Brugg

Regionalpolizei muss Fahrräder horten — Velodiebstähle gehen leicht zurück

Die Fahrräder werden im Zwischenlager aufbewahrt, bis sie identifiziert oder weitergegeben werden können.

Die Fahrräder werden im Zwischenlager aufbewahrt, bis sie identifiziert oder weitergegeben werden können.

Gestohlene Velos werden während einer Frist von der Regionalpolizei Brugg aufbewahrt. Viele lassen sich aber keinem Besitzer zuordnen.

Spätestens beim ersten Schneefall rücken sie als Fortbewegungsmittel in den Hintergrund. Aber gestohlene Velos, die verlassen am Wegesrand stehen, gibt es das ganze Jahr. Die Regionalpolizei (Repol) Brugg sammelt sie ein und bringt sie in ein Zwischenlager. Je nach Zustand muss das Fahrrad einen Monat, drei oder sechs Monate aufbewahrt werden. Rund 100 Velos befinden sich daher zwischenzeitlich im Lager.

Die meisten Diebstähle erfolgen im Frühling oder Sommer und werden im Bereich der grossen Veloständer im Zentrum und im Umkreis des Bahnhofs verzeichnet. «Es kommt auch vor, dass Fahrräder bei Schulhäusern, Hauseingängen oder sogar aus Velokellern entwendet werden», sagt Repol-Chef Andreas Lüscher.

Pro Monat werden etwa 25 Fahrräder aufgefunden, das sind 300 im Jahr. 70% der Velos befinden sich in gutem, fahrtüchtigem Zustand. 20% der Fahrräder sind defekt, weil die Räder oder der Sattel fehlen oder weil zum Beispiel der Rahmen beschädigt ist. Nur 10% der Zweiräder sind in Top-Zustand.

Die eindeutige Identifikation hilft bei der Klärung des Diebstahls

Die Repol verzeichnete dieses Jahr auf ihrem Gebiet bisher 150 Diebstahlsmeldungen, wie Lüscher festhält. Im letzten Jahr wurden 204 Diebstähle erfasst, 2017 waren es 215. «Wir stellen bei den Velodiebstählen einen leichten Rückgang fest», so Lüscher. Er vermutet, dass dies unter anderem mit den fahrzeugähnlichen Geräten – zum Beispiel Trottinette – zusammenhängt, die aktuell genutzt werden. Fahrräder seien möglicherweise nicht mehr gleich interessant im Pendlerverkehr. «Die meisten Diebstähle passieren, wenn jemand schnell von A nach B kommen will», stellt Lüscher fest.

Längst nicht alle Fahrräder können ihrem rechtmässigen Besitzer zugeführt werden. Früher haben die Besitzer zusätzlich zur Vignette ihren Namen und die Adresse notiert und aufs Fahrrad geklebt. Wenn das Velo gar die Kantonsgrenze passiert habe, sei das sofort aufgefallen, so Lüscher. Heute ist das anders.

«Es sind viele Velos, die wir einziehen und horten müssen. Uns wäre es ein Anliegen, dass die Besitzer Rahmennummer, Farbe, Marke oder besondere Merkmale festhalten.» Nur wenn ein Diebstahl mit genügend Angaben gemeldet ist, kann das Fahrrad sauber zugeordnet werden. Es sei nicht möglich, einen Blick in die Lagerhalle zu werfen und sein Fahrrad selbst zu suchen. «Wir müssen das Velo eindeutig identifizieren können», sagt Lüscher.

Läuft die Frist ab, ohne dass jemand den Diebstahl meldet, gibt die Repol die Fahrräder nach Bedarf an eine gemeinnützige Organisation oder an eine geschützte Werkstatt. Dort werden die Velos aufbereitet oder die Materialien weiterverwertet. Bei defekten oder verrosteten Fahrrädern versucht die Polizei, einen allfälligen Diebstahl zu klären. Gelingt dies nicht, werden sie entsorgt. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Fahrrad bei Niedrigwasser aus der Aare geborgen oder beim Flussufer aufgefunden wird. Lüscher empfiehlt als Diebstahl-Prävention ein qualitativ gutes Fahrradschloss. Bei E-Bikes kann zudem der Akku abgenommen werden, um Diebstähle zu vermeiden. «Aber eine Sicherheit von 100% gibt es nicht.»

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