Birr
Public Viewing – keine Frage: An diesem Abend waren alle Schweizer

Dutzende Fussballbegeisterte liessen sich in den Familiengärten den ersten Auftritt der Nationalmannschaft nicht entgehen.

Michael Hunziker
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Public Viewing – keine Frage: An diesem Abend waren alle Schweizer
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Impressionen vom WM-Spiel Schweiz-Frankreich auf dem Märetplatz Solothurn
Impressionen vom WM-Spiel Schweiz-Frankreich auf dem Märetplatz Solothurn
Die Fans beim Public Viewing vor dem Restaurant Einstein in Aarau
Grosses Kino auf dem Kleinbasler Sportplatz Rheinacker. Die Parlamentarier von BS, BL, Lörrach (D) und mulhouse (F) beim Public viewing nach dem traditionellen 4-Länder-Fussballturnier der Parlamente. Die Franzosen sind aus dem Häuschen nach dem 2 :0.
Keine Leinwand am Zufikerfäscht, dafür wid der Match auf TV übertragen.
Auch im Volkshaus Basel: Betrübte Stimmung.
 Am höchsten gingen die Emotionen in Aarau vor dem Klub "3. Stock".
 Die Gassen der Altstadt waren so voll, dass es schon fast ein wenig an den Maienzug Vorabend erinnerte.
 Da war die Fussballwelt noch in Ordnung: Die ersten Fans auf dem Erlinsbacher Dorfplatz beobachten hier noch das Spiel von Italien und Kroatien.
 Gehalten! Das war nichts mit dem Penalty von Frankreich.
 Na also! In der Aarauer Waage freut man sich über den ersten Ehrentreffer.
 Und gleich noch ein Treffer! Die Gäste im Aarauer Sevilla freuen sich über das 2:5.
 Beim Aarauer Einstein war bis auf den letzten Stuhl alles besetzt.
 Vic freut sich in der Aarauer Waage über den ersten Ehrentreffer.
 "Wir kamen für den Match aus der ganzen Umgebung von Aarau ins Mr. Pickwick. Honduras packen sie - und wenn nicht, haben wir zum Glück noch eine zweite Heimat: Deutschland!"
 Sam Kyburz und Pascal Zähner aus Suhr sind zuversichtlich: "Wenn sie so weiterspielen, sind sie draussen. Aber das werden sie nicht. Gegen Honduras gewinnt die Schweiz!"
 Für Jenny und Irène, die Geschäftsführerin des Aarauer Restaurants Einstein ist die WM ein Höhepunkt: "Hopp Schwiiz!"
 Immerhin war es lauschig vor den Toren der Aarauer Altstadt.
 Jubel über den ersten Ehrentreffer auch vor der Aarauer Waage.
 Während dem Spiel war in der Aargauer Hauptstadt nichts mehr los.
 René und Leon finden, dass die Nati selber schuld ist, nach so vielen Fehlern: "Schade!"
 Auf dem Aarauer Kasernenareal zeigt Leon nach dem Spiel, wie es geht. Er zieht ab und...
 ...trifft!
 Auf dem Aarauer Kasernenareal sah es schon Minuten nach dem Abpfiff fast so aus, als wäre nie etwas passiert.
 Marcel aus Auenstein half heute beim Aufbau und sollte jetzt eigentlich beim Abbau mit anpacken, aber: "Wenigstens beim Tischfussball verliert Frankreich gerade!"
Die Oltner Schützenmatte ist bis auf den letzten Platz besetzt.
Impressionen vom WM-Spiel Schweiz-Frankreich auf dem Märetplatz Solothurn
Hundert Fans warten auf Einlass vor dem Public Viewing an der Europaallee in Zürich.
Strassenfeger: Die Ampeln verrichten ihren Dienst ziemlich einsam
Das Schweizer Kreuz auf der Wange darf nicht fehlen
Das Public Viewing in der Europaallee ist völlig überloffen.
In Erlinsbach sind die Fans schon bereit.
Vorbereitungen für das Public Viewing in Aarau vor dem Restaurant Einstein.
Riesenjubel nach dem Ecuador-Sieg und Vorfreude auf das Frankreich-Spiel.
Hopp Schwiiz! Wir sind bereit für das Frankreich-Spiel.
Die Schweiz in Rot-Weiss. Das ganze Land fiebert mit der Fussball-Nati mit.
Hopp Schwiiz!!
Keiner zu klein, ein engagierter Nati-Fan zu sein.
Hoffen und Bangen: Schweiz-Fans während des Auftaktspiels gegen Ecuador.
Die Schweizer Fans sind bereit für Match zwei.
Sie haben sich die besten Plätze ganz vorne gesichert
Heiss begehrt sind die Bons für Esswaren und Getränke
Schon wieder eine Chance vergeben in der ersten Halbzeit
Salvatore Mamazza ist während der WM der Pizzaiolo
Der Duft von Bratwürsten liegt in der Luft
Halbzeit - Zeit für eine Stärkung
Beim Public Viewing wird mitgefiebert und mitgelitten

