Der Winter verwöhnt uns derzeit mit viel Sonnenschein und milden Temperaturen. Dennoch käme es wohl kaum jemandem in den Sinn, dieser Tage auch nur einen Zeh in die stehenden und fliessenden Gewässer der Region zu halten. Ganz anders die verwegenen Flussrettungsschwimmer der Sektion Baden-Brugg der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG): Sie wagten sich am Sonntagabend freiwillig in die eisigen Wogen der Aare und feierten mit ihrem vergnüglichen Fackelschwimmen den Saisonschluss ihrer Sektion – bereits zum dritten Mal.

Mit Fackeln stürzen sich die Schwimmer mutig in die kalte Aare – und es scheint Spass zu machen

Mutig stürzen sich die Schwimmer in die kalte Aare – das Synchronschwimmen der anderen Art scheint Spass zu machen.

Wärmer, aber weniger tief

Kurz nach 18 Uhr tauchten aus der Dunkelheit der Nacht zehn Gestalten in Neopren-Anzügen auf und versammelten sich bei der Sandbank unterhalb der Badi Brugg. Beim Entzünden der Fackeln scherzten die Schwimmerinen und Schwimmer der SLRG-Sektion noch ausgelassen, ehe sie sich mutig und entschlossen ins gut acht Grad kalte Flusswasser der Aare stürzten und mit ihren Fackeln für ein aussergewöhnliches Spektakel sorgten.

Rund 20 Minuten trieben die SLRG-Mitglieder im bitterkalten Nass. Dabei verloren sie aber nicht eine Sekunde ihren Humor, wie die Zuschauer am Ufer und auf den Brücken noch aus einiger Entfernung vernehmen konnten.

«Es ist ein super Verein und ein toller Event zum Saisonabschluss», schwärmte Lisa Pozzi nach der Ankunft beim Mühlemattsteg auf der Schacheninsel. Richtig frieren musste die Flussrettungsschwimmerin, die bereits zum zweiten Mal dabei war, nicht. «Das Wasser war viel wärmer als letztes Jahr, dafür machte uns der tiefe Wasserstand zu schaffen. Einige Schwimmer werden wohl ein paar blaue Flecken abbekommen haben», lachte Pozzi.

Eiskalter Spass nur für Experten

In der Tat sei der eisige Spass nur etwas für erfahrene Fluss- und Kaltwasserschwimmer, die den Streckenabschnitt gut kennen, erklärte Manuel Zöllig. Der Flussrettungsschwimmer und Organisator des Abends freute sich besonders, dass erstmals zehn Schwimmer an der Veranstaltung teilnahmen. «Die Idee für das Fackelschwimmen kam damals von den Flusskursleitern bei einem Kaltwasser-Event in Zürich», so Zöllig. Weil die Flusskurs-Saison der SLRG-Sektion jeweils von April bis Oktober dauert, könne so die Saison mit einem speziellen und schönen Ereignis noch etwas verlängert werden.

Nachdem die kühnen Wasserratten den vielen Zuschauern, Sektionsmitgliedern und Freunden für Fotos posierte hatten, durften sie sich endlich aus ihren Neopren-Anzügen schälen. Am Feuer liessen die Schwimmer schliesslich den Abend bei Glühwein und Kuchen fröhlich ausklingen.