Für das Freddy Burger Management, der Veranstalter der Lilibiggs-Kinder-Festivals, lohnt sich der Aufwand offenbar nicht mehr. «Die Ticketverkäufe sind zusammengefallen. Die Konkurrenz durch andere Veranstaltungen ist gross», heisst es vonseiten des Kommunikationsbüros.

Tatsächlich: Ein Streifzug am Samstagnachmittag über das Festgelände macht deutlich, was das Problem ist. Leere Bänke, keine Schlange vor den Essensständen, kaum Stimmung vor der Bühne.

Selbst beim Haupt-Act Linard Bardill bleibt es ruhig auf dem Platz. Die Eltern suchen sich mit den Kleinkindern einen Platz im Schatten, einige dösen vor sich hin. Eine Gruppe hat sich immerhin vor der Bühne auf den Boden gesetzt und lauscht den Liedern und Geschichten des Bündner Liedermachers.

«Es musste Veränderung geben»

«Es ist am Samstag sehr wenig gelaufen», bestätigt auch Barbara Müller, Co-Präsidentin des Quartiervereins Klosterzelg Reutenen. Immerhin zog es am Sonntag rund dreimal so viele Besucher ins Amphitheater – trotz schlechterem Wetter.

«Allgemein hat die Stimmung die letzten Jahre etwas nachgelassen», erzählt Müller. «Schade ist zum Beispiel, dass es pro Tag nur noch einen musikalischen Haupt-Act gab.»

Der Quartierverein schaut dennoch zufrieden auf die letzten Jahre zurück. «Denn das Ambiente war ja wirklich toll», findet sie. Und doch: «Die Lilibiggs-Kinder-Festivals gibts jetzt schon seit einigen Jahren. Irgendwann musste ja eine Veränderung kommen.»

Die Chance scheint relativ klein, dass Windisch weiterhin ein Standort sein wird im neuen Konzept. Damit gehen dem Quartierverein zwischen 3000 und 5000 Franken verloren. Früher, als die Einnahmen noch besser waren, spendete der Verein das Geld auch lokalen Institutionen oder Organisationen. So kam beispielsweise die Bibliothek oder der Jugendtreff zu einer unerwarteten Spende.

Vor zwei Jahren allerdings schaute nur eine Nullrunde heraus. Im letzten Jahr entschloss sich der Vorstand, das Geld in der Vereinskasse zu lassen. Jetzt muss sich der Quartierverein Klosterzelg-Reutenen eine neue Einnahmequelle suchen.

«Es ist möglich, dass unsere Anlässe nun etwas teurer werden», so Müller. Sie fügt an, dass das weitere Vorgehen aber noch nicht klar ist. Es sei gut möglich, dass man vermehrt an anderen Anlässen mitmachen wird, um den finanziellen Ausfall zu kompensieren.

Groll gegen den Veranstalter hegt die Co-Präsidentin nicht – im Gegenteil: «Traurig sind wir nicht. Für uns bedeutete das Festival auch immer einen grossen Aufwand. Wir sind eigentlich froh, dass wir jetzt etwas entlastet sind.»