Es war einer der Höhepunkte im vergangenen Jahr: «Regionalpolizei gelingt Rettung», lautete der Titel in dieser Zeitung. Der «Blick» schrieb gar von den Helden von Brugg. Im Juni stürzte ein 4-jähriges Mädchen im Windischer Geissenschachen in die Aare.

Die Regionalpolizei (Repol) Brugg reagierte sofort, war mit ihrem Boot innert Minuten auf dem Wasser. Zusammen mit der Stadtpolizei Baden sowie der Kantonspolizei Aargau konnte das Mädchen geborgen werden. Es befand sich mindestens 10 Minuten im Wasser.

Bleibende Schäden habe es keine davongetragen, sagt Repol-Chef Heiner Hossli. Die Mutter sei vor rund einem Monat am Schalter vorbeigekommen und habe mitgeteilt, dass die Kleine wohlauf sei. «Das war eine super Leistung, auf die wir stolz sein dürfen. Alles hat zusammengepasst», hält Hossli fest. «Es hat sich gezeigt, dass sich die Aus- und Weiterbildung im Bereich Flussrettung auszahlt.»

Im Rapportraum an der Unteren Hofstatt in Brugg blickt der Repol-Chef an einem Medientermin zurück auf die Tätigkeiten 2016. Es konnten weitere schöne Erfolge erzielt werden: Hossli erwähnt die Festnahme eines 22-jährigen Räubers nach einem Banküberfall in Wildegg oder die Einbrecher, die in Oberflachs erwischt wurden. Apropos Einbrüche: Die Prävention mit der verstärkten Präsenz in den Wohn- und Industriequartieren wirkt sich offenbar aus.

Die Zahl der Einbruchdiebstähle im Wohnbereich ging im Repol-Gebiet von 97 im Jahr 2015 zurück auf 57. Markant ist die Abnahme in der Stadt Brugg mit einem Rückgang von 27 auf 13. In Hausen reduzierte sich die Zahl von 14 auf 5.

Geschwindigkeit wird eingehalten

Nicht ganz so positiv sei die Entwicklung im Bereich häusliche Gewalt, räumt Hossli ein. Von 85 Fällen im Jahr 2015 war im Repol-Gebiet eine Zunahme auf 109 Fälle zu verzeichnen.

Wirkung zeigten die Massnahmen im Strassenverkehr: Bei Geschwindigkeitskontrollen wurden zwar mehr Fahrzeuge gemessen, weniger aber waren zu schnell unterwegs. Die Zahl der Geschwindigkeitsdelikte sank von 16 696 im Jahr 2015 auf 14 375. Ausgesprochen wurden dagegen mehr Ordnungsbussen: 8475, ein Jahr zuvor waren es noch 7301.

Zurückzuführen ist der Anstieg laut Hossli darauf, dass Fahrverbote teilweise mit Kameras überwacht werden. Zudem sei bei der Mülimatt-Sporthalle das Parkregime geändert worden. Bussen gab es überdies beispielsweise auch wegen Telefonieren am Steuer oder weil die Gurten nicht getragen wurden.

Grossanlässe prägen das Jahr

Im Bereich Verkehrswesen wirkte die Polizei in Arbeitsgruppen und Kommissionen mit, erstellte Konzepte für Baustellen oder kümmerte sich um Signale und Markierungen. Bei der Verkehrsinstruktion an Kindergärten und Schulen stiess die Aktion «Toter Winkel» auf grosses Interesse.

Auf dem Programm standen – unter anderem – auch eine Teilnahme am Verkehrserziehungswettbewerb in Langnau, eine Verkehrslotsenausbildung in Lupfig oder der Tag des Lichts. Eingeweiht werden konnte ebenfalls das neue Verkehrsinstruktionsfahrzeug.

Weitere Haupttätigkeiten für die Repol waren die Hotspot-Kontrollen – um Ruhe und Ordnung sicherzustellen – bei Bahnhof, Schulanlagen, Altstadt oder Neumarkt. Gefragt war der Einsatz ebenfalls bei Grossanlässen wie bei der Fasnacht, der Fussball-EM, dem slowUp oder dem Convoy to Remember.

Grossanlässe, sagt Repol-Chef Hossli in seinem Ausblick, werden auch das Jahr 2017 stark prägen. Die Palette reicht vom Aargauer Kantonalschwingfest über den Oldtimer-GP bis zum Argovia-Fäscht oder zum Weihnachtsmarkt.

An Waffen ausgebildet

An ihren Zielen und Schwerpunkten werde die Regionalpolizei nicht viel ändern müssen, stellt Hossli fest. Zusätzlich ein besonderes Augenmerk gerichtet werde auf illegale Glücksspiele und Wetten.

Tätig sind bei der Repol derzeit 21 Polizisten sowie 3 Verwaltungsangestellte. Im Korps kam es 2016 mit Stefanie Wiggers, André Scheidegger und Nadine Erismann zu drei Neuzugängen. Zum Korporal befördert wurden Martin Frey und Lukas Peterhans. Nach knapp 38 Dienstjahren pensioniert wurde Walter Krenn.

Absolviert haben die Polizisten neben Schiess- und Selbstverteidigungskursen auch Aus- und Weiterbildungen in den Bereichen Informatik – eingeführt wurden neue IT-Systeme – sowie Waffenhandhabungen. Denn mit Blick auf die Terrorbekämpfung, sagt Hossli, seien Sturmgewehre angeschafft worden.