Windisch

Psychiatrie-Pfleger protestieren still gegen Reorganisation

Kurzdemo in Königsfelden: Angestellte der Psychiatrischen Dienste Aargau demonstrieren gegen die Abschaffung des dualen Führungssystems

Kurzdemo in Königsfelden: Angestellte der Psychiatrischen Dienste Aargau demonstrieren gegen die Abschaffung des dualen Führungssystems

Ab 2015 erhalten die Psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG) eine neue Organisationsstruktur. Das sorgt bei einigen Angestellten für Verunsicherung. Am Dienstag haben rund 100 von ihnen dagegen demonstriert.

Rund 100 Angestellte der Psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG) haben sich gestern Dienstagnachmittag beim Begegnungszentrum in Königsfelden zu einer 15-minütigen Kurz-Demo versammelt. Mit dieser stillen Protestaktion wollten sie ein Zeichen setzen gegen die ab Januar 2015 geplante Reorganisation (die az berichtete).

Die Stationsleitungen der PDAG wehren sich dagegen, dass die Pflege dem ärztlichen Dienst unterstellt wird. Letzte Woche haben sie ihren Standpunkt in einem Schreiben Gesundheitsdirektorin Susanne Hochuli mitgeteilt. Die Stationsleitungen argumentieren, dass durch die Aufhebung der dualen Führung im oberen Kader der Bereich Pflege degradiert und bewusst dem Arztdienst untergeordnet werde.

Die Pflege arbeite aber nicht auf Delegation, insbesondere nicht auf Delegation einer anderen Berufsgruppe, heisst es im Brief an Regierungsrätin Hochuli weiter. «Berufe lassen sich einander nicht unterordnen, der eine lässt sich nicht abhängig machen von einem anderen.» Von einem grossen Rückschritt für die ganze Klinik ist die Rede. Die Angestellten der PDAG wurden erst am 13. November an einer kurzfristig einberufenen Informationsveranstaltung über die neue Struktur informiert (siehe Text unten).

Der Schweizerische Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) stellte sich an der Kurz-Demo vorbehaltlos hinter die Forderungen der Stationsleitungen und der Pflege für das Beibehalten der dualen Führung. Die in Aussicht gestellte Reorganisation sei ein Rückschritt hin zu einem Psychiatrieverständnis wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts und stelle die Psychiatrie im Aargau ins Abseits, so der VPOD Aargau/Solothurn im Anschluss an die Protestaktion in einer Medienmitteilung. (CM)

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