Ein richtungsweisendes Thema ist zur Abstimmung gelangt an der der Gemeindeversammlung in Veltheim gestern Abend: die Spezialzone Schloss Wildenstein. Weil dieses Traktandum im Vorfeld für stark emotional geführte, heftige Diskussionen sorgte, beantragte der Gemeinderat eine geheime Abstimmung – um eine sachliche, breit abgestützte Entscheidung zu ermöglichen. Unter den zahlreichen Wortmeldungen gab es auch einen Rückweisungsantrag des Geschäfts. Diesen genehmigten die 224 anwesenden Stimmberechtigten – von 981 – schliesslich in einer Geheimabstimmung mit 163 Ja- zu 61 Nein-Stimmen. Es braucht also eine neue Lösung für die Spezialzone Schloss Wildenstein.

Besitzer will Schloss öffnen

Der Hintergrund: Schlossbesitzer Samuel Wehrli möchte sein Schloss Wildenstein umfassend renovieren und zu einem grossen Teil der Öffentlichkeit zugänglich machen. Vorgesehen sind ein Museumsbereich, kulturelle Angebote oder ein Restaurantbetrieb. Ebenfalls stehen Lokalitäten zur Verfügung für Seminare oder Familienfeste. Entstehen soll, so der Plan, ein vielseitiger und erlebnisreicher Ort der Begegnung. Die Krux: Heute liegt die Anlage in der Landwirtschaftszone. Und in dieser sind die geplanten Nutzungen nicht erlaubt. Mit einer Spezialzone Schloss Wildenstein, so die Absicht, können die nötigen Voraussetzungen geschaffen werden (die az berichtete).

Landwirt fühlte sich alleine gelassen

Die Vorlage hat Ende 2015 öffentlich aufgelegen. Es gingen acht Einwendungen ein, eine war von 21 Personen aus dem Schlosswegquartier unterzeichnet. Zu Gesprächsstoff führte vor allem das Verkehrsaufkommen oder der geplante Parkplatz auf der nordöstlich gelegenen Parzelle. An einer Orientierungsversammlung im Januar dieses Jahres fielen auch gehässige Voten. Der Eigentümer des unmittelbar beim Schloss liegenden Landwirtschaftsbetriebs fühlte sich alleine gelassen und an die Wand gedrängt. Der Gemeinderat hat in der Folge zusammen mit dem Schlossbesitzer die Vorlage weiter bearbeitet und angepasst. 

Mehr dazu in der az-Ausgabe vom Montag.