Wer von Brugg nach Umiken auf der Baslerstrasse unterwegs ist, wird das Bastel-Fachgeschäft mit den drei Schaufenstern auf der rechten Strassenseite kaum übersehen. Vor weissen Vorhängen werden die neusten Basteltrends präsentiert und auf die kommenden Kurse im eigenen Lokal hingewiesen.

Vor gut einem Jahr hatte Franziska Meier ihr Hobbyatelier von Brugg nach Umiken verlegt, weil sie sich die Ladenmiete im Stadtzentrum nicht mehr leisten konnte. Geschäftsführerin wurde Heidi Hochuli, die selbst in Umiken lebt und zuvor Meiers Stellvertreterin war.

Seit wenigen Tagen hängen neue Schilder an der weissen Hausfassade. Das Geschäft heisst jetzt Bastel-Oase. «Franziska Meier hat mir und meinem Ehemann Thomas das Hobbyatelier verkauft», sagt Heidi Hochuli und strahlt.

Der Grund dafür war, dass Meier sich zunehmend auf die Papeterie Surbtal in Endingen fokussierte, die sie im August 2015 übernommen hatte. Und Hochulis Herz schlägt für den Laden in Umiken. Mit der Namensänderung unterstreicht sie den Neuanfang. Das Sortiment will sie schrittweise ihren Präferenzen anpassen.

Offener Treffpunkt in Umiken

Die bald 41-Jährige hat zwar einerseits miterlebt, wie durch den Umzug nach Umiken ein Grossteil der Laufkundschaft wegblieb. Dies führte dazu, dass der Laden am Montag und Donnerstag geschlossen bleibt. Andererseits sieht Hochuli im neuen Standort neben der günstigen Miete noch weitere Vorteile.

«Die Kunden kommen gezielter zu uns. Zudem haben wir nun einen grossen Kursraum sowie direkt neben und hinter dem Haus mehrere Kundenparkplätze», sagt sie. Weil sich alles auf dem Erdgeschoss befindet, bleibt unter dem Strich mehr Zeit für die Kundenbetreuung. Am alten Standort an der Hauptstrasse musste Hochuli für die Beratungsgespräche immer zwischen den beiden Etagen wechseln, was sie oft als stressig empfand.

Überhaupt ist für die neue Geschäftsinhaberin der Kundenkontakt am schönsten. Da es in Umiken keinen richtigen Treffpunkt für Erwachsene gibt, kann sich Hochuli gut vorstellen, das Kurslokal am Donnerstagmorgen zu öffnen. Dann können sich Bastelfans mit ihren eigenen Projekten in einer Art offenen Werkstatt treffen und austauschen.

Weil der Laden dann nicht regulär geöffnet ist, könnte sich auch Heidi Hochuli selbst kreativ betätigen. Die gelernte Detailhandelsfachfrau und Mutter eines 18-jährigen Sohnes hatte bisher zu Hause ein eigenes Bastelzimmer. «Jetzt bin ich daran, dieses aufzulösen, weil für mich mit dem eigenen Geschäft ein Traum in Erfüllung gegangen ist», erzählt sie.

Hochulis grosse Leidenschaft sind derzeit die Plottermaschinen, mit denen man selbst Schriftzüge kreieren und ausdrucken kann. Doch auch für neue Basteltechniken und entsprechende Kursanbieter ist sie immer offen.