Im Herbst wurde die Stiftung Rotes Haus gegründet: Nun kauft sie mit dem Hotel- und Gastrobereich den grössten Teil des Traditionshauses in der Brugger Altstadt (az vom 21. Dezember). Die neue Stiftung Rotes Haus verfolgt laut Eintrag im Handelregister des Kantons Aargau die «ganzheitliche Wiederherstellung, Förderung und Festigung von Menschen auf gesamtbiblischer Basis, ungeachtet ihrer Herkunft, sozialen Stellung, Ausbildung und Fähigkeiten».

Zwei der drei Stiftungsräte haben bereits seit 2009 die Hotelbar gemietet und hier mit der «Heilbar» einen Ort für Begegnung, Gespräche, Coaching, Ehe- und Lebensberatung geschaffen. Eva Büchler Méndez, Brugger FDP-Einwohnerrätin, beobachtet die Entwicklung im Roten Haus im Hinblick auf die dahinterstehenden Organisationen «Campus für Christus» (CfC) und «Aglow» kritisch.

«Tendenziöse Berichterstattung»

«Ich finde es wichtig, dass man weiss, wer hinter diesem Angebot steckt», sagt Büchler. Oliver Kröcher, Klingnau, stört «die tendenziöse Berichterstattung über die Stiftung Rotes Haus, die wegen des teilweise freikirchlichen Hintergrunds ihrer Mitarbeiter ungerechtfertigt in die Nähe von Sekten gerückt wird.» Als «Unterstellung» müsse man Büchlers Aussage werten, wonach der Stiftung Rotes Haus «vermutlich jedes Mittel recht sei», um «Menschen in ihrer Vision zu Gott zu führen und zu bekehren. Anstatt Fakten zu präsentieren, werden hier vage Schreckensszenarien wie ‹einseitige Abhängigkeiten› oder ‹Familienspaltungen› skizziert.»

«Diese Freikirchen glauben und leben nach der Bibel. Nicht mehr und nicht weniger», schreibt Maja Schneebeli, Brugg, und doppelt nach: «Das machen andere Glaubensrichtungen auch.» Sie sei übrigens in einer Freikirche aufgewachsen und «habe bis heute keinen Schaden davongetragen. Heute bin ich nicht mehr dabei. Bin aber trotzdem noch gläubige Christin.» (EF.)