Reaktion
Die Windischer SP-Fraktion ist enttäuscht über die Botschaft zur Oase

Die Regierung will die wichtigsten Infrastrukturelemente des Regionalen Gesamtverkehrskonzepts Ostaargau (Oase) im Richtplan festsetzen. Die Pläne stossen auf Kritik.

Michael Hunziker
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Ein Schlüsselelement der Oase ist die Zentrumsentlastung mit einem Tunnel.

Ein Schlüsselelement der Oase ist die Zentrumsentlastung mit einem Tunnel.

Bild: zvg

Ein starkes Wachstum wird erwartet in den kommenden Jahren im Ostaargau. Die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner wird voraussichtlich genauso zunehmen wie die Zahl der Arbeitsplätze. Das Strassennetz kommt dabei an die Leistungsgrenze, die Städte Brugg und Baden leiden unter dem Verkehrsaufkommen.

Der Kanton hat deshalb das Regionale Gesamtverkehrskonzept Ostaargau (Oase) erarbeitet. Denn auch in Zukunft sollen die Wirtschaftszentren erreichbar sein, sagte der Aargauer Baudirektor Stephan Attiger an einer Medieninformation.

Vorgestellt wurde an dieser die Botschaft der Regierung zur Oase an den Grossen Rat. Im Raum Brugg-Windisch ist vorgesehen, die wichtigsten Infrastrukturelemente im Richtplan auf Stufe Festsetzung anzuheben: Velovorzugsrouten, Velohauptverbindungen sowie – als Schlüsselelement – die Zentrumsentlastung. Gewählt wird bei Letzterer eine Linienführung vom Kreisel Lauffohr durch das Gebiet Au­feld mit einem Tunnel unter der Aare und einem Anschluss an die Südwestumfahrung.

«Die Entscheide werden nicht aufgenommen»

Die – kritischen – Reaktionen liessen nicht auf sich warten. Enttäuscht über die Botschaft zur Oase äussert sich die SP-Fraktion Windisch. In einer Medienmitteilung heisst es:

«Die Linienführung sowie die Festsetzung nehmen in keiner Art und Weise die Entscheide des Einwohnerrats Windisch auf.»

Der Einwohnerrat Windisch habe zweimal Stellung genommen: einmal zur Linienführung sowie das zweite Mal zur Festsetzung. Die SP verweist auf das Postulat, das im Januar letzten Jahres im Einwohnerrat überwiesen wurde. Der Gemeinderat wurde eingeladen, sich in der weiteren Planung der Oase für eine Untertunnelung bis zur Südwestumfahrung einzusetzen und dabei den Anschluss Kabelwerke zu streichen. Eine oberirdische Linienführung über den Bahndamm, so die Begründung, würde das zentral gelegene grosse Entwicklungsgebiet unmittelbar beim Bahnhof massiv beeinträchtigen und die Wohnqualität verschlechtern.

So kann sich laut Regierung die Situation am Bahnhof Brugg dereinst präsentieren.

So kann sich laut Regierung die Situation am Bahnhof Brugg dereinst präsentieren.

Visualisierung: BVU

Ein weiteres Postulat zur Oase, fährt die SP fort, wurde am Anfang des vergangenen Septembers überwiesen. Der Gemeinderat wurde ersucht, sich bei den kantonalen Instanzen dafür einzu­setzen, dass nicht einseitig der Windischer Ast der Oase realisiert wird und der Raum Brugg-Windisch zum Schwerverkehrskorridor verkommt.

Für die Fraktion sind zu viele Fragen offen

«Die Botschaft des Regierungsrats ist widersprüchlich», stellt die SP fest. Es seien noch viele Fragen offen, die vor einer Festsetzung geklärt werden müssten. Beispielsweise sei der Handlungsspielraum der Linienführung auf plus/minus 50 Meter gesetzt. Daher werde eine veränderte Linienführung des Tunnels bis zur Südwestumfahrung nicht möglich sein.

Auch die SP Aargau sowie die Grünen Aargau lehnen die Festsetzung des Brugger Oase-Asts im kantonalen Richtplan ab, befürchten Mehrverkehr und Mehrbelastungen für die Bevölkerung und fordern eine Überarbeitung.