Brugg

Reformierte Kirchenpflege braucht neue Präsidentin – Esther Meier tritt zurück

Die 74-Jährige ist seit 2013 Präsidentin der Reformierten Kirchgemeinde Brugg. Nun tritt sie zurück. Als neue Präsidentin stellt sich Trudy Walter der Wahl.

An der Spitze der Reformierten Kirchgemeinde Brugg kommt es zu einem Wechsel: Kirchenpflegepräsidentin Esther Meier tritt nicht mehr an bei den Gesamterneuerungswahlen diesen Sonntag.

«Schon allein altershalber wird es Zeit, ausserdem freue ich mich auch mal über einen terminfreien Tag», antwortet die 74-Jährige auf die Frage nach dem Grund. Sie gebe das Amt mit einem guten Gefühl ab, fährt sie fort. Trudy Walter, die sich als neue Präsidentin zur Verfügung stellt, war ein Jahr lang Vizepräsidentin «und hat sich gut in das Dossier eingearbeitet». Sowieso sei schön, fügt die abtretende Präsidentin an, dass für alle Sitze Kandidaten gefunden werden konnten.

Enkel kommen nicht zu kurz

Esther Meier amtete zu einem früheren Zeitpunkt bereits gut 10 Jahre lang als Vizepräsidentin der Reformierten Kirchgemeinde Brugg. 2012 trat sie wieder in die Kirchenpflege ein als Vizepräsidentin, seit 2013 ist sie Präsidentin.

Angetreten und ausgeübt habe sie das Amt in der Kirchenpflege, weil sie sich dem Glauben verbunden fühle. «Da kann man auch aktiv werden.» Präsidentin sei sie vor allem auch deshalb geworden, weil ihr Vorgänger Heiri Wernli gesundheitlich angeschlagen war. Ebenfalls war Esther Meier 20 Jahre lang Mitglied der Synode. Dieses Amt gebe sie ebenfalls ab, denn: «Einmal ist genug!»

Freude bereitet haben ihr während ihrer Zeit in der Kirchenpflege der «wunderbar gelungene» Wechsel beim Sigristen sowie bei der Finanzverwaltung, ebenso bei der Sekretariatsarbeit. «Das gelingt nicht selbstverständlich.» Gerne geleitet habe sie die Sitzungen, «gerne straff», blickt die abtretende Präsidentin zurück. Den Austausch untereinander, auch ausserhalb der Traktanden, werde sie künftig wohl am meisten vermissen.

Gefordert habe sie auf der anderen Seite – in der ersten Phase ihrer Tätigkeit in der Kirchenpflege – die Auseinandersetzung um die Person des damaligen Pfarrers Lukas Baumann. Dieser sorgte mit eigenwilligen Äusserungen und Aktionen für Unruhe und Aufsehen über die Region hinaus. «Dieses Kapitel werde ich bestimmt nicht vermissen.» In der letzten Periode sei soweit alles gut gelaufen, bis auf die Krankheit des damaligen Sigristen. «Dies sind schwierige Momente.»

Die neu gewonnene Freizeit werde sie nutzen zum Russischlernen und für Besuche im Opernhaus, sagt sie und ergänzt: «Die Enkel sollen bestimmt auch nicht zu kurz kommen.»

Neun Kandidaten treten an

Derzeit besteht die Kirchenpflege aus acht Mitgliedern, weil für den zurückgetretenen Peter Kerkhoven kein Ersatz gefunden werden konnte. Mit der anstehenden Wahl soll die Kirchenpflege wieder vervollständigt werden. Der Wahl stellen sich neun Kandidatinnen und Kandidaten: Daniela Schwarz (Jahrgang 1974, bisher); Marianne Keller (1949, bisher); Trudy Walter (1973, bisher); Ueli Wittwer (1958, bisher); Ruedi Füchslin (1966, neu); Martina Meinecke (1967, neu); Helene Pfister (1964, neu); Marianne Rudolf (1971, neu); Christian Weiser (1969, neu); Kirchenpflegepräsidentin: Trudy Walter (neu);

Mitglieder der Synode: Gabriela Leuenberger Schäfer (1964, bisher); Ruedi Füchslin (neu). Trudy Walter ist seit 2016 Mitglied der Kirchenpflege und war bisher mit dem Ressort Musik betraut. Sie ist bereit, neben dem Präsidium auch das Ressort Musik und Gottesdienst zu übernehmen.

Zur Wiederwahl als Pfarrerin beziehungsweise als Pfarrer empfiehlt die Kirchenpflege Bettina Badenhorst (100 Prozent) sowie Rolf Zaugg (100 Prozent).

Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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