Psychiatrische Klinik

Psychiatrische Klinik Königsfelden wird für 125 Millionen Franken saniert

CEO Urs-Peter Müller (links) und Projektleiter Thomas Zweifel vor der Fassade des denkmalgeschützten Hauptgebäudes. Sandra Ardizzone

CEO Urs-Peter Müller (links) und Projektleiter Thomas Zweifel vor der Fassade des denkmalgeschützten Hauptgebäudes. Sandra Ardizzone

Die etappierte Gesamtsanierung der Psychiatrischen Klinik des Kantons Aargau (PDAG) in Königsfelden für 125 Mio. Franken ist in Vorbereitung. Die Modernisierung soll nun in drei Etappen durchgeführt werden.

Lange wartete die interessierte Öffentlichkeit auf Nachrichten über die Modernisierung der Psychiatrischen Klinik des Kantons Aargau (PDAG) in Königsfelden. Vor drei Jahren war die Rede von einem Gesamtneubau für 200 Mio. Franken.

Dann hörte man nichts mehr. Auf Anfang 2012 durfte die PDAG die Gebäude in Königsfelden vom Kanton übernehmen.

Der Kanton blieb aber Alleinaktionär, er zahlte für die Gebäudeübertragung 81,3 Mio. Franken ins Aktienkapital der PDAG ein.

Die Kehrseite: Der Kanton zahlt keine Bauvorlagen mehr, verbaut werden kann nur noch, was selber erwirtschaftet wird. Der Kanton betätigt sich allenfalls noch als «Bank», als Darlehensgeber.

Verzicht auf Total-Neubau

«Wir werden die Modernisierung nun in drei Etappen durchführen und dafür auch zwei der bisherigen Pavillons einbeziehen», sagt Urs-Peter Müller.

Müller war 30 Jahre lang Direktor der Luzerner Psychiatrie mit Hauptsitz in St. Urban.

Er ist Mitglied des Verwaltungsrates der PDAG und ist, nach dem überraschenden Abgang von CEO Christoph Ziörjen, als Unternehmensleiter ad interim eingesprungen. Zusammen mit Thomas Zweifel, Leiter Betriebe und Projektleiter Gesamtsanierung, hat er die redimensionierten Sanierungspläne der AZ vorgestellt.

Das Unterfangen soll jetzt noch rund 125 Mio. Franken verschlingen – alles selber erwirtschaftet.

Altbau erhält Anbau

In einer ersten Etappe (die am Schluss, bei der Eröffnung, die letzte sein wird) soll das Hauptgebäude saniert und erweitert werden.

An der äusseren Hülle des historischen Baus darf aus Denkmalschutzgründen nichts verändert werden.

Er wird aber saniert – und nach hinten erweitert, mit Anbauten an die beiden Flügel und mit einem neuen Trakt, der parallel zum Hauptgebäude verläuft.

Der Perimeter ist definiert, das Ausführungsteam soll in einem Architekturwettbewerb ermittelt werden.

Hier werden die stationären Pflegestationen, das Notfallzentrum und das Zentrum für ambulante Leistungen untergebracht. Im Hauptgebäude sollen keine Bettenstationen mehr stehen, sondern Therapie- und Verwaltungsräume. Der Bezug ist für 2018 vorgesehen.

Aussenstation wird integriert

Im Teilprojekt 2 geht es um das Kinder- und Jugendpsychiatrische Zentrum. Es sollen 36 Betten und 18 Tagesplätze errichtet werden, und zwar in einem Elementneubau in der Nordostecke des Parks.

Diese Bauweise ist zeit- und kostensparend. Aktuell wird die Ausschreibung vorbereitet, Mitte 2015 soll das Zentrum betriebsbereit sein. Die heutige Aussenstation in Rüfenach soll aufgehoben und auch räumlich in die PDAG in Königsfelden integriert werden.

«Das hilft uns auch finanziell, denn in Rüfenach zahlen wir nicht unerhebliche Mietzinsen», erklärt Thomas Zweifel.

Zwei Pavillons bleiben bestehen

Im Teilprojekt 3 geht es um die Bereiche Suchtabhängigkeit und Forensik (Psychiatriepatienten im Zusammenhang mit Straftaten). Es sollen 108 Betten zur Verfügung stehen, was einer beträchtlichen Kapazitätserweiterung gleichkommt.

Sie werden in den heutigen Pavillons 4 und 7, ebenfalls in der Nordostecke des Areals, untergebracht. Diese werden für ihre neue Aufgabe saniert. Pavillon 7 wird ab 2015 zur Verfügung stehen, Pavillon 4 ab 2018. Für die Zeit des Übergangs ist mit einem Provisorium gesorgt.

«Das ist ein sehr gutes Projekt»

Hand aufs Herz, Herr Müller: Da plant man einen Totalneubau für 200 Mio. Franken, jetzt, drei Jahre später, stehen noch 125 Millionen zur Verfügung, geht diese Redimensionierung ohne Schaden für die PDAG, für die Psychiatrie im Aargau und für die Patientinnen und Patienten ab?

Urs-Peter Müller: «Diese Frage kann ich aus Überzeugung mit Ja beantworten. Natürlich mussten wir uns beschränken auf das, was wir selber tragen können. Aber was wir planen und realisieren, ist kein Spar-Projekt! Wir haben in den letzten drei Jahren auch neue Erkenntnisse gewonnen.

Das neue Konzept hat grosse Vorteile gegenüber einem einzigen Neubau. So können wir die verschiedenen Bereiche – Sucht, Forensik, Kinder und Jugendliche – separat unterbringen.

Von Vorteil ist auch, dass wir seit der Gebäudeübertragung sozusagen ‹entpolitisiert›, in Eigenregie, ohne Vorlagen an den Grossen Rat handeln können. Fazit: Die PDAG ist gut aufgestellt, wir freuen uns ohne Abstriche auf die neue Zeit!»

Ein Gesuch um Darlehensgewährung beim Kanton ist unterwegs.

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