Reaktionen
Riniken und Villnachern nehmen Fusionspläne gelassen

Die Gemeindeammänner von Riniken und Villnachern äussern sich zu den Fusionsplänen zwischen Brugg und Schinznach-Bad. Villnachern will für die Zukunft drei Szenarien prüfen.

Janine Müller
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So sähen die Gemeindegrenzen aus, wenn Schinznach-Bad und Brugg fusionieren würden.

So sähen die Gemeindegrenzen aus, wenn Schinznach-Bad und Brugg fusionieren würden.

Grafik/Barbara Adank

Während Windisch einigermassen enttäuscht auf die Fusionspläne zwischen Brugg und Schinznach-Bad reagiert hat, nehmen es die Nachbargemeinden Riniken und Villnachern eher gelassen hin.

«Auf die Gemeinde Villnachern hat die Fusion keine Auswirkungen», lässt Marianne Möckli, Gemeindeammann Villnachern, verlauten. Sie wurde zwei Tage, bevor Brugg und Schinznach-Bad mit ihren Plänen an die Medien gingen, von Oliver Gerlinger, Gemeindeammann Schinznach-Bad, informiert.

Ueli Müller, Gemeindeammann Riniken, glaubt ebenfalls nicht, dass sich in seiner Gemeinde nun drastisch etwas verändern würde.

Schritt ist nachvollziehbar

Trotzdem machen sich beide Gemeindeammänner Gedanken um die Zukunft ihrer Gemeinden. So sagt Müller: «Solange die Strukturen funktionieren, brauchen wir keine Fusion mit Brugg.»

Bisher habe man immer Behördenmitglieder gefunden. Auch dank der vier Ortsparteien, die sich jeweils um die vakanten Posten gekümmert haben. Wäre dies in Zukunft nicht mehr der Fall, dann müsste die Gemeinde sicher Überlegungen über das weitere Vorgehen machen.

Aus dieser Warte könne er den Schritt von Schinznach-Bad durchaus nachvollziehen. Dass Riniken und Brugg in nächster Zeit fusionieren werden, schliesst er aus. Auch weil die Bevölkerung Rinikens vor rund einem Jahr in einer Umfrage der FDP klar ausgesagt hat, dass eine Fusion nicht erwünscht ist.

«Da müsste jetzt schon eine Petition aus der Bevölkerung kommen, damit wir bezüglich Fusion aktiv werden», sagt Müller. Zudem sei das Wort Fusion ja eigentlich ein falscher Begriff, wenn eine kleine und eine grosse Gemeinde beschliessen, zusammenzuarbeiten. Da rede man eher von einem Anschluss.

«Es ist ja bereits jetzt klar, dass nicht darüber diskutiert wird, wo dann die Verwaltung stehen wird», begründet er. Dass Riniken bezüglich Feuerwehr bereits mit Brugg zusammenarbeitet, beunruhigt ihn nicht.

Dies, obwohl Brugg und Schinznach-Bad an der Medienkonferenz meinten, dass unter anderem die Feuerwehr zum Knackpunkt werden könnte. «Schinznach-Bad könnte die Feuerwehr weiterhin mit Schinznach betreiben oder mittels einem zusätzlichen TLF-Standorts an Brugg anbinden», sagt Müller.

In der Gemeinde Villnachern sieht es doch etwas anders aus. Da bekundet man Mühe, Behördenmitglieder zu finden. Gedanken zur Zukunft macht man sich auch hier.

«An der Sommergemeinde werden wir die Bevölkerung über drei verschiedene Varianten informieren, wie es mit der Gemeinde Villnachern weiter gehen soll», sagt Marianne Möckli. Weitere Details zu diesen Szenarien will Möckli nicht bekannt geben.