Einen ganzen Morgen lang haben Tim, Emanuel und Edon eine gut 20-minütige Unterrichtssequenz für eine dritte Klasse in Windisch vorbereitet. Sie haben sich für das Projekt «Abenteuer Schule geben» angemeldet, das von der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz am Nationalen Zukunftstag angeboten wurde.

Schüler geben Schule: Zukunftstag an der Primarschule Dohlenzelg in Windisch.

Schüler geben Schule: Zukunftstag an der Primarschule Dohlenzelg in Windisch.

Am Nachmittag gilt es dann ernst. Etwas nervös machen sie sich an die letzten Vorbereitungen, schauen, dass alles Material, das sie benötigen, da ist. Jonglierkugeln, Trichter aus Zeitungspapier und Kugeln aus Papier. Dann strömen die Drittklässler herein, schauen sich neugierig herum. Für die Kinder ist es eine Überraschung, dass sie an diesem Nachmittag von Lehrern unterrichtet werden, die eigentlich selber noch Schüler sind. Der Altersunterschied zwischen den Lehrern und den Schülern ist an diesem Nachmittag nicht gross. Gut, dass die Drittklässler sitzen und die drei Knaben stehen, denn auch körperliche Unterschiede sind kaum auszumachen.

Geduld mit quasselnden Kindern

Doch die drei Knaben haben den Unterricht rasch im Griff; die Nervosität haben sie abgelegt. Und dank des Tipps der richtigen Lehrerin, die ihnen ein Zeichen beigebracht hat, welches die quasselnden Kindern zum Schweigen bringt, ist es still im Schulzimmer, als Edon, Emanuel und Tim zuerst eine Jongliereinlage vorzeigen und dann ein Spiel erklären. Mit einem Ball müssen die Kinder eine Zeitungstüte treffen. Emanuel, der es sich gut vorstellen kann, Lehrer zu werden, geht umher und schaut, wie die Kinder mit dem Spiel zurechtkommen; erklärt geduldig, wenn etwas noch nicht funktioniert. Und Edon beweist, dass er ein Talent als Lehrer hat. Denn kaum erhebt er die Stimme, um ein weiteres Spiel zu erklären, schaaren sich die Kinder um ihn und hören ihm gespannt zu.

Joanna Herzig, Projektassistentin an der Fachhochschule, ist nach dem Unterricht begeistert von der Leistung. «Sie haben es wirklich toll gemacht», zieht sie Fazit. «Sogar improvisiert haben sie während der Stunde.» Emanuel, Edon und Tim freuen sich ebenfalls, dass ihnen der Unterricht gelungen ist. Sie sind aber auch selbstkritisch: «Es war etwas peinlich, dass wir selber nicht so gut jonglieren konnten. Denn Kinder erwarten doch, dass Lehrer etwas gut können.» Trotzdem: Sie haben einen positiven Eindruck des Lehrerberufs erhalten.

Strassenumfrage zum Zukunftstag: So haben die Erwachsenen den Arbeitstag mit den Kindern erlebt.

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