Sphärisch, psychedelisch, rockig: Mit diesen Worten beschreibt die Band Flector ihre Musik. Jetzt ist die erste EP auf dem Markt – und stösst auf viel Beachtung und Begeisterung. Die fünf Musiker sind bereit, die Bühnen der Schweiz zu erobern. Mit dabei: Keyboarder Rukey Lüthi aus Riniken.

Flector ist zwar eine junge Band, wurde erst Ende des letzten Jahrs gegründet. Bei den Mitgliedern aber handelt es sich um gestandene Musiker mit reichlich Erfahrung. Neben Keyboarder Lüthi sind dies: Cedy Häuptli (Leadgitarre), Bruno Veneri (Bass), Stefan Pavlik (Drums) sowie Carlo Gartenmann (Gesang, Gitarre). Das Ziel ist klar: Gespielt werden ausschliesslich Eigenkompositionen. Dass harmonische und eingängige, interessante und abwechslungsreiche Rockmusik durchaus eine Chance hat in der heutigen Zeit – beim allgegenwärtigen Mainstream –, davon sind die Bandmitglieder überzeugt. «Wir wollen das spielen, was uns am meisten Spass macht», erklärt Carlo Gartenmann.

Flector - Mighty Man:

(Youtube/Carlo Gartenmann)

Psychedelischer, sphärischer Hardrock sei nicht nur technisch eine Herausforderung, fügt der Sänger, Gitarrist und Komponist an. «Es braucht auch grosse Probendisziplin und organisatorische Qualitäten, um solche, der klassischen Musik nahestehenden, Projekte realisieren zu können. Und das reizt uns, weil das nicht alle Bands können.» Apropos Probe: Die Musiker stammen aus der halben Deutschschweiz, nehmen für den Weg ins Probelokal in Winterthur jeweils eine Anfahrt von bis zu einer Stunde in Kauf.

Drei Tage blieben für Aufnahme

Nach vier Jahren bei Red Lizard beschloss Gartenmann, eine eigene Band zu gründen und suchte nach passenden Mitstreitern. Vor allem der nicht alltägliche Stil habe seine neuen Kollegen gereizt, bei Flector einzusteigen. Alle seien motiviert, könnten sich mit der Band identifizieren, sagt Gartenmann. «Ich bin begeistert, was sie draufhaben.»

Wer gerne Pink Floyd oder Alan Parsons höre, dem werde wahrscheinlich auch Flector gefallen, ist sich Gartenmann sicher und räumt im gleichen Atemzug ein: «Das sind zwar grosse Vergleiche, weil die frisch gegründete Band auf etwas bescheidenere Ressourcen zurückgreifen muss. Aber die Musik hat durchaus gewisse Ähnlichkeiten.»

Die erste EP mit drei Eigenkompositionen konnte dank eines Crowdfundings und eines Sponsors produziert werden. Trotz grosszügiger Unterstützung blieben aus finanziellen Gründen aber nur drei Tage Zeit für die Aufnahmen und den Mix. «Eigentlich hätten wir vier Songs einspielen wollen, mussten den vierten aber auf der Strecke zurücklassen», so Gartenmann.

Ab 2019 solls auf Tour gehen

Wichtig ist der Band, mit ihrer Musik Gefühle zu wecken und Stimmungen zu transportieren. Das gelinge mit der EP ganz gut, äussert sich Gartenmann zufrieden über das Ergebnis, «auch wenn hier und dort technisch noch etwas mehr investiert hätte werden können».

Erster fertiger Song war «Mighty Man», der über einen guten Grund-Groove verfüge, so der Sänger und Gitarrist. In «Sky Echo» werde das «verrückte» Zusammenspiel zwischen Himmel und Erde thematisiert. Auf diesen Song ist die Band besonders stolz, auch wenn er etwas anstrengender sei zum Hören. Die eher wieder einfachere Rockballade «Children of tomorrow» schliesslich handelt von den Zukunftsperspektiven für die Kinder, von Krieg und Hunger. «Alles nur wegen einiger korrupter, mächtiger Menschen, die in die eigenen Taschen wirtschaften und das Wohl des Volks vernachlässigen», hält Gartenmann fest. Die gesellschaftskritischen Texte in englischer Sprache wurden übrigens grösstenteils von seiner Frau Susanne verfasst.

Viele der ersten, erfreulichen Reaktionen auf die EP – zum Stil genauso wie zur Qualität – kamen von Musikerkollegen. Auf Facebook sei ein einfaches Studio-Video unterdessen über 6000 mal angeklickt worden, freut sich Gartenmann. Auf der Band-Website sei ebenfalls reges Interesse festzustellen, die Anzahl Plays steige gegen 1000.

Mit der EP im Gepäck wollen sich Flector nun für grössere Konzerte und Open Airs ab Anfang 2019 bewerben. Derzeit wird am Tourplan gearbeitet. Noch gebe es zwar keine Verträge, sagt Gartenmann, aber schon positive mündliche Rückmeldungen.