Public Viewing – keine Frage: An diesem Abend waren alle Schweizer

Hanspeter Bärtschi

Gianni Mascolo, der Präsident des Familiengartenvereins Birr, musste nicht lange überlegen auf die Frage, welcher Fussballmannschaft er die Daumen drückt. «Natürlich bin ich für die Schweiz.» Aber: Er sei Doppelbürger. Deshalb wünsche er sich einen Final zwischen Italien und der Schweiz.

Pasquale Manolio, der als OK-Präsident für das Public Viewing in den herausgeputzten Schrebergärten verantwortlich zeichnet, war der Fall am Sonntag genauso klar: «Heute helfe ich der Schweiz.» Mit einem Schmunzeln räumt er ein: «Zuerst kommt allerdings immer Italien, auch wenn ich mittlerweile 37 Jahre hier wohne.» Sein Kollege Stelios Dugaris zögert ebenfalls nicht mit der Antwort: «Ich bin selbstverständlich für die Schweiz.» Trotzdem litt er mit, als seine Griechen am Tag zuvor gegen Kolumbien untergingen. «Wir haben schlecht gespielt», stellt Dugaris fest und fügt mit einem breiten Lachen an: «Ich nehme es sportlich. Wichtig ist, dass ein schönes Spiel gezeigt wird.»

20 Nationalitäten treffen in den in den Familiengärten in Birr aufeinander. Mitten in der schmucken Anlage steht das weisse Festzelt. Dort werden die Spiele der Weltmeisterschaft auf Grossleinwand übertragen. Gut 60 Stühle stehen zur Verfügung. Dutzende Fussballbegeisterte liessen sich den ersten Einsatz der Schweizer nicht entgehen, sichern sich schon früh die besten Plätze.

Salvatore Mamazza stand an seinen drei Pizzaöfen. Während der Fussball-WM sei er hier der Pizzaiolo, sagt er gut gelaunt und belegt einen Teigboden mit Schinken. Es ist nicht anders zu erwarten: «Ich bin ganz auf der Seite der Schweiz», sagte auch er. Daneben schlage sein Herz aber ebenfalls für Italien. Mamazza versichert: «Etwas anderes als diese zwei Mannschaften gibt es nicht.»

Daniel Gerber, der im Schweizer Leibchen schon voll und ganz im WM-Fieber ist, schätzt das Public Viewing beim Familiengartenverein: «Ein Spiel in Gesellschaft anzuschauen, ist doch einfach schön. Die Atmosphäre ist ganz anders als in der Stube vor dem Fernseher. Man kann mitleiden, jubeln oder auch einmal über den Schiedsrichter fluchen und laut sein.»

Für ihn stand kurz vor dem Anpfiff – fest: «Ich setze voll auf die Schweiz und hoffe, dass wir gewinnen.» Weil seine Frau Italienerin sei, habe er überdies grosse Sympathien für die Azzurri.

An den Wochenenden kommen beim Familiengartenverein Spezialitäten aus verschiedenen Ländern auf den Tisch. Spielt die Schweiz, werden Ghackets mit Hörnli und Apfelmus angeboten. Stelios Dugaris, der Grieche, ist zufrieden. Die Gerichte – in den letzten Tagen stammten diese aus Kroatien, Serbien und der Türkei – kämen sehr gut an. Sowieso seien die Abende bisher friedlich verlaufen.

Verschönert ist das Festzelt mit Fahnen und Trikots. Vreni Joller ist Aktuarin beim Familiengartenverein und hat sich um einen Teil der Dekorationen gekümmert. «Viele helfen mit, bringen sich ein», hält sie fest. «Das liegt zum grossen Teil sicher auch daran, dass wir bei uns anständig miteinander umgehen.» Dieser Aussage kann Präsident Gianni Mascolo beipflichten: «Die Stimmung ist gut, es ist etwas los. Super!»

Und WM-OK-Präsident Pasquale Manolio ergänzt: «Wir können gemütlich zusammensitzen, etwas essen und trinken.» Es sei halt wie beim Fussball, fährt Manolio fort, der selber noch als Veteran und Trainer im Einsatz steht. «Es muss sein wie in einer grossen Familie. Dann funktioniert es.»