Königsfelden

Psychiatrische Klinik Königsfelden - wo Frau W. und Herr B. Hilfe erhalten

Björn Frey (rechts) führt Besucherinnen herum.

Björn Frey (rechts) führt Besucherinnen herum.

Das Interesse an der Psychiatrie ist gross – das zeigte der PDAG-Erlebnistag. In Führungen in der psychiatrischen Klinik Königsfelden konnten die Besucher anhand der fiktiven Figuren Frau W. und Herr B. die Höhen und Tiefen der Patienten erfahren.

«Es gibt einen Weg zum Glück – glücklich sein ist der Weg»: Der Blick auf die Pinnwand im Aufenthaltsraum des Kriseninterventions- und Triagezentrums der Psychiatrischen Klinik Königsfelden bleibt am Blatt mit dem handgeschriebenen Satz haften. «Es gibt einen Weg zum Glück»: zweifellos eine hoffnungsfrohe Botschaft für Menschen, die in einer Notlage das Angebot des Zentrums in Anspruch nehmen. Menschen wie die fiktive Frau W., die keine Energie mehr hat und sich zu nichts mehr motivieren kann. Oder der ebenso fiktive Herr B., der nach jeweils euphorischem Beginn immer wieder seine Stellen verliert und in Selbstverletzungen und Drogenkonsum abgleitet.

«Hemmschwellen abbauen»

Die Begleitung dieser beiden Personen, die dringend Hilfe benötigen, ermöglicht den Besuchern am Erlebnistag der Psychiatrischen Dienste Aargau AG (PDAG) einen spannenden Einblick in die Psychiatrie – auf Führungen durch das Kriseninterventions- und Triagezentrum und durch eine Station, bei der die Behandlung von Depressionen im Vordergrund steht. In eine Welt, gegenüber der oft immer noch Vorbehalte und Ängste bestehen.

«Mit dem Erlebnistag wollen wir unsere Angebote zeigen, aber auch einen Beitrag dazu leisten, Hemmschwellen und Ängste gegenüber der Psychiatrie abzubauen», sagt denn auch Markus Gautschi, der CEO der PDAG, die mit ihren rund 1000 Mitarbeitenden in 40 Berufen in der Erwachsenen- sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie die Grundversorgung im Kanton Aargau gewährleistet.

Gefragte Führungen

Im Begegnungszentrum der Klinik Königsfelden – vor dem an einem bunten Markt Kunsthandwerkerinnen und Organisationen ihre Erzeugnisse und Dienstleistungen anbieten und sich Besucherinnen und Besucher kulinarisch verwöhnen lassen – hat sich eine beachtliche Schar für die nächste Führung versammelt. Der Andrang ist so gross, dass die Gruppe geteilt werden muss. Pflegefachmann Björn Frey führt «seine» Gruppe durch das Kriseninterventions- und Triagezentrum, in dem Patienten, wie eben Herr B., betreut werden. Dabei beantwortet er gerne Fragen. Mit dem niederschwelligen Zugang kommt dem Zentrum, in dem Patienten während einer Dauer von maximal zehn Tagen durch ein Team von Ärzten, Psychologen, Pflegefachleuten und Sozialarbeitern betreut werden, gewissermassen die Funktion einer Notfallaufnahme zu. Während für Herrn B. mit der Bewältigung seiner akuten Krise der Weg in den Alltag zurückführen dürfte, folgen die Besucher Frau W. in eine Station, in der Depressionen behandelt werden. Vor der Führung durch die verschiedenen Räume, so auch die Mutter-und-Kind-Station für Frauen mit postnataler Depression, gibt Oberarzt Andreas Linde einen Einblick in das Entstehen und die Behandlung von Depressionen. «Es gibt nicht ‹die eine› Depression», betont er dabei.

Vielfältige Information

Während die Besucherinnen und Besucher des Erlebnistages auf den Führungen erfahren, wo Betroffene in einer Notfallsituation Hilfe bekommen und welche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, informiert im Obergeschoss des Begegnungszentrums Markus Gautschi über den geplanten Neubau für die Erwachsenenpsychiatrie. Dieser wird im Rahmen der Gesamtsanierung Königsfelden realisiert und soll zehn Stationen umfassen. Gautschi freut sich über das Echo, das der Erlebnistag der PDAG findet. «Das Interesse ist gross», stellt er fest. «Wir müssen sogar mehr Führungen anbieten.»

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