Erst am 10. März 2017 wurde das Restaurant Freihof in der Brugger Vorstadt wiedereröffnet. Zuvor stand die Liegenschaft längere Zeit ungenutzt zum Verkauf und wurde vom neuen Eigentümer sanft renoviert. Doch seit den Festtagen ist die Traditionsbeiz bereits wieder geschlossen.

Das erstaunt, denn das «Freihof»-Team kündigte auf Facebook und auf der Website an, nach den Weihnachtsferien ab dem 15. Januar einen zusätzlichen Ruhetag einzuführen. Statt nur am Sonntag sollte der «Freihof» auch am Montag geschlossen sein. «Wir freuen uns sehr auf Ihren Besuch von Dienstag bis Samstag», hiess es in der kurzen Mitteilung weiter.

Putzaktion am 2. Januar

Am Neujahrstag folgte die Überraschung auf Facebook: «Wegen Geschäftsübergabe bleibt das Lokal vorübergehend geschlossen. Informationen über die Neueröffnung folgen.» Wirtin Nicole Trudel hatte am 2. Januar abends noch alle Hände voll zu tun, die Gaststube fertig zu putzen. Wie zu hören war, sei die Liegenschaft per 30. Dezember verkauft worden.

Das stimmt allerdings laut dem Liegenschaftsbesitzer Albert Blättler so nicht. Es finde lediglich eine Wirtewechsel statt, fügt Blättler an. Auf Nachfrage der AZ räumt er ein, dass das Restaurant Freihof nicht gut lief und seit der Neueröffnung ein «reines Verlustgeschäft» war. Deshalb hätte er sich mit der Wirtin relativ kurzfristig geeinigt, die Geschäftsbeziehung auf Ende 2017 aufzulösen.

Blättler ist zuversichtlich, dass der neue Wirt nicht nur den «Freihof»-Betrieb übernehmen, sondern das Restaurant bereits Ende Januar wiedereröffnen wird.

Künftig spezielle Anlässe?

Dass der Standort des Lokals in der Vorstadt ohne Parkplätze schwierig ist und ein Gastrobetrieb nicht sofort rentiert, weiss auch Albert Blättler. Im letzten Jahr stand das Restaurant jeweils von Montag bis Samstag ab 16 Uhr offen.

Am meisten Gäste hatte es am Dienstag- und am Donnerstagabend, wenn die Militärangehörigen der Kaserne Brugg Ausgang hatten. In der abgetrennten Bar mit einem eigenen Eingang durften die Besucher rauchen. Ziel war es, wieder wie früher «eine urchige Beiz» zu betreiben.

Es ist gut möglich, dass das Gastronomie-Konzept nun im Grundsatz überarbeitet und die Öffnungszeiten geändert werden. Blättler könnte sich zudem vorstellen, dass man künftig häufiger als bisher mit speziellen Anlässen neue Gäste gewinnen kann. Die Freihof-Brugg-Website ist seit einigen Tagen offline. Sobald er Nägel mit Köpfen gemacht hat, wird Blättler den neuen Wirt bekannt geben.

Mit der dem Ortsbild entsprechenden Erneuerung der «Freihof»-Aussenfassade hat Blättler auf privater Basis einen Beitrag zur Aufwertung der Brugger Vorstadt geleistet. Rechts davon befindet sich das Zimmermannhaus, das von der Stadt vor wenigen Jahren saniert wurde. In schlechtem Zustand sind die beiden Liegenschaften links vom «Freihof». Blättler führt seit 2016 Verhandlungen, um auch die beiden Nachbarliegenschaften zu erwerben. Dieses Thema sei noch nicht vom Tisch, wie er diese Woche gegenüber der AZ erklärt hat. Priorität hat aber das Restaurant.

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