Villigen

PSI-Forschern gelingt 3D-Aufnahme von Alzheimer-Ablagerung

Die PSI-Forscher Bernd Pinzer und Marco Stampanoni diskutieren die Ergebnisse der Untersuchung zur Alzheimer-Krankheit

Die PSI-Forscher Bernd Pinzer und Marco Stampanoni diskutieren die Ergebnisse der Untersuchung zur Alzheimer-Krankheit

Forschern des Paul Scherrer Instituts in Villigen und der ETH Zürich ist es gelungen, detaillierte 3D-Aufnahmen der Proteinstückchen, die sich bei der Alzheimerkrankheit im Gehirn ablagern, zu erzeugen.

Die Wissenschaftler hoffen, daraus einst eine zuverlässige Diagnosemethode zu entwickeln.

Die Alzheimer-Krankheit ist für etwa 60 bis 80 Prozent aller Demenzfälle verantwortlich. Betroffene haben Mühe, sich an neue Informationen zu erinnern, weil die Krankheit Hirnregionen befällt, die neue Gedächtnisinhalte bilden. Zu den Schäden gehören die sogenannten Amyloid-Plaques, Proteinablagerungen ausserhalb der Hirnzellen. Die Forscher hoffen, daraus einst eine zuverlässige Diagnosemethode zu entwickeln.

Sie treten schon im frühen Krankheitsstadium auf, weshalb man interessiert daran ist, sie bei Patienten frühzeitig festzustellen. Dazu wurden neue bildgebende Verfahren entwickelt, die bislang aber nur die Gesamtmenge der Plaques feststellen können, nicht aber einzelne Plaques.

Dies gelang nun dem Team um Bernd Pinzer vom Paul Scherrer Institut (PSI) in Villigen AG und der ETH Zürich mit einem aufwändigen bildgebenden Verfahren, der sogenannten Phasenkontrastmethode, wie das PSI am Mittwoch in einer Mitteilung schrieb.

Damit konnten die Forschenden in kurzer Zeit die exakte dreidimensionale Verteilung der Amyloid-Plaques in Gehirnen von an Alzheimer erkrankten Mäusen in verschiedenen Stadien der Krankheit sichtbar machen. So konnten sie die Entwicklung der Krankheit detailliert verfolgen, wie Pinzer zusammen mit Kollegen von der ETH Lausanne nun im Fachblatt «Neuroimage» berichtet.

Plaques bei Patienten sichtbar machen

Zwar sind für die Methode derzeit zu hohe Strahlungsdosen nötig, um sie an lebenden Tieren oder gar an Menschen anzuwenden. Doch sei es ein Ziel, damit weitere Verfahren zu testen, mit denen man künftig die Plaques im Gehirn lebender Patienten sichtbar machen könnte, erklärten die Forscher.

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