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Regionalpolizei Brugg: Fälle von häuslicher Gewalt nehmen zu

Wechsel an der Spitze der Regionalpolizei Brugg (von links): Heiner Hossli geht Ende Januar in Pension, seine Nachfolge tritt Andreas Lüscher an. Patrik Lehmann wird neu Chef-Stv. I und André Scheidegger hat künftig die Funktion als Chef-Stv. II inne. mhu

Wechsel an der Spitze der Regionalpolizei Brugg (von links): Heiner Hossli geht Ende Januar in Pension, seine Nachfolge tritt Andreas Lüscher an. Patrik Lehmann wird neu Chef-Stv. I und André Scheidegger hat künftig die Funktion als Chef-Stv. II inne. mhu

Von Einbrüchen bis Veloprüfungen – was 2018 beschäftigt hat, sagt Heiner Hossli, Chef der Regionalpolizei

Stark gefordert war die Regionalpolizei (Repol) Brugg 2018 durch die Fälle von häuslicher Gewalt. Wie im ganzen Kanton, hat sich die Zahl erhöht – über alle 18 Gemeinden im Brugger Repol-Gebiet von 81 im Vorjahr auf 148, was also beinahe einer Verdoppelung entspricht.

Alleine in Windisch wurden 36 Fälle verzeichnet (im Vorjahr waren es 14), in Brugg 34 (Vorjahr 22), in Birr 20 (Vorjahr 10). Vielfach seien es immer wieder die gleichen Personen, zu denen die Polizei mehrfach ausrücken müsse, stellte Repol-Chef Heiner Hossli an der gestrigen Medieninformation fest. Im Spiel seien oft Alkohol und Drogen, ebenfalls eine Rolle spiele – zeige die Erfahrung – der Migrationshintergrund.

Die Kontrollen wirken sich aus

Im Repol-Gebiet blieb die Einwohnerzahl mit rund 45'500 im Vergleich zum Vorjahr in etwa gleich hoch. Auch die Zahl der Einbruchdiebstähle im Wohnbereich war mit 52 (Vorjahr 54) stabil. Hossli vermutet, dass einerseits die verstärkte Patrouillentätigkeit der Polizei und anderseits die Präventionsarbeit – mit Massnahmen wie Licht brennen lassen bei Abwesenheit – positive Auswirkungen haben.

Heiner Hossli geht Ende Januar in Pension, das Video-Interview zum Abschied:

Heiner Hossli, was hat sie in 38 Dienstjahren am meisten bewegt?

Heiner Hossli, was hat sie in 38 Dienstjahren am meisten bewegt?

Der abtretende Chef der Regionalpolizei Brugg im Interview.

Zugenommen haben dagegen die Einbrüche bei Firmen, Industriegebäuden, öffentlichen Gebäuden oder Baustellen: Hier stieg die Zahl von 35 auf 51. Diese Tendenz sei im ganzen Kanton festzustellen, sagte Hossli. Einen einzelnen, bestimmten Grund für diese Steigerung zu nennen, sei allerdings schwierig.

Wirkung zeigten offenbar auch die vermehrten Kontrollen im Bereich illegale Glücksspiele und Wetten. 2017 mussten insgesamt 17 Kontrollen durchgeführt werden. Dabei konnten 7 Wettcomputer und 11 Glücksspielautomaten sichergestellt werden, eingereicht wurden 11 Strafanzeigen und es gab 10 Verurteilungen. Im letzten Jahr sind bei 7 Kontrollen noch 6 Wettcomputer und 8 Glücksspielautomaten sichergestellt worden, eingereicht wurden durch die Repol Brugg 4 Strafanzeigen.

Erhöht haben sich dagegen die Zahlen der vorläufigen Festnahmen und Anhaltungen von 39 im Vorjahr auf 64. Einen Einfluss hat laut Hossli der SBB-Knotenpunkt sowie der Standort der Psychiatrischen Dienste Aargau AG (PDAG). Gestiegen sind ebenfalls die Anzeigen nach Strafgesetzbuch von 355 auf 383. Viel Arbeit bescherten der Repol überdies die Einvernahmen (Zunahme von 135 auf 199) sowie das Schreiben der Berichte (Steigerung von 578 auf 652).

Stadtfest ist die «grösste Kiste»

Apropos viel Arbeit: Einiger Aufwand wird betrieben für die Verkehrsinstruktion, ein wichtiger Fachbereich, wie Hossli betonte. 432 Schüler absolvierten im letzten Jahr die Veloprüfung – nur gerade 3 fielen durch – und durchgeführt wurde die Aktion «Toter Winkel». Diese hat sich bewährt und ist auch 2019 geplant, genau wie zum Schulanfang die Standaktion am slowUp, die Präsenz an Fussgängerstreifen, die gezielten Geschwindigkeitskontrollen bei Schulen oder der Tag des Lichts. Auf der anderen Seite erhalten auch die Senioren Tipps an den Anlässen unter dem Titel «Mobilität im Alter».

Zu den Tätigkeitsgebieten der Repol gehören nicht zuletzt das Marktwesen mit den drei Brugger Jahrmärkten sowie das Fundbüro. 2018 wurden insgesamt 305 Fundgegenstände abgegeben (Vorjahr 290). 200 konnten wieder an die Eigentümer vermittelt werden (Vorjahr 210).

Im Hinblick auf die Einführung von Tempo-30-Zonen in der Stadt Brugg hat die Repol ein Geschwindigkeitsmessgerät «Speedy» angeschafft. Den Fahrzeuglenkern wird mit grossen Ziffern angezeigt, wie schnell sie unterwegs sind. In Sachen Grossanlässen komme 2019 erneut einiges auf die Repol zu, hielt Hossli in seinem Ausblick fest und erwähnte den Fasnachtsumzug, das Argovia Fäscht, den Oldtimer GP, das internationale Goldwing-Motorrad-Treffen, das Jugendfest, den slowUp sowie – «die grösste Kiste» – das Stadtfest an den beiden Wochenenden Ende August. Zudem stehe mit dem Baubeginn der Südwestumfahrung ein grosses Strassenprojekt bevor.

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