Bezirk Brugg
2024 sollen fünf Wasserstoffbusse durch die regionalen Strassen düsen – das hätte mehrere Vorteile

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher fanden sich am Mittwochabend zum Tourismus-Apéro Region Brugg ein. Zwei Schwerpunktreferate stellten alternative Antriebsformen in den Fokus.

Maja Reznicek
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Als Vertreter der Postauto AG berichtete Patrick Zingg über alternative Antriebe.

Als Vertreter der Postauto AG berichtete Patrick Zingg über alternative Antriebe.

Maja Reznicek

Eine Anekdote läutete den Abend ein. Mit Schwung erzählte Peter Belart, wie ein übermotivierter Steward ihn bei einer Flugreise mit einer ohrenbetäubenden Ansprache in Empfang nahm. Die Euphorie seines Protagonisten liess der ehemalige Co-Präsident von Tourismus Region Brugg in die Begrüssung der Besucherinnen und Besucher des Tourismus-Apéro Region Brugg einfliessen.

In diesem Jahr organisierte der Verein den Anlass gemeinsam mit der Postauto AG in der Einstellhalle der Voegtlin-Meyer AG in Brugg. Neben Standaktionen der Vereinspartner – darunter etwa das Paul-Scherrer-Institut Villigen oder das Museum Aargau – bestimmten besonders zwei Vorträge den Abend.

Martin Gautschi, Inhaber Voegtlin-Meyer AG.

Martin Gautschi, Inhaber Voegtlin-Meyer AG.

Alex Spichale

Das erste Schwerpunktreferat gab Martin Gautschi von der Voegtlin-Meyer AG. Der Inhaber des 1912 gegründeten Unternehmens bezeichnete dessen bisherige Arbeit als «sehr fossillastig». Man beschäftige sich aber aktiv mit der Zukunft:

«Die Welt dreht sich weiter, fossile Treib- und Brennstoffe werden irgendwann abgelöst.»

Wasserstofftechnologie könne ein geeigneter Treibstoffersatz für Diesel sein. Wichtig sei dabei, mit sogenanntem grünen Wasserstoff zu arbeiten. Dieser wird mit Hilfe von regenerativem Strom produziert, als Abfallprodukt entsteht lediglich Sauerstoff.

Besonders für schwere Motorfahrzeuge wird Wasserstoff eine Rolle spielen

Martin Gautschi gab während seiner Präsentation Einblick in den «Stand der Technik in der Mobilität». In der Schweiz gehe es vorwärts: Acht Wasserstofftankstellen bestehen schon, 93 seien in Planung. Bei den Produktionsstätten weist die Nation drei auf, zwölf sind geplant. Gautschi sagte: «Das ist eine gute Rate, das Ziel ist sicher der weitere Ausbau.» Die Wasserstofftechnologie werde zukünftig besonders für den Antrieb von schweren Motorfahrzeugen eine Rolle spielen.

An verschiedenen Ständen erhielten die Gäste Einblick in die «touristischen Highlights der Region Brugg».

An verschiedenen Ständen erhielten die Gäste Einblick in die «touristischen Highlights der Region Brugg».

Maja Reznicek

Besonders stolz, so unterstrich der Inhaber der Voegtlin-Meyer AG, sei man auf ein aktuelles Projekt in diesem Bereich: die geplante H2-Tankstelle im Wildischachen in Brugg. Beteiligt sind daran ebenfalls die Axpo Power AG, Postauto AG und IBB AG.

Anschliessend gab Gautschi an den nächsten Referenten, «einem Mann, der Wasserstoff im Blut hat», weiter: Patrick Zingg thematisierte die Dekarbonisierungsstrategie der Postauto AG. Gemäss dem Leiter Markt und Kunden Postauto Gebiet Nord sei man als Unternehmen des Bundes natürlich verpflichtet, sich dessen Bestrebung, «weg vom Erdöl und hin zu weniger CO2-Ausstoss», anzuschliessen.

