Schinznach-Dorf

Rettung in letzter Minute: Der «Bären» bleibt ein Gasthof – dank der neuen Besitzer

Silvia und Markus Spicher haben den Gasthof in Schinznach-Dorf gekauft – die Crew vom «Roten Löwen» Oberrohrdorf übernimmt die Pacht.

Aufatmen in Schinznach-Dorf: Für das Restaurant Bären wurde endlich eine Lösung gefunden. Praktisch in letzter Minute konnten Silvia und Markus Spicher, die in der Nähe wohnen, den Gasthof erwerben. Treibende Kraft war Silvia Spicher, die es sich nicht vorstellen konnte, dass der wunderschöne Saal im Obergeschoss Wohnungen weichen muss. «Eine Sünde wäre das gewesen», sagt sie. Sie musste zwar bei ihrem Mann Überzeugungsarbeit leisten. Jetzt ist auch er mit vollem Einsatz bei diesem Projekt mit dabei. Aber es war knapp. Der bisherige Besitzer hatte bereits einen Käufer, der Wohnungen in der Liegenschaft geplant hatte. Letztlich liess er sich aber von Spichers umstimmen. Nicht zuletzt, weil auch er, der seinen Namen nicht mehr in der Zeitung lesen möchte, sich gewünscht hat, dass der «Bären» ein Gasthof bleibt.

Weil ausgeschlossen war, dass Spichers selber wirten, machten sie sich auf die Suche nach einem Pächter. Nach einem Abendessen im Gasthof zum Roten Löwen in Oberrohrdorf, der ihnen empfohlen wurde, war für sie klar, dass die Brüder Rolf und Roger Müller versiert sind in der Gastronomie, und schlugen ihnen vor, die Pacht des «Bären» zusätzlich zu übernehmen. Sie willigten ein. Gestern Nachmittag wurden die Verträge unterzeichnet. Rolf Müller ist der Gastgeber, sein Bruder Roger ist für das Marketing und die Buchhaltung zuständig. Der Schweiz-Kubaner Elian Busiello leitet den Bereich Einkauf, Logistik und Küche. Für den «Bären» wird Rolf Müller eine stellvertretende Geschäftsleiterin anstellen.

Rolf Müller verspricht eine gutbürgerliche Küche mit Essen, das möglichst viele anspricht – «vom Geschäftsführer bis zum Handwerker». Die Küche soll traditionell, modern und einfach zugleich sein. Das genaue Konzept ist in Bearbeitung.

Die Gartenwirtschaft soll reaktiviert werden

Die neuen Pächter haben ihre Vorstellungen. «Der ‹Bären› hat Potenzial», ist Rolf Müller überzeugt. «Es fehlt aber an einigem, damit der Betrieb dann florieren kann.» So soll die Gartenwirtschaft hinter der Liegenschaft wieder reaktiviert werden. Und der kleine Hof soll schmuck hergerichtet werden, damit da auch mal ein Steh-Apéro stattfinden kann. Der Gewölbekeller wird ebenfalls aufgefrischt. Künftig soll es möglich sein, vom Saal im oberen Stock via eine Verbindung über den Hof direkt in die Gartenwirtschaft zu gelangen. Das Baugesuch will Markus Spicher bald einreichen.

Apropos Gartenwirtschaft: Hinter dem «Bären» gibt es ein Stück Wiese, das als Gartenwirtschaft genutzt werden kann. Ein paar Stufen führen hoch auf eine weitere Wiese mit drei Bäumen, die hinten begrenzt wird durch Felsen. «Himmelrych» nennt Markus Spicher den Ort. Die Krux: Dieser Teil wurde vor einiger Zeit zu Landwirtschafts- und Rebland umgezont. Der Kanton wird entscheiden, ob darauf gewirtet werden darf. Jedenfalls sammeln Menschen im Dorf bereits Unterschriften, um zu bezeugen, dass dieser Teil schon früher als Gartenwirtschaft genutzt wurde.

Spichers wollen zudem die Zimmer renovieren lassen und der Saal soll künftig schalltechnisch verbessert werden. Am 4. Dezember laden Spichers gemeinsam mit den ehemaligen Besitzern, Fritz und Ursula Amsler, zum «Bären»-Fest ein. Ab 17 Uhr gibts Spaghetti. Läuft alles nach Plan, ist die offizielle Eröffnung mit den neuen Pächtern am 1. April 2020. In der Zwischenzeit wird der Kulturgrund Schinznach sein Programm im Saal des «Bären» durchführen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1