Brugg

«Rotes Haus»: Ein Drittel der traditionsträchtigen Altstadtliegenschaft wird verkauft

Der grosse Saal im ersten Stock wird von der Freikirche ICF genutzt. Bild: cm

Der grosse Saal im ersten Stock wird von der Freikirche ICF genutzt. Bild: cm

Die Säle im ersten Stock, einige Zimmer sowie das gesamte Dachgeschoss der Brugger Altstadtliegenschaft sollen in neue Hände kommen.

Die geschichtsträchtige Liegenschaft an der Hauptstrasse 7 in Brugg hat zurzeit fünf Besitzer. Aktuell stehen 388/1000 Anteile «Rotes Haus» mit einer Nutzfläche von 978 Quadratmetern für 1,18 Millionen Franken zum Verkauf. Dieses Angebot umfasst mehrere Säle im ersten Obergeschoss, Zimmer sowie laut der Anbieterin home2be Immobilien GmbH in Baden-Dättwil «ausbaufähige Dachgeschosse». Die Zimmer sind ohne Bad. Ein zentrales Badezimmer müsste ausgebaut werden.

Um das Traditionshaus in Zukunft möglichst unkompliziert unterhalten sowie – wo nötig – sanieren und modernisieren zu können, möchte die 2013 gegründete Stiftung Rotes Haus eigentlich die ganze Liegenschaft erwerben. Doch ganz so einfach scheint das kostspielige Unterfangen nicht zu sein. Denn als im Januar 2018 das kleine Ladenlokal neben der «Heilbar» zum Verkauf ausgeschrieben war, wurde die Stiftung Rotes Haus nicht neue Eigentümerin. Die Räumlichkeiten gingen an eine Privatperson. Seit Anfang Mai dieses Jahres betreibt der gebürtige Afghane Taher Djoora darin einen Barber-Shop.

Die Stiftung Rotes Haus sucht weiterhin Investoren

Zweck der Stiftung ist gemäss Handelsregister die ganzheitliche Wiederherstellung, Förderung und Festigung von Menschen auf gesamtbiblischer Basis, ungeachtet ihrer Herkunft, sozialen Stellung, Ausbildung und Fähigkeiten. Seit Anfang 2015 besitzt sie das Hotel, das Restaurant, die «Heilbar» und einige Nebenräume im «Roten Haus». Am beliebten Angebot der Trattoria mit den italienischen Spezialitäten und dem langjährigen Pächter hat die Stiftung nichts geändert.

Um die Vision «Rotes Haus» umzusetzen, ist die Stiftung, die unter anderem gemeinnützige Ziele verfolgen möchte, nach wie vor auf der Suche nach Investoren. Das Hauptziel ist der etappenweise Erwerb der restlichen Teile des «Roten Hauses», deren Renovation und dadurch die Vervollständigung der Gesamtvision. Dazu bräuchte es insgesamt mehrere Millionen Franken. Angesprochen auf den zum Verkauf stehenden Teil des Traditionshauses mit Baujahr 1830, sagt Stiftungsrat Hans Keller: «Wir verfolgen weiterhin zu 100 Prozent den gleichen Zweck und die gleichen Pläne.» Doch müsse man auch die Zeit für sich arbeiten lassen. So habe die Stiftung in der Zwischenzeit schon viel wertvolle Erfahrung mit der Liegenschaft sammeln und die Pläne mit einem Architekten verfeinern können.

Langfristige Mietverhältnisse für renovierte Einheiten bestehen

Die Anbieterin home2be Immobilien GmbH erwähnt im Verkaufsinserat, dass für die renovierten Einheiten langfristige Mietverträge mit solventen und angenehmen Mietern bestehen. Und: «Einzelne Einheiten können ausgebaut und saniert werden.» Die Rede ist von einer Bruttorendite von 5,04% mit den aktuellen Mietzinseinnahmen von zwei Parteien.

Eine der Mieterinnen ist die Freikirche ICF mit Sitz in Zürich, die den grossen Saal seit November 2012 für ihre Gottesdienste nutzt. Hätte ICF nicht Interesse, die gemieteten Räumlichkeiten zu kaufen? Auf Nachfrage dieser Zeitung sagt ICF-Mediensprecher Nicolas Legler: «Nein, aktuell haben wir kein Interesse an einem Kauf. Wir sind mit der Miete zufrieden.»

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