Patrick Zingg, Leiter Markt und Kunden Postauto Gebiet Nord.

Patrick Zingg, Leiter Markt und Kunden Postauto Gebiet Nord.

Alex Spichale

Zudem nannte Zingg eine eindrückliche Zahl:

«Wir verursachen 20 Prozent des CO2-Ausstosses im Schweizer ÖV-Verkehr.»

Bis 2040 sollen alle Postautos fossilfrei unterwegs sein: Das heisst, dass die gesamte Flotte von 2400 Fahrzeugen bis dahin aus Batterie- und Brennstoffzellenbussen bestehen wird.

Bewusst sind zwei Antriebsformen für die Busse angedacht

In sechs Jahren plant die Postauto AG die letzte Bestellung von Dieselbussen. Bewusst sollen zukünftig zwei verschiedene Antriebsformen zum Einsatz kommen. Wie Zingg erklärte, ist ein reiner Batteriebus nur für kürzere Strecken ausgelegt. Er sagte:

«Wasserstoffbusse können auch längere Reisestrecken – beispielsweise Bergstrecken, bei denen man noch eine Heizung beziehungsweise Klimaanlage benötigt – übernehmen.»

Aktuell arbeite Postauto an der schrittweisen Umstellung auf CO2-neutrale Antriebe. Da man 900 Linien in der ganzen Schweiz betreibe, habe man sich überlegen müssen, wie der Wandel umsetzbar sei. «Postauto hat daraufhin bereits über 100 geeignete E-Bus-Projekte identifiziert», erklärte Zingg. In Brugg prüfe man beispielsweise – in einer ersten Etappe – den Einsatz von fünf Wasserstoffbussen ab 2024.

Der Anlass am Mittwoch war gut besucht. Am Rednerpult: Peter Belart.

Der Anlass am Mittwoch war gut besucht. Am Rednerpult: Peter Belart.

Maja Reznicek

Nach den Schwerpunktreferaten stand nochmals das Thema Tourismus im Fokus. Peter Belart legte als Vertreter von Tourismus Region Brugg den Anwesenden die «enorm reizvolle Region» dar. Diese zeichne sich etwa durch Landschaft, Geschichte und diverse Aktivitätsmöglichkeiten aus.

Zum Ziel des Vereins sagte Belart zusammenfassend: «Alle diese Attraktionen wollen wir immer wieder in Erinnerung rufen und erlebbar machen.» Zudem erwähnte er rückblickend erfolgreiche Projekte wie die Aarebeiz Uferlos oder «Brugg wird zum Bauernhof».

Brandneue Website ging diese Woche online

Cornelia Hubmann, Leiterin Standortmarketing und Kommunikation von Brugg Regio.

Cornelia Hubmann, Leiterin Standortmarketing und Kommunikation von Brugg Regio.

Maja Reznicek

Auch das Ziel des Planungsverbands Brugg Regio sei es, die Attraktivität der Region sichtbar zu machen, erklärte Cornelia Hubmann am Mittwochabend. Die Leiterin Standortmarketing und Kommunikation gab Einblick – mit Fokus auf die Standortförderung – in die Aktivitäten des Verbands. Direkt stellte Hubmann ein brandneues Projekt vor: Mitte dieser Woche ist die neue Website von Brugg Regio online gegangen. Als Highlights nannte Hubmann sowohl den Veranstaltungskalender als auch den «Restaurant- und Hotelfinder».

Ausserdem machte die Leiterin Standortmarketing und Kommunikation auf diverse Aktionen im aktuellen Jahr aufmerksam. Vom 14. bis 19. April veranstaltet der Planungsverband auf der neuen Website eine virtuelle Osternestsuche. Fünf Nester können gefunden werden, es winken Belohnungen aus der Region.

Abschliessend zeigte sich Hubmann zuversichtlich für das Jahr: Schon als die ersten Coronamassnahmen gefallen seien, sei der Veranstaltungskalender von Brugg Regio fast explodiert.

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