch der Freude darüber Ausdruck, dass der Kreditrahmen von rund 6,2 Millionen Franken, der 2009 von Einwohnerrat und Stimmvolk bewilligt worden war, aller Voraussicht nach eingehalten werden kann. «Das ist eine grosse Leistung aller am Bau Beteiligten», betonte er.

Geschichten und Geschenke

«Ein Gebäude, das 300 Jahre alt ist, hat viele Geschichten zu erzählen», sagte Architekt Beat Klaus vom Büro Architheke (Brugg), das für das Umbauprojekt verantwortlich zeichnete. «Wir haben versucht, etwas von dieser Geschichte ins neue Amtshaus hinüberzuretten.» Als symbolisches Geschenk überreichte er Stadtammann Daniel Moser grosse symbolische Banknoten für den Ankauf eines Kunstwerkes aus der Galerie Zimmermannhaus.

Auch Regionalpolizeichef Heiner Hossli konnte – von Irene Schönbächler, der Abteilungschefin Kantonspolizei Nord – ein symbolisches Geschenk entgegen nehmen, verbunden mit dem Dank für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.