Der Reussparkplatz war ein Zankapfel für Mülligen und Windisch. Das ist jetzt vorbei. Die Gemeinderäte konnten sich einigen, wer jetzt für das Aufräumen zuständig ist.

Rückblende: Der Reussparkplatz war früher Ausgangspunkt für das Militär für den Brückenbau. Heute wird er vor allem von Wassersportlern genutzt, beispielsweise als Anlegestelle für Gummibötler. Vor allem im Sommer ist der Platz stark frequentiert. Der Windischer Gemeindeschreiber André Gigandet drückte es einst so aus: «Auch für rauschende Partys ist der Platz bestens geeignet.» Entsprechend häuft sich jeweils Abfall an.

Die Frage war: Welche Gemeinde ist für die Entsorgung zuständig? Der Gemeinde Windisch gehört die Parzelle am Dorfeingang zu Mülligen. Gefühlsmässig gehört der Platz aber zum Gemeindebann von Mülligen. Und die Einwohner ärgern sich über den Abfall, der das Bild der Gemeinde verschandle. «So wird der Zustand des Platzes und seiner Umgebung dem Image der Gemeinde Mülligen – notabene dem Walddorf an der Reuss – zugerechnet», sagte der Mülliger Gemeindeammann Ueli Graf einmal gegenüber der AZ.

Schliessen und einzäunen?

Abfallkübel, die einst vom Kanton angebracht wurden, brachten nichts. Im Gegenteil: Einige Bürger nutzten die Situation aus und begannen, illegal Kleinabfälle und Hauskehricht dort zu entsorgen. Der Gemeinderat beschloss im September 2014, nach Absprache mit der Bauverwaltung Windisch, die Abfallkübel zu demontieren.

Es wurde gar erwogen, den Platz zu schliessen und einzuzäunen, um die illegale Abfallentsorgung einzudämmen. Das hätte Windisch begrüsst, der Gemeinderat Mülligen sprach sich aus Imagegründen dagegen aus. Aber für die Abfallentsorgung aufkommen wollte er eben auch nicht. Graf sagte in einem früheren Artikel: «Die Interessenlage der beiden Gemeinden ist zu diesem Thema unterschiedlich.»

Kostenpunkt: 2620 Franken

Verhandlungen bezüglich Kauf oder Pacht der Parzelle durch die Gemeinde Mülligen wurde in der Folge ebenfalls geführt. Schliesslich hat der Gemeinderat Mülligen beschlossen, die Parzelle weder zu kaufen noch zu pachten, aber trotzdem zu pflegen. Von nun an wurde der Parkplatz vom Mülliger Bauamt gesäubert. Der zeitliche Aufwand und die entsorgte Menge Abfall auf der Windischer Parzelle der letzten Saison wurden festgehalten.

Diese Zahlen liegen nun auch der AZ vor. «In der Hochsaison, zwischen April und Oktober, mussten die drei Abfallkübel wenigstens wöchentlich geleert und der Platz vom Littering befreit werden», sagt der Mülliger Gemeindeammann Ueli Graf. «Dies mit einem wöchentlichen Aufwand von ca. 30 Minuten.» In der übrigen Zeit mussten die Abfallkübel alle 14 Tage geleert werden. Der finanzielle Aufwand für Arbeit und Abfallentsorgung belief sich 2017 auf 2620 Franken.

Inzwischen haben sich Mülligen und Windisch wieder über den Parkplatz unterhalten. Mit dem Resultat, dass die Gemeinde Mülligen nach Gemeindegesetz für die öffentliche Ordnung zuständig ist. Dafür stünden der Bevölkerung von Mülligen der Parkplatz, die Bootsanlegestelle und die Grillstelle kostenlos zur Verfügung. «Nachdem die Gemeinde Mülligen den Parkplatz mit Blick auf das Label ‹Mülligen, das Walddorf an der Reuss› nicht schliessen will, hat sie auf dem Parkplatz und in seiner Umgebung für Ordnung zu sorgen», sagt Ueli Graf. «Das heisst auch, dass sie für die Beseitigung von Abfällen, die niemandem zugeordnet werden können, verantwortlich ist.»

Fazit: Die Gemeinde Windisch stellt die Parzelle kostenlos zur Verfügung und die Gemeinde Mülligen ist für deren ordentlichen Zustand verantwortlich. «Es werden gegenseitig keine Kosten verrechnet», so Gemeindeammann Graf.