Brugg
Regionalpolizei verhängte über 1000 Bussen mehr als im Vorjahr – die Jahresbilanz

Fälle von häuslicher Gewalt beschäftigen die Regionalpolizei – dafür bleiben die Einbrüche auf tiefem Niveau.

Janine Müller
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Eine der vielen Aufgaben der Polizisten: Die Regionalpolizei führt in der Nacht eine Verkehrskontrolle in Lupfig durch. AZ Archiv/Michael Hunziker

Eine der vielen Aufgaben der Polizisten: Die Regionalpolizei führt in der Nacht eine Verkehrskontrolle in Lupfig durch. AZ Archiv/Michael Hunziker

Michael Hunziker

Das Jahr 2018 hat für die Regionalpolizei (Repol) Brugg mit viel Trubel begonnen: Eine Patrouille der Repol Brugg war als eine der ersten vor Ort beim Doppelmord in Hausen. Dieselbe Patrouille war dann kurz nach dem Mittag desselben Tages konfrontiert mit einem Messerangriff und einem herumpöbelnden Mann.

Kein derartiges Ereignis verzeichnete die Repol Brugg im Jahr 2017. «Wir hatten zwar ein strenges Jahr, mussten aber nie zu einem speziell aussergewöhnlichen Ereignis ausrücken», sagt Repol-Chef Heiner Hossli. Besonders positiv fällt die Einbruchsbilanz aus: Wie im ganzen Kanton Aargau gehen die Einbrüche auch im Gebiet der Repol Brugg zurück. Und die Statistik der Regionalpolizei würde noch besser ausfallen, wenn die Monate November und Dezember nicht gewesen wären.

Zur Statistik: Die Repol verzeichnete im Jahr 2017 insgesamt 54 Einbrüche im Wohnbereich (Vorjahr: 57). In anderen Liegenschaften, also zum Beispiel Firmen oder öffentlichen Gebäuden, kam es 32-mal zu einem Einbruch (Vorjahr: 54). Bis im Oktober gab es monatlich zwischen 2 und 4 Einbrüche in beiden Bereichen. Ausreisser war der Monat Juli, wo 11-mal in Häuser eingebrochen wurde. Hochsaison hatten die Einbrecher dann aber im November (13 Einbrüche) und Dezember (6). Besonders oft eingebrochen wurde im Jahr 2017 in der Gemeinde Hausen (10-mal im Wohnbereich, 3-mal bei Firmen) und in der Stadt Brugg (14-mal im Wohnbereich und 23-mal in Firmen und öffentlichen Gebäuden). Im Vergleich zum letzten Jahr haben auch die Ladendiebstähle enorm zugenommen. Verzeichnete die Repol 2016 noch 23 Fälle, waren es im letzten Jahr 47. Vor allem der Neumarkt in Brugg und das Seebli Center in Lupfig seien betroffen gewesen, sagt Heiner Hossli.

Eine gewisse Hilflosigkeit

Konstant hohe Einsatzzahlen verbucht die Repol Brugg bei der häuslichen Gewalt. In Hausen hat sich die Zahl fast verdoppelt: von 6 Fällen im Jahr 2016 auf 11 Fälle im Jahr 2017. Den traurigen Höhepunkt erreichte diese Bilanz Anfang Januar 2018, als in Hausen zwei Frauen tot in ihrer Wohnung aufgefunden wurden. Mutmasslicher Täter: der Ehemann der einen Frau. Dieser Fall wird allerdings in die Statistik 2018 einfliessen. Auch in Brugg verbuchte die Repol 3 Einsätze mehr bezüglich häuslicher Gewalt (25 im Jahr 2016, 28 im Jahr 2017). Ein starker Rückgang ist hingegen in Birr zu verzeichnen. Im Jahr 2017 rückte die Repol 15-mal aus wegen häuslicher Gewalt, 2016 waren es noch 22-mal.

Insgesamt verzeichnete die Repol 2017 102 Fälle häuslicher Gewalt (2016: 109), inklusive der Fälle, die von der Kantonspolizei bearbeitet wurden. «Bezüglich häuslicher Gewalt verspüren wir eine gewisse Hilflosigkeit», sagt Repol-Chef Heiner Hossli. Hilflosigkeit darum, weil die Polizei nicht mehr tun kann, als die Fälle an die entsprechenden Amtsstellen weiterzuleiten. «Ich erhoffe mir mehr Aufklärungsarbeit», sagt Heiner Hossli.

Ganz klar eine Aufgabe der Polizei sind die Geschwindigkeitskontrollen. Obwohl die Repol Brugg 2017 weniger Stunden in diesen Bereich investiert hat, resultierten mehr Bussen. Insgesamt verzeichnete die Repol 15 618 Geschwindigkeitsbussen (2016: 14 375). 182 Betroffene wurden bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Grund für die Zunahme: «In einigen Gemeinden gab es in den vergangenen Jahren Langzeitbaustellen», erklärt Heiner Hossli. «Das hat einen grossen Einfluss. Zudem haben einige Gemeinden Tempo 30 eingeführt.»

Bedenkliche Zahlungsmoral

Zugenommen haben auch die Aufträge anderer Amtsstellen an die Regionalpolizei. Darunter fallen Einsätze bezüglich «Ungehorsam im Betreibungsverfahren». 181 derartige Fälle wickelte die Repol 2017 ab. «Die Zahlungsmoral der Leute ist bedenklich», sagt Heiner Hossli. «Häufig sind es aber immer wieder die gleichen Betroffenen.»

Erfolgreich war die Repol Brugg in ihrem Fachbereich illegale Wetten und Glücksspiel. Im Jahr 2017 wurden in Brugg, Hausen, Lupfig, Schinznach-Bad und Windisch insgesamt 18 Kontrollen durchgeführt, dabei konnten 7 Wettcomputer und 11 Glücksspielautomaten sichergestellt werden. 5 Strafanzeigen (Wetten) wurden der Staatsanwaltschaft und 6 Strafanzeigen (Glücksspiel) der Eidgenössischen Spielbankenkommission eingereicht. Gesamthaft gab es 10 Verurteilungen. Die Repol wird weiterhin in diesem Bereich Kontrollen durchführen.

Beibehalten werden soll auch die Terrorprävention am Jugendfest, die 2017 erstmals zur Anwendung kam. Mittels Lastwagen wurden die Strassen abgesperrt. «Das sieht zwar nicht sehr dezent aus, hat aber den Vorteil, dass die Verkehrswege rasch abgesperrt und auch geöffnet werden können», sagt Heiner Hossli. Bei jedem Anlass in der Region prüft die Polizei, ob solche Massnahmen notwendig sind.