Für das Räbfescht des Rebbauvereins hat sich das besinnliche Oberflachs am Wochenende in ein lebendiges Festgelände verwandelt. «Wein trifft Kunst» heisst es hier rund um den Dorfkern. Drei Kunstgalerien, sechs Weinbaubetriebe und sieben Festwirtschaften bieten den Besuchern etwas für den Gaumen und die Augen.

OK-Präsident Stefan Käser steht lächelnd vor dem «Zehntenstock» und heisst sämtliche Gäste mit Handschlag herzlich willkommen und Vorstandsmitglied Hans Etter eröffnet den Rundgang durch die Galerien. Sämtliche Wände im «Zehntenstock», im «Bogen» und in der «Linde» sind mit farbenfrohen Kunstwerken zum Motto «Baum» geschmückt. Bilder in Acryl und Öl oder mit Linolschnitt-Technik, Skulpturen aus Holz, Pappmaché, Marmor und Ton und auch imposante Fotografien bitten um Aufmerksamkeit.

Besucher konnten ihren Geruchssinn testen

Reihum erklären die 20 Künstler, wie ihre Werke entstanden sind und was sie damit ausdrücken wollen. Die Ausstellung ist abwechslungsreich: Sabine Brunner aus Hausen möchte etwa mit einem ihrer Bilder, worauf kahle, maisgelbe Äste zu sehen sind, das Umweltthema aufzeigen. Tim Gubler aus Auenstein hat dagegen aus Holz kunstvolle Lampenobjekte geschaffen.

Beim anschliessenden Apéro tauschen die Besucher bei einem feinen Glas Wein ihre Eindrücke aus. Dann sind die sanften Klänge der Alphörner des Duos Winterhalde zu hören. Am anderen Ende des Festgeländes ertönt ein Trommelwirbel: Die Fahnen der örtlichen Vereine und ein Wagen mit einem Weinfass darauf, gezogen von Stefan Käser und Regierungsrat Markus Dieth, bilden den kleinen Festzug, der sich zielsicher seinen Weg durch die Räbfescht-Gäste bahnt. Auf der Rednerbühne erscheint Gemeindeammann Urs Leuthard. Er erklärt in seiner Ansprache, dass Wein und Kunst vieles gemeinsam haben.

Für beides brauche es Leidenschaft und Kreativität. Es sei wahre Kunst, aus Reben etwas Besonderes zu machen und sich vom Wetter davon nicht abbringen zu lassen. «Ich bin stolz auf unsere Produkte», schliesst er seine Überlegungen. Regierungsrat Markus Dieth, der aus dem Weindorf Wettingen kommt, freut sich, in Oberflachs zu sein. Bei einem solchen Fest würden Werte gepflegt und es bringe Menschen zusammen. «Jeder achte Weinstock in der Schweiz kommt übrigens aus dem Aargau», gibt Dieth zu bedenken.

Beim Flanieren durch die «Wein trifft Kunst-Strasse» fallen an jedem Weinstand drei Schnupper-Gläser auf. Der Wettbewerb «Die goldene Spürnase» fragt: Riecht der Inhalt des Glases nach Honig, Ananas oder eher Aprikose? Riecht es im anderen Glas nach Himbeere, Brombeere oder Holunderblüte? An insgesamt 18 Schnupper-Gläsern kann man seinen Geruchssinn testen.

Dann drängen sich die Menschen, viele noch mit einem Weinglas in der Hand, rund um eine Strassenwalze. Hans Ruedi Matter aus Suhr zeigt mit seinem Team ein «Streetprint». Dafür haben sie eine Druckvorlage mit Symbolen und millimetergenaue Abdeckplatten vorbereitet. Hoch konzentriert rollt Matter mit der grossen, schweren Walze über das feine Kunstwerk und präsentiert anschliessend dem staunenden Publikum das Ergebnis. Wein und Kunst sind bei diesem Räbfescht offensichtlich im Einklang.