Brugg/Windisch

Reto Wettstein setzt in der Stadt neue Akzente

Mit 36 Jahren ist Reto Wettstein das jüngste Mitglied des Brugger Stadtrats.

Mit 36 Jahren ist Reto Wettstein das jüngste Mitglied des Brugger Stadtrats.

Drei Stadträte und zwei Gemeinderäte wurden vor zwei Jahren neu in die Exekutiven der beiden grössten Gemeinden im Bezirk gewählt. Was hat sich für sie geändert? Wo haben sie Spuren hinterlassen?

Mit 36 Jahren ist Reto Wettstein das jüngste Mitglied des Brugger Stadtrats. Von den drei Neulingen wurde er im September 2013 im ersten Wahlgang mit dem besten Resultat gewählt. Kein Wunder: Der FPD-Politiker führte als einziger einen engagierten Wahlkampf und holte 1815 Stimmen. Als Belohnung für das gute Resultat darf er am Sitzungstisch jeweils neben Stadtammann Daniel Moser sitzen.

Wettstein sagt, dass er sich im Stadtrat «tipptopp» eingelebt habe. Die Arbeit für und mit den Leuten bereite ihm grosse Freude. Sein Ressort Soziales mit den Bereichen Alter, Asyl, Gesundheit und Soziale Dienste ist hoch aktuell. «Gerne erfülle ich zusammen mit einem kompetenten und engagierten Team unter der Leitung von Jürg Schönenberger die gesetzlichen Aufträge und vertrete die Stadt in diversen lokalen und regionalen Gremien», fährt Reto Wettstein fort.

Seit Amtsantritt hat der Wirtschaftsinformatiker sein Pensum als Angestellter um 20 auf 80 Prozent reduziert. Zudem ist er seit August 2014 stolzer Vater von Tochter Antoinette.

Anreize für Sozialhilfeempfänger

Kurz nach seinem Amtsantritt wurde das Thema Asyl aktuell. «Es ging darum, die Unterkunft an der Unterwerkstrasse in Windisch neu zu organisieren. Dabei konnten wir eine Lösung mit dem kantonalen Sozialdienst finden, bei der sämtliche involvierten Parteien – Stadt, Kanton, Eigentümer, Standortgemeinde – zufrieden sein können», sagt Wettstein. Später wurde die kantonale Asylunterkunft Jägerstübli eröffnet. Der Betrieb erfolge bisher ohne grosse Nebengeräusche, so der FDP-Politiker. Ein Besuchstag für die Unterkunft steht noch aus. Aufgrund der knappen Ressourcen seitens Kanton wurde er auf das neue Jahr vertagt.

Weiter konnte Brugg als erste Gemeinde im Kanton die Seniorenrhythmik nach Dalcroze einführen, erwähnt Wettstein als weiteren Höhepunkt. Hiervon profitieren wöchentlich rüstige Seniorinnen und Senioren. Sie fördern damit ihr Gleichgewicht und vermindern die Sturzgefahr.

Als Drittes hat Wettstein bei der Gründung des Gemeindeverbands soziale Dienstleistungen Region Brugg mitgewirkt. Das Resultat wertet er als bisher grössten Erfolg, «weil es zwei Anläufe, eine Portion Glück und viel Goodwill von allen Gemeinden im Bezirk brauchte, um soweit zu kommen». Dieses Projekt wird ihn gemäss eigenen Angaben die nächsten beiden Jahre am meisten beanspruchen. Für die zweite Hälfte der Amtsperiode ist zudem die Überprüfung des Altersleitbilds geplant.

Gerne würde Wettstein in seiner ersten Legislatur noch ein Beschäftigungsprogramm für Sozialhilfeempfänger lancieren, das für arbeitsfähige Klienten Anreize schafft, sich aktiv auf Stellen zu bewerben und einer geregelten Arbeit nachzugehen. Ein Anliegen, das der 36-Jährige schon im Einwohnerrat als Vorstoss eingereicht hatte. Hier gebe es aber versicherungs- und betreuungstechnische Fragen, für die bis anhin noch keine einfachen, günstigen und praktikablen Antworten gefunden werden konnten. «Wir arbeiten daran», sagt Wettstein hoffnungsvoll.

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