Windisch
Regionale Zusammenarbeit: Windischer Ammann kritisiert kleine Gemeinden

Windischs Gemeindeammann Heidi Ammon ist mit der regionalen Zusammenarbeit nicht zufrieden: Sie hat eine klare Botschaft: «Die kleineren Gemeinden können sich nicht einfach zurücklehnen und warten, bis das Zentrum handelt.»

Claudia Meier
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Windisch
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Für eine Beurteilung in Sachen Campussaal ist es noch zu früh.
Freude herrscht: Der Campus-Neubau ist eingeweiht worden.
Jugendarbeit: Pool-Party im nächtlichen Schwimmbad Heumatten.
Die Bildung einer Oberstufen-Kreisschule gestaltet sich schwierig.

Windisch

zvg/mhu

Wenn es darum geht, nach einer Amtsperiode Bilanz zu ziehen, wünscht sich der Steuerzahler vom Gemeinderat keine Selbstbeweihräucherung, sondern eine kritische Beurteilung über die Zielerreichung.

In diesem Sinne informierte Gemeindeammann Heidi Ammon gestern Donnerstagnachmittag die Medien: Von 42 formulierten Zielen wurden in den vergangenen vier Jahren aus Sicht des Gemeinderats Windisch deren 25 erreicht. In 10 Bereichen fällt die Bilanz durchzogen und in 7 negativ aus.

Ziele bewusst hochgesteckt

«Wir haben bewusst ambitiöse Ziele formuliert. Uns war klar, dass wir nicht alles auf Anhieb erreichen werden», sagte Heidi Ammon. Besonders gross ist die Freude über den eingeweihten Campus. In der kommenden Legislatur soll der Wissensaustausch mit der Fachhochschule aber noch intensiver gepflegt werden.

Nicht ganz so positiv fällt das Urteil über den neuen Campussaal aus. Das Windischer Stimmvolk hiess noch vor der Eröffnung eine happige Erhöhung des Betriebsbeitrags von 100 000 auf 210 000 Franken gut. «Eine Beurteilung der Zielsetzung ist erst in der nächsten Legislatur möglich», schrieb der Gemeinderat im Dezember in seinem Bericht, den er diese Woche auch den Einwohnerräten zukommen liess.

Kreisschule hat hohe Priorität

Die wenigen Ziele, die nicht erreicht wurden, fielen vor allem in den Bereich der regionalen Zusammenarbeit oder seien aufgrund der beschränkten finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde nicht zustande gekommen, erläutert der Gemeinderat. «Sobald es um die Finanzen geht, ziehen sich mögliche Partner auf den Gemeindebann zurück», fügte Verwaltungsleiter André Gigandet an.

So seien aktuell die Verhandlungen über kostendeckende Schulgelder und die Bildung einer Kreisschule für die Oberstufe mit den Partnergemeinden im Gange. Diese gestalteten sich aber schwierig, so Ammon. Sie ist zuversichtlich, dass bis im Sommer eine Lösung gefunden werden kann. Der Gemeinderat verfolgt dieses Ziel mit hoher Priorität.

Ein anderes Beispiel sei die Finanzierung der regionalen Jugendarbeit mit der Stadt Brugg und dem Eigenamt. Zwar sei das Bedürfnis der Jugendlichen gross und erste Pilotprojekte seien erfolgreich aufgegleist worden, aber auf der politischen Ebene klemme es, sagte Ammon.

«Wir versuchen nun, bei diesem Projekt noch zu retten, was möglich ist. Die Mobilität der Jungen kennt schliesslich keine Grenzen. Viele Schüler aus den Nachbargemeinden , die in Windisch die Schulen besuchen, wollen auch hier ihre Freizeit verbringen», so Gemeindeammann Ammon.

Die Politikerin hat eine klare Botschaft: «Die kleineren Gemeinden können sich nicht einfach zurücklehnen und warten, bis das Zentrum handelt.» Wie in den meisten Gemeinden seien auch im Zentrum die zeitlichen und finanziellen Ressourcen knapp.

Abbau von Altlasten

Als grosse Herausforderung für die kommenden vier Jahre bezeichnete Ammon die Instandhaltung der zahlreichen Werkleitungen. Der Einwohnerrat hatte in den letzten Jahren verschiedene Kreditanträge abgelehnt.

«Die vielen Diskussionen haben aber bei einigen Personen zu einem Umdenken beigetragen. Unser Ziel sollte es nun sein, den kommenden Generationen nicht noch mehr Altlasten zu hinterlassen», so Ammon.

Mit der regen Bautätigkeit – der Verdichtung im Zentrum und der Umstrukturierung des Kunzareals – habe die Gemeinde Windisch eine innovative und nachhaltige Entwicklung erlebt. «Darauf bin ich sehr stolz. Es ist uns – ohne neue Einzonungen – gelungen, Investoren zu finden», bilanziert Gemeindeammann Ammon.

Der Gemeinderat will auch in seiner neuen Zusammensetzung bei den bewährten Leitsätzen unter dem Motto «Windisch bewegt» bleiben. Im Juni wird er seine neuen Ziele vorstellen.