Königsfelden
Psychiatrische Dienste eröffnen Zentrum für psychische Notfälle

Die Psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG) in Königsfelden eröffnen ein Kriseninterventionszentrum. Chefarzt Urs Hepp weist auf die Wichtigkeit eines solchen Zentrums hin: «Jeder siebte Notfall ist ein psychiatrischer Notfall.»

Hans Lüthi
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Von links: Der neue Königsfelder CEO Markus Gautschi, Regierungsrätin Susanne Hochuli und Chefarzt Urs Hepp beim Rundgang durch das Kriseninterventionszentrum, hier im Aufenthaltsraum. Alex Spichale

Von links: Der neue Königsfelder CEO Markus Gautschi, Regierungsrätin Susanne Hochuli und Chefarzt Urs Hepp beim Rundgang durch das Kriseninterventionszentrum, hier im Aufenthaltsraum. Alex Spichale

Bei Unfällen brauchen die betroffenen Menschen rasche medizinische Versorgung, bei psychischen Notlagen ist die schnelle Hilfe ebenso wichtig. «Diese können wir 24 Stunden am Tag sofort bieten», sagte Verwaltungsratspräsidentin Christiane Roth vor 80 Gästen.

Eröffnet und gefeiert wurde das neue Kriseninterventions- und Triagezentrum – liebevoll Kitz genannt – der Psychiatrischen Dienste Aargau in Königsfelden. «Mit dem Kitz verfügen diese über eines der innovativsten Notfallangebote in der Schweiz», schreiben die PDAG selbstbewusst.

«Das ist ein guter Tag für die Beteiligten, den Aargau, speziell aber für die Menschen», betonte auch Gesundheitsdirektorin Susanne Hochuli. Denn: «Hier wird eine Versorgungslücke geschlossen, weil die Patienten sofort die richtige Behandlung bekommen.»

Triage heisst das Zauberwort

«Notfälle halten sich nicht an Bürozeiten und jeder siebte Notfall ist ein psychiatrischer Notfall», umschrieb Chefarzt Urs Hepp die Realität. Einweisungen zu jeder Tages- und Nachtzeit habe es schon bisher gegeben.

Neu aber ist die sofortige Abklärung auf der Triagestelle, die oft einen stationären Aufenthalt erübrigt. Das konsequent umgesetzte Prinzip ambulant vor stationär spart bis zu zwei Akutstationen. Gleichzeitig werden damit auch Kosten im Gesundheitswesen eingespart.

Zu den Gewinnern gehören jedoch auch die Patientinnen und Patienten, weil sie sofort eine bedarfsgerechte psychiatrische Behandlung erhalten. «Die weitere Betreuung ist oftmals im häuslichen Umfeld möglich», betont Chefarzt Hepp.

Den Betroffenen und ihren Angehörigen erspart das grössere Umtriebe. Falls nötig bleiben die Patienten drei bis maximal zehn Tage im neuen Zentrum und werden hier intensiv betreut.

Praktisch eingerichtete Räume

Das Zentrum für Kriseninterventionen ist dank Modulbauten in der Nähe des Besucherzentrums in kürzester Zeit aufgestellt worden. Neben acht Zimmern für 16 temporäre Bewohner ist genügend Platz vorhanden, für Triageräume, Therapieräume, Stationsbüro und einen Aufenthaltsraum zum gemeinsamen Essen und Spielen.

Unnötiger Luxus ist nicht vorhanden, aber dank einem guten Konzept mit warmen Farbtönen fühlt sich auch der Besucher auf Anhieb wohl im Kitz.

Dieses setzt den ersten Meilenstein in der Erneuerung, aber auch die Planung für die Gesamtsanierung der Psychiatrie Königsfelden läuft auf Hochtouren. Der Schwerpunkt ist ein Neubau vor dem Hauptgebäude, acht Generalplaner haben dazu einen Studienauftrag erhalten und müssen ihre Projekte im März abliefern.

Das Siegerprojekt soll im Juni vorgestellt werden. Mit Provisorien und Rückbauten geht es um Kosten von 125 Millionen Franken bis zur erhofften Einweihung von Ende 2018.

Die Zahl der gesamten Pflegetage wächst und wächst in die Höhe; sie überstieg 2013 bereits die Schwelle von 120 000 Pflegetagen.