Region Brugg
Schnapszahldaten für Trauungen sind fast ausgebucht: Zivilstandsamt rechnet 2022 mit «Nachholbedarf»

Die Anzahl Eheschliessungen und Partnerschaftsbeurkundungen beim regionalen Zivilstandsamt Brugg lag 2021 erneut unter dem früheren Jahresdurchschnitt. Leiterin Sandra Knus erklärt, welches das beliebteste Traulokal ist und warum der Rückgang eingetragener Partnerschaften nicht nur mit der Pandemie zu tun hat.

Carla Honold Jetzt kommentieren
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Trauungen führt das regionale Zivilstandsamt Brugg unter anderem im Stäblisaal im Stadtmuseum durch.

Trauungen führt das regionale Zivilstandsamt Brugg unter anderem im Stäblisaal im Stadtmuseum durch.

zvg/René Rötheli

Im Zivilstandskreis Brugg, der ausser Mandach sämtliche Gemeinden im Bezirk umfasst, wurden 2021 laut Sandra Knus 176 Trauungen beurkundet. Die Anzahl Eheschliessungen bewegte sich im vergangenen Jahr im ähnlichen Bereich wie im Vorjahr, erklärt die Zivilstandsbeamtin und Leiterin des regionalen Zivilstandsamts Brugg. 2020 wurden 167 Paare getraut. Knus berichtet weiter:

«Damit liegen beide ‹Coronajahre› um zirka 15 bis 20 Prozent unter dem früheren Jahresdurchschnitt.»

Den Rückgang führt sie – abgesehen von natürlichen Schwankungen – auf die Pandemie zurück. Seit März 2020 bestehen laut Knus ununterbrochen gewisse Schutzmassnahmen. Zurzeit gelten für Trauungen eine Sitz- und Maskenpflicht. Des Weiteren müssen Abstandsregelungen und Gästebeschränkungen eingehalten werden.

Keine Veränderung sei hingegen bei der Anzahl Scheidungen feststellbar. «2021 haben wir 120 Scheidungen des Bezirksgerichts Brugg im Zivilstandsregister eingetragen», berichtet Knus. Das entspreche dem Durchschnitt der vergangenen Jahre.

Der Stäblisaal bleibt beliebt

Das regionale Zivilstandsamt Brugg führt im Prophetenstädtchen Trauungen in drei Lokalen – dem Stadthaus, dem Stadtmuseum und dem Rathaus – sowie an fünf auswärtigen Standorten durch. «Am beliebtesten war nach wie vor der Stäblisaal im Stadtmuseum», berichtet Leiterin Sandra Knus. 104 Trauungen hätten im letzten Jahr dort stattgefunden. Sie weiss:

«Bereits vor der Pandemie war der stilvolle Stäblisaal das meistgebuchte Traulokal.»

Aufgrund der Coronamassnahmen können an den Zeremonien im Brugger Stadtmuseum aktuell maximal 24 statt bis zu 40 Personen teilnehmen.

Im Stäblisaal des Stadtmuseums Brugg sind Bilder von Adolf Stäbli zu sehen.

Im Stäblisaal des Stadtmuseums Brugg sind Bilder von Adolf Stäbli zu sehen.

Maja Reznicek
(12. Dezember 2021)

Partnerschaftseintragungen gab es im letzten Jahr keine

2021 ging neben der Anzahl Trauungen auch jene der Partnerschaftseintragungen zurück. Im vergangenen Jahr wurde gemäss Knus im Zivilstandskreis Brugg keine eingetragene Partnerschaft beurkundet. 2020 waren drei eingetragene Partnerschaften abgeschlossen worden – 2019 waren es deren vier.

Sandra Knus ist die Leiterin des regionalen Zivilstandsamts Brugg.

Sandra Knus ist die Leiterin des regionalen Zivilstandsamts Brugg.

Michael Hunziker
(12. Dezember 2013)

Hinter dieser Entwicklung sieht die Leiterin des regionalen Zivilstandsamts einen nicht pandemiebedingten Grund: «Wir vermuten, dass viele gleichgeschlechtliche Paare unter dem Aspekt der ab 1. Juli 2022 möglichen ‹Ehe für alle› zum jetzigen Zeitpunkt auf die Beurkundung der eingetragenen Partnerschaft verzichten.»

Bislang habe ein gleichgeschlechtliches Paar seinen Trauungstermin für die zweite Jahreshälfte 2022 reserviert. Anfragen für die Umwandlung der eingetragenen Partnerschaft in eine Ehe, die ebenfalls ab Juli möglich ist, sind bisher noch keine eingegangen, wie Knus mitteilt.

Am 22. Februar 2022 sind alle Termine bereits vergeben

«Die Reservationen bewegen sich schätzungsweise im üblichen Rahmen wie vor der Pandemie», meint Sandra Knus im Hinblick auf die Trauungen im kommenden Jahr. Es sei schwierig, die Nachfrageentwicklung vorauszusagen. Sie fügt hinzu:

«Wir vermuten jedoch, dass aufgrund der Pandemie ein gewisser ‹Nachholbedarf› bestehen könnte.»

Dies könne vor allem im Bereich grösserer Zeremonien mit zahlreichen Gästen der Fall sein.

Für die Monate Mai und Juni seien am Freitagnachmittag jeweils nur noch vereinzelt Termine verfügbar, so Knus. Komplett ausgebucht sei mit acht bestätigten Trauungen der 22. Februar 2022 – der letzte sogenannte «palindromische Tag» bis zum 3. Februar 2030. Am 2. Februar 2022 ist laut der Zivilstandsamtleiterin von vier möglichen Trauungsterminen noch einer verfügbar.

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