Schinznach-Bad
Rund ein Drittel wurde geblitzt: Wenn die Polizei am falschen Ort ist

Für mehr Sicherheit oder einfach nur Geldmacherei? Der Chef der Regionalpolizei Brugg sagt, warum in Schinznach-Bad eine Verkehrskontrolle just vor dem Ausserortsbereich durchgeführt worden ist.

Michael Hunziker
Merken
Drucken
Teilen
Die Polizei legt die Messstellen für die Geschwindigkeitskontrollen in der Regel nach Absprache mit den Gemeinden fest (Symbolbild).

Die Polizei legt die Messstellen für die Geschwindigkeitskontrollen in der Regel nach Absprache mit den Gemeinden fest (Symbolbild).

rei/archiv az

Einige hats erwischt diese Woche auf der Hauptstrasse in Schinznach-Bad: Beim Dorfausgang Richtung Holderbank, kurz vor dem Ausserortsbereich, führte die Polizei eine Geschwindigkeitskontrolle durch. Rund ein Drittel der gemessenen Fahrzeuge wurde geblitzt.

Geärgert hat sich eine Automobilistin aus Möriken. In einem Leserbrief in der Aargauer Zeitung zeigt sie sich überzeugt, dass eine Geschwindigkeitskontrolle an dieser Stelle lediglich der Staatskasse diene – und nicht der Verkehrssicherheit.

Die Messstellen für die Geschwindigkeitskontrollen würden in der Regel nach Absprache mit den Gemeinden festgelegt, entgegnet Heiner Hossli, Chef der Regionalpolizei (Repol) Brugg. «In diesem Bereich hat es zudem diverse Ein- und Ausfahrten, weshalb überhöhte Geschwindigkeiten ein Sicherheitsrisiko darstellen.» Die Kontrollstelle habe sich rund 120 Meter vor dem Ende der Tempo-50-Zone befunden, fährt Repol-Chef Hossli fort und betont, dass die Fahrzeuglenker grundsätzlich erst nach der Signalisationstafel «Ende der Höchstgeschwindigkeit» beschleunigen dürften. Weiter gelte zu beachten, dass bei den Geschwindigkeitsmessungen – je nach Messtechnik – minimale Toleranzen gewährt werden müssen. Konkret seien es bei dieser Messung 5 km/h gewesen. «Das heisst, Fahrzeuge wurden erst ab 56 km/h als fehlbar erfasst.»

Ob Geschwindigkeitsübertretung, Handy am Ohr oder Drängler: Die Polizei kontrolliere in allen Bereichen und stelle bei der Missachtung der Verkehrsgesetze auch Bussen aus, stellt Hossli fest und räumt ein: «Aus Sicht der gebüssten Personen führt die Polizei vielfach am falschen Ort und zur falschen Zeit Kontrollen durch.»

Die Aktion in Schinznach-Bad dauerte übrigens insgesamt zwei Stunden. Die höchste gemessene Geschwindigkeit betrug 74 km/